Ein scheinbar „normaler“ Skiunfall in Dachstein-West hat in Österreich für ordentlich Wirbel gesorgt. Eine Frau aus Niederösterreich wurde nach ihrem Sturz per Hubschrauber abtransportiert, obwohl sie diesen Transport selbst abgelehnt hatte. Dennoch folgte später eine Rechnung über Tausende Euro.
Im Überblick:
- Frau stürzt beim Skifahren in Dachstein-West
- Hubschrauber trotz vorheriger Ablehnung eingesetzt
- Rechnung über ca. 8.000 € folgt im Nachhinein
- Kosten schließlich nach Einschaltung von Behörden gestrichen
Hubschrauber trotz deutlicher Ablehnung
Der Vorfall ereignete sich Ende Januar im Skigebiet Dachstein-West. Die Frau stürzte und zog sich dabei einen Schlüsselbeinbruch zu. Laut der ersten medizinischen Einschätzung wäre ein Transport per Krankenwagen ausreichend gewesen. Dennoch wurde ein Rettungshubschrauber angefordert. Laut dem österreichischen Volksanwalt geschah dies aufgrund von Personalmangel und Zeitdruck bei den Rettungsdiensten. Die Frau gab zunächst an, keinen Hubschraubertransport zu wollen. Erst nachdem ihr mehrfach versichert worden sein soll, dass damit keine Kosten verbunden seien, stieg sie schließlich doch ein.
Rechnung über 8.000 € sorgt für Aufsehen
Nach dem Vorfall erhielt die Frau dennoch eine Rechnung über rund 8.000 € für den Hubschrauberflug. Das führte zu großer Empörung und schließlich zum Einschalten des Volksanwalts, der Arbeiterkammer und einer Verbrauchersendung im Fernsehen. Erst danach wurde beschlossen, die Kosten vollständig zu streichen.
Kritik am Einsatz von Rettungshubschraubern
Der österreichische Volksanwalt übt deutliche Kritik am System. Seiner Meinung nach würden Hubschrauber in manchen Fällen zu schnell eingesetzt, möglicherweise auch, um die Auslastung und die Einnahmen stabil zu halten. Das Rote Kreuz Salzburg weist diese Vorwürfe zurück. Laut der Organisation habe man lediglich eine vermittelnde Rolle und die Flüge würden von externen Parteien, wie dem ÖAMTC, durchgeführt.
Untersuchung der Arbeitsweise läuft
In diesem speziellen Fall soll der Hubschrauber zudem nicht von Salzburg, sondern von einer anderen Leitstelle angefordert worden sein. Der genaue Hergang wird derzeit untersucht. Der österreichische Rechnungshof befasst sich mit der Arbeitsweise rund um diese Art von Einsätzen. Die Ergebnisse werden später in diesem Sommer erwartet.
Sorge für eine gute Versicherung
Dieser Vorfall zeigt, wie wichtig es ist, gut versichert in den Skiurlaub zu fahren. Rettungsaktionen in den Bergen – und erst recht Hubschrauberflüge – können extrem teuer werden. Zudem wirft es Fragen zur Transparenz auf: Wann ist ein Hubschrauber wirklich nötig und wer entscheidet darüber?






