Das kleine Skigebiet Heutal bei Unken steht vor einer tiefgreifenden, aber bewusst klein gehaltenen Erneuerung. Die Familie Vitzthum möchte in den kommenden Jahren rund 25 Millionen Euro in eine neue Liftanlage, Beschneiung und einen modernen Gasthof investieren. Ziel ist es, auch in schneearmen Wintern bestehen zu können – ohne Massentourismus.
Kurz zusammengefasst
- Das Skigebiet Heutal plant Investitionen in Höhe von 25 Millionen Euro in Liftanlagen, Beschneiung und Unterkünfte
- Ein alter Schlepplift führt bei Schneemangel regelmäßig zum Stillstand des gesamten Gebiets
- Ein gebrauchter Sessellift soll sowohl den Winter- als auch den Sommerbetrieb ermöglichen
- Der Fokus liegt auf kleinem, nachhaltigem Tourismus ohne Erweiterung des Skigebiets
Veralteter Lift sorgt für Stillstand
Der nahezu 60 Jahre alte Wildalm-Schlepplift gilt seit Jahren als Schwachstelle des Skigebiets. Auch in dieser Saison konnte der Lift zu Beginn des Winters aufgrund von Schneemangel nicht präpariert werden – ausgerechnet in der wichtigen Weihnachtszeit. Da der Wildalm-Lift den Zugang zu den höher gelegenen Anlagen bildet, kam der Skibetrieb dadurch weitgehend zum Erliegen.
Gebrauchter Sessellift als Schlüsselprojekt
Um weniger abhängig von Naturschnee zu sein, möchte der Betreiber den unteren Schlepplift im kommenden Jahr durch einen gebrauchten Sessellift ersetzen. Laut Geschäftsführer Sebastian Vitzthum ermöglicht dies nicht nur den Winterbetrieb bei wenig Schnee, sondern auch eine Nutzung im Sommer. Der bestehende Lift erfordert viel Schnee und hohen Wartungsaufwand – beides würde mit einem Sessellift weitgehend entfallen.
Zusätzlich ist der Ausbau einer neuen Beschneiungsanlage geplant. Diese gilt als notwendig, um das Skigebiet auch in milden Wintern betreiben zu können.
Neue Unterkunft und Infrastruktur
In einer späteren Phase soll die bestehende Pension einem Neubau weichen, der rund 100 zusätzliche Betten, moderne Gastronomie, eine Skischule und einen Skiverleih umfasst. Damit möchte das Heutal den Aufenthaltstourismus stärken, ohne das Skigebiet selbst zu vergrößern.
Finanzierung noch nicht vollständig gesichert
Die Finanzierung des Projekts ist noch nicht komplett abgeschlossen. Öffentliche Stellen und regionale Unternehmen haben Unterstützung zugesagt, für den Sessellift fehlen jedoch noch einige hunderttausend Euro. Der Betreiber möchte dies teilweise über Bürgerbeteiligung lösen: Einwohner, die 5.000 Euro investieren, erhalten zehn Jahre lang jeweils zwei Tickets für alle Aktivitäten im Heutal.
Fokus auf „sanften“ Tourismus
Das Heutal setzt bewusst nicht auf mehr Pistenkilometer, sondern auf eine nachhaltige Ausrichtung. Gemeinsam mit der österreichischen Umweltagentur wurde eine Studie zu Formen des sanften Tourismus durchgeführt. In der Vergangenheit zog das Gebiet unter anderem Besucher mit einer künstlichen Eiskletterwand an.
Auch Skitourengehen und Langlauf bleiben wichtige Säulen. Beide spielen im Heutal seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle, gestalten sich in dieser Saison aufgrund des Schneemangels bislang jedoch schwierig.
Zusammenarbeit mit Steinplatte vom Tisch
Frühere Pläne für eine Verbindung mit dem größeren Skigebiet Steinplatte und der deutschen Winkelmoosalm wurden endgültig aufgegeben. Laut Vitzthum sei es an der Zeit, eigenständig weiterzugehen. Der Antrag auf Genehmigung der geplanten Investitionen wird noch in diesem Frühjahr erwartet.






