Oben wieder Winter und Neuschnee, unten Frühling: Dieses Wetterbild siehst du jetzt in den Alpen

Die Alpen erleben derzeit eine wechselhafte Phase. Vor allem in den West- und Südalpen werden derzeit große Niederschlagsmengen gegen das Gebirge gedrückt, mit vorhergesagten Schneemengen von bis zu 80 cm in der Höhe. Gleichzeitig sorgt die hohe Schneefallgrenze dafür, dass es in vielen Tälern nass und unbeständig bleibt. Doch wer glaubt, dass der Winter bleibt, irrt sich: Die Sonne steht schon wieder in den Startlöchern, um das Kommando zu übernehmen.

Im Überblick:

  • Bis zu 80 cm Neuschnee in der Höhe an der West- und Südseite der Alpen.
  • Starker Schneefall vor allem im Wallis, am Monte Rosa und im Piemont.
  • Schneefallgrenze oft hoch: 1.500 bis 2.200 Meter.
  • Danach schneller Übergang zu sonnigem und mildem Frühlingswetter.

Süd- und Westalpen: Schwerpunkt der Schneefälle

Der meiste Schnee fällt derzeit an der Südseite des Alpenhauptkamms. Feuchte, mediterrane Luft prallt gegen das Gebirge, was für anhaltende und intensive Niederschläge sorgt. Besonders das Wallis, das Simplongebiet und das Monte-Rosa-Massiv stechen hervor. In bekannten Gebieten wie Saas-Fee und Zermatt fallen oberhalb von 2.000 Metern zwischen 20 und 50 cm Schnee, mit Spitzenwerten von bis zu 80 cm auf den höchsten Gletschern. Auch im italienischen Piemont und im Aostatal türmt sich der Schnee durch einen klassischen Stau-Effekt rasend schnell auf.

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Hohe Schneefallgrenze!

Auffallend ist die relativ hohe Schneefallgrenze, die zwischen 1.800 und 2.200 Metern schwankt. Dadurch haben tiefer gelegene Dörfer mit unbeständigem Regen zu kämpfen, während es nur ein paar hundert Meter höher völlig winterlich ist. Für Wintersportler, die noch für einen späten Skiurlaub in den Bergen sind, ist der Rat simpel: Such dir die Höhe.

Lawinengefahr nimmt deutlich zu

Die enorme Menge an Neuschnee in Kombination mit starkem Wind und dem Regen, der die unteren Schichten schwer macht, hat die Lawinensituation kritisch werden lassen. In großen Teilen des Wallis und Norditaliens wurde die Lawinenwarnstufe 4 (groß) ausgerufen. Das bedeutet, dass Lawinen spontan entstehen können. Vom Off-Piste-Skifahren wird in den betroffenen Regionen daher dringend abgeraten; die „Schneemauer“ ist derzeit äußerst instabil.

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Der Frühling übernimmt das Zepter

Sobald die Niederschlagszonen abziehen, vollzieht die Alpenwelt eine Verwandlung. Die Sonne gewinnt die Oberhand und die Temperaturen schießen in die Höhe, wobei die Nullgradgrenze Richtung 3.000 Meter klettert. Dies sorgt für das ultimative Frühlings-Ski-Erlebnis: morgens griffige Pisten und nachmittags die Sonne genießen. Aber Achtung: Der Neuschnee auf den tiefer gelegenen Pisten wird durch die Wärme schnell schwer und sulzig. Wer optimal vom frischen „Dump“ profitieren will, muss also früh dran sein.

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