Der vergangene Winter wird als sehr schneearm in die meteorologischen Aufzeichnungen eingehen. Trotz niedriger oder mäßiger Warnstufen behält der Lawinenwarndienst die Situation im Hochgebirge weiterhin genau im Auge. Die ungewöhnlichen Bedingungen in dieser Saison lassen uns noch nicht aufatmen.
Schneeloser Winter
Obwohl es bereits im September stark schneite, gab es in den folgenden Monaten viel weniger Schnee. Der Winter 2024/2025 wird daher als schneearm bezeichnet. Aus Sicht des Lawinenwarndienstes gab es deutlich weniger Lawinenereignisse und damit auch weniger Lawinenopfer. Dennoch gab es tragische Unfälle, wie zum Beispiel zu Beginn der Saison und am vergangenen Montag, bei denen zwei Menschen ihr Leben verloren.
Besondere Umstände in diesem Winter
Norbert Lanzanasto vom Lawinenwarndienst Tirol sagt über diese Wintersaison: „Besonders war der September mit starkem Schneefall. Es gab dann auch Lawinenabgänge durch Gleitschneelawinen. Aber insgesamt war es ein schwacher Start. Zusammen mit dem doch sehr schneearmen Winter über die ganze Saison hat das dazu beigetragen, dass weniger Leute im freien Gelände unterwegs waren.“ Trotz niedriger bis mäßiger Lawinenwarnstufen (Stufe 1 bis 2) blieb die Altschneedecke in einigen Gebieten instabil. Selbst bei geringen Schneehöhen wurden Lawinen ausgelöst.
Felsiges Terrain und offene Gletscherspalten
Die größten Gefahren in diesem Winter waren oft nicht die Lawinen selbst, sondern das felsige Gelände und offene Gletscherspalten, vor allem beim Tourenskifahren und Freeriden. Lanzanasto: „Auffallend in diesem Winter war, dass die Verletzungsgefahr durch wenig überdeckte Steine oftmals größer war als durch Lawinen. Aber so wie immer in schneearmen Wintern werden die Schwachschichten gefördert. Das sieht man jetzt immer noch am Alpenhauptkamm oder in Osttirol, wo es noch ein Altschneeproblem gibt.“
Neuschnee am Wochenende
Der jüngste Schneefall oder der Schnee, der an diesem Wochenende fallen könnte, wird an der allgemeinen Schneesituation wenig ändern. Allerdings wird die Lawinengefahr durch den Neuschnee und etwas Wind kurzfristig wieder zunehmen. Das kann zu einigen Lockerschneelawinen führen, aber das wird sich bald legen. „Dann haben wir wieder die typische Frühjahrssituation“, sagte Lanzanasto. Das bedeutet vor allem, dass mit steigenden Temperaturen die gefährlichen Nassschneelawinen auftreten können – wahrscheinlich früher als in anderen Jahren.
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