Silvretta Montafon will zwei alte Lifte durch eine 10-Personen-Gondel ersetzen

Eine der auffälligsten Seilbahnen von Silvretta Montafon muss einer modernen 10-Personen-Gondel weichen. Die neue Hochjoch Bahn soll direkt von Schruns auf 1870 Meter Höhe führen und fast fünfmal so viele Menschen pro Stunde befördern. Auch der alte 2-Personen-Sessellift Kropfen verschwindet den Plänen zufolge.

Kurz zusammengefasst

  • Silvretta Montafon hat eine Genehmigung für eine neue Hochjoch Bahn beantragt.
  • Die neue Bahn bekommt 10-Personen-Gondeln und führt direkt von Schruns aus nach oben.
  • Die Kapazität steigt von 620 auf maximal 3.000 Personen pro Stunde.
  • Die Bahn wird voraussichtlich über 3,2 km lang sein.
  • Sowohl die aktuelle Hochjoch Bahn als auch der Sessellift Kropfen werden ersetzt.
  • Die öffentliche Verhandlung des Genehmigungsantrags findet am 27. August 2026 statt.
  • Ein offizielles Baudatum und Eröffnungsdatum wurden noch nicht bekannt gegeben.

Direkt von Schruns auf 1870 Meter

Silvretta Montafon hat Anfang Juli einen Antrag auf die Naturschutzgenehmigung für eine neue Hochjoch Bahn eingereicht. Der Plan sieht eine moderne 10-Personen-Gondel vor, die von Schruns direkt auf den Berg auf 1870 Meter Höhe führt. Die neue Bahn wird eine kuppelbare Einseilumlaufbahn. Laut den verfügbaren technischen Projektdaten wird die Anlage eine Länge von etwa 3.240 Metern haben und über 1.150 Höhenmeter überwinden. Bei einer Geschwindigkeit von maximal 6 Metern pro Sekunde würde die Fahrt etwa zehn Minuten dauern.

Kein Umsteigen mehr bei Kropfen

Die aktuelle Hochjoch Bahn besteht aus zwei separaten Teilen. Von Schruns aus fährt die erste Gondelbahn zur Zwischenstation Kropfen auf 1335 Meter Höhe. Dort müssen Besucher für den zweiten Teil nach Kapell umsteigen. Insgesamt verfügt die Anlage über vier Kabinen für jeweils 54 Personen. Mit der neuen Gondel soll dieses Umsteigen entfallen. Die Kabinen sind ständig im Umlauf, sodass Besucher nicht mehr auf die Abfahrt einer großen Gondelkabine warten müssen. Für Skiurlauber bedeutet das vor allem einen reibungsloseren Zugang zum Teilgebiet Hochjoch. Auch an belebten Vormittagen sollte die Wartezeit an der Talstation dadurch deutlich sinken.

Kapazität wird fast fünfmal so groß

Die aktuelle Hochjoch Bahn kann maximal 620 Personen pro Stunde befördern. Bei der neuen Gondel steigt diese Kapazität auf 3.000 Personen pro Stunde. Damit wird die Verbindung von Schruns aus fast fünfmal so leistungsstark. Die Kapazitätserhöhung ist wahrscheinlich einer der Hauptgründe für den Ersatz. Die bestehende Gondelbahn ist durch ihre begrenzte Anzahl an Kabinen viel weniger flexibel als eine moderne Umlaufbahn, bei der ständig neue Kabinen in die Station einfahren.

Auch im Sommer ist die Hochjoch Bahn wichtig. Die Bahn wird von Wanderern und Mountainbikern genutzt und bildet den Ausgangspunkt für verschiedene Routen am Hochjoch. Der Fahrradtransport in diesen Teil des Berges erfolgt derzeit ausschließlich über die Hochjoch Bahn.

Auch der Sessellift Kropfen verschwindet

Das Projekt ersetzt nicht nur die aktuelle Gondelbahn, sondern auch die alte Kropfen Bahn. Dieser fix geklemmte 2-Personen-Sessellift wurde 1985 gebaut und befördert maximal 1.000 Personen pro Stunde. Die Fahrt von Kropfen in Richtung des höher gelegenen Skigebiets dauert etwa siebzehn Minuten. Die neue Gondel übernimmt die wichtigste Transportfunktion dieses Sessellifts. Dadurch verschwinden mit einem Projekt zwei ältere Anlagen aus dem Liftbestand von Silvretta Montafon. Was genau mit dem Gelände, den Stationsgebäuden und den Lifttrassen der alten Anlagen passiert, wurde noch nicht bekannt gegeben.

Besondere Bahn aus dem Jahr 1966 verschwindet

Mit dem Ersatz endet auch ein besonderes Stück Seilbahngeschichte. Die erste Liftverbindung von Schruns auf den Berg wurde bereits 1950 eröffnet. Ein Jahr später folgte der zweite Teil zwischen Kropfen und der Kapellalpe. Die Anlage wurde 1966 durch die Gondelbahn mit vier Kabinen ersetzt, die die Basis der heutigen Verbindung bildet. Technische Liftdatenbanken erwähnen zudem eine umfassende Erneuerung im Jahr 1992.

Eine zweiteilige Gondelbahn mit einer Zwischenstation, an der man umsteigen muss, ist heutzutage selten. Die Bahn ist daher bei Seilbahnfans beliebt, entspricht aber in Bezug auf die Kapazität nicht mehr den Möglichkeiten moderner Gondelbahnen.

Zuerst folgt das Genehmigungsverfahren

Die Pläne sind noch nicht endgültig genehmigt. Am 27. August 2026 findet die mündliche Verhandlung des Antrags statt. Bis zu diesem Datum können beteiligte Parteien und direkte Anwohner die Projektunterlagen einsehen. Auch eine Investitionssumme, der Hersteller und ein offizieller Zeitplan für den Bau wurden noch nicht bekannt gegeben. Eine spezialisierte Liftdatenbank nennt 2027 als mögliches Baujahr, aber Silvretta Montafon hat diesen Zeitplan noch nicht offiziell bestätigt. Erst nach dem Genehmigungsverfahren wird klar, wann die alte Hochjoch Bahn zum letzten Mal fährt und ab welcher Wintersaison Besucher mit der neuen 10-Personen-Gondel nach oben fahren können.

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