An der Grenze zwischen den Bundesländern Steiermark und Oberösterreich hat das Abschmelzen des Dachsteingletschers einen ungewöhnlichen Fund hervorgebracht. Unter dem schwindenden Gletschereis kamen die Überreste eines alten Skilifts zum Vorschein, der jahrzehntelang unter dem Schnee und Eis verborgen war. Die Entdeckung ist ein greifbarer Beweis dafür, wie schnell sich die Landschaft verändert.
Ein unerwarteter Fund aus den 1970er Jahren
Der Fund überraschte Touristen und Mitarbeiter des Dachstein-Teams gleichermaßen. Die plötzlich aufgetauchten Reste der Liftanlage wurden schnell als Überbleibsel einer vergangenen Ära erkannt. Laut Georg Bliem, Direktor der Planai-Bahnen, war der Lift wahrscheinlich Anfang der 1970er Jahre für den Sommerbetrieb gedacht. Dass die Überreste erst jetzt gefunden werden, unterstreicht, wie dick die Eismasse auf dem höchsten Berg der Steiermark einst war.
Schnelle Gletscherschmelze macht Sorgen
Die Entdeckung des alten Lifts ist eine direkte Folge der unerwartet schnellen Gletscherschmelze in der Region. Im letzten Winter fielen nur zwei Meter Schnee statt der üblichen acht bis 10 Meter, wodurch die Gletscher ihre Schutzschicht viel früher verloren. Das Gebiet zwischen dem Hallstätter und dem Schladminger Gletscher, eine Verbindung, die seit rund 3.500 Jahren besteht, ist nun so weit geschrumpft, dass es in wenigen Wochen komplett schneefrei sein wird.
Die freiliegenden Felsen absorbieren die Hitze und beschleunigen den Schmelzprozess weiter. Dieser Prozess beeinträchtigt nicht nur die Landschaft, sondern auch die lokale Infrastruktur.
Skifahren am Dachstein ist bereits Geschichte
Der Liftbetrieb für Skifahrer und Snowboarder am Dachstein wird im Jahr 2023 eingestellt, wenn die letzten Schlepplifte abgebaut werden. Die Zeiten, in denen hier schon im Herbst die ersten Schwünge gezogen werden konnten, sind längst vorbei. Die Entdeckung des alten Skilifts ist also nicht nur eine interessante historische Tatsache, sondern vor allem eine Erinnerung an eine Landschaft, die sich verändert hat.






