Die Folgen des Klimawandels sind in den Alpen bereits spürbar. Während das Schneemanagement in den Skigebieten derzeit noch machbar ist, blicken die Betreiber und lokalen Behörden besorgt in die Zukunft. Ein neues Modell ermöglicht es, die zukünftigen Schneeverhältnisse bis 2100 vorherzusagen. Eines der Ergebnisse: 40 Tage weniger Skiurlaub pro Saison durch den Rückgang des Naturschnees.
Im Überblick
- Climsnow prognostiziert, dass Skigebiete in den französischen und italienischen Alpen bis 2100 aufgrund des Klimawandels mit bis zu 40 Tagen weniger Skiurlaub pro Saison rechnen müssen.
- Das Modell analysiert die Auswirkungen von Schneemangel und Klimawandel auf die Skigebiete, mit genauen Daten zu Schneehöhen und Schneeproduktion.
- Schneeproduktion kann die Verluste von Naturschnee nicht vollständig kompensieren, aber Skigebiete können sich vorbereiten, indem sie in künstlichen Schnee und Vier-Jahreszeiten-Aktivitäten investieren.
Das Climsnow-Modell: Wie funktioniert es?
Climsnow entstand aus Organisationen, die im Jahr 2020 begannen zusammenzuarbeiten. Es wurde von Météo-France (CNRM-Labor, Météo-France – CNRS, Zentrum für Schneeforschung), Inrae (Nationales Forschungsinstitut für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt, das LESSEM-Labor in Grenoble, Isère) und Dianeige (ein auf die Entwicklung touristischer Berggebiete spezialisiertes Unternehmen) entwickelt. Die Organisation verwendet fortschrittliche Klimamodelle und Projektionen der Treibhausgasemissionen (beispielsweise die RCP2.6-, RCP4.5- und RCP8.5-Szenarien).
Diese Projektionen werden mit lokalen Daten über Höhe, Schneeproduktion und andere meteorologische Faktoren kombiniert. Das Modell simuliert regionale Schneeverhältnisse in Skigebieten und hilft zu berechnen, wie viel Naturschnee zu erwarten ist und wie viel durch künstliche Schneeproduktion hinzugefügt werden muss. Auf der Grundlage der Daten gibt Climsnow Skigebieten einen detaillierten Überblick über die Veränderungen in der Schneesicherheit. Die Schlussfolgerung? Die französische Zeitung Le Figaro hat Einblick in einige Daten von Climsnow erhalten und schrieb unter anderem, dass viele Skigebiete mit erheblichen Verlusten bei der Anzahl der Tage, an denen Skiurlaub möglich ist, zu kämpfen haben werden. Vor allem in den tiefer gelegenen Gebieten werden 45-50 % der Skitage verschwinden.
Was bedeutet das konkret?
Climsnow prognostiziert, dass der Klimawandel in einigen Gebieten zu 40 Tagen weniger Skiurlaub pro Saison führen kann, insbesondere in tiefer gelegenen Skigebieten wie in den französischen Pyrenäen und den Mittelalpen. In den höher gelegenen Gebieten werden die Verluste geringer sein, aber auch dort wird die Anzahl der natürlichen Schneetage abnehmen. Dies bedeutet, dass die Saisonen kürzer werden und Skigebiete sich mehr auf technische Schneeproduktion und Diversifizierung ihres Angebots konzentrieren müssen. Technisch erzeugter Schnee kann helfen, zusätzliche Tage zu schaffen, kann aber niemals den natürlichen Schnee vollständig ersetzen.
Angepasste Strategien für Skigebiete
Climsnow hilft Skigebieten, Strategien für diese unsichere Zukunft zu entwickeln. Das Modell zeigt, wie viel Schnee ein Gebiet auf der Grundlage verschiedener Klimaszenarien erwarten kann und wie viel Wasser und Energie dafür benötigt werden. Skigebiete können dann gezielt in künstliche Schneeproduktion und neue Infrastruktur investieren, um die Auswirkungen von Schneemangel zu minimieren.
Dieses Programm bietet Skigebieten nicht nur die Chance, ihre Strategien für Schneeproduktion zu verbessern, sondern auch Vier-Jahreszeiten-Aktivitäten zu integrieren. Diese Diversifizierung ist entscheidend für Skigebiete, die sonst von nur den Wintermonaten abhängig sind.
Was bedeutet das für Wintersportler?
Die Vorhersagen machen die Zukunft des Skiurlaubs vielleicht etwas konkreter. Obwohl die kommenden Jahre wahrscheinlich noch prima Skiomstände bieten werden, ist es deutlich, dass Klimawandel die Langzeitbetrouwbaarheid von Schnee in vielen Gebieten vermindern wird. Schneekanonen können hierbei helfen, aber es wird nicht ausreichend sein, um den Verlust von natürlichem Schnee vollständig zu kompensieren. Skigebiete die sich vorbereiten wollen auf die Zukunft müssen investieren in dauerhafte Lösungen, sodass sie nicht vollständig abhängig bleiben von dem Winterseizoen. Kurz gesagt: noch einmal eine Bestätigung von was wir schon wussten.






