Welche Skigebiete liegen in den Nordalpen und welche in den Südalpen oder Westalpen?

In Wetterberichten liest man regelmäßig über Schnee für die Nordalpen, Südalpen oder Westalpen. Aber zu welcher Seite gehört dein Skigebiet? Das lässt sich nicht immer mit nur einem Label beantworten. Die Westalpen sind eine geografische Region, während die Nord- und Südseite vor allem etwas über die Lage im Verhältnis zum Alpenhauptkamm aussagen. Hier liest du, wie die Einteilung funktioniert und was sie für die Schneevorhersage bedeutet.

Kurz zusammengefasst

  • Windrichtung, Schneegrenze und die genaue Lage bleiben wichtiger als nur das Label Nord-, Süd- oder Westalpen.
  • Der Alpenhauptkamm bildet grob die Grenze zwischen der Nord- und Südseite der Alpen.
  • Die Nordalpen profitieren oft von feuchter Luft aus dem Norden oder Nordwesten.
  • Die Südalpen bekommen häufiger Schnee bei einer südlichen oder südwestlichen Strömung.
  • Die Westalpen bestehen vor allem aus den französischen Alpen und dem Westen der Schweiz und Italiens.
  • Ein Skigebiet kann gleichzeitig in den Westalpen und an der Südseite der Alpen liegen.
  • Inneralpine Skigebiete liegen geschützt zwischen hohen Bergketten. Dort sind lokale Unterschiede oft groß.

Nord-, Süd- und Westalpen in einer Übersicht

GebietGrobe LageGünstige StrömungBeispiele
NordalpenNördlich des AlpenhauptkammsNord bis NordwestSaalbach, SkiWelt, KitzSki, Engelberg
SüdalpenSüdlich des AlpenhauptkammsSüd bis SüdwestNassfeld, Dolomiten, Cortina, Alta Badia
WestalpenFrankreich und westliche Teile der Schweiz und ItaliensWest, Nordwest oder SüdwestChamonix, Tignes, Alpe d’Huez, Via Lattea
Inneralpine GebieteZwischen hohen Bergketten, nah am HauptkammStark abhängig von der SituationSölden, Ischgl-Samnaun, Nauders, Livigno

Diese Einteilung ist ein praktischer Leitfaden. Die präzise Niederschlagsgrenze verschiebt sich je nach Wettersituation und verläuft nicht ordentlich entlang von Landes- oder Provinzgrenzen.

Was ist der Alpenhauptkamm?

Der Alpenhauptkamm ist die zentrale Bergkette, die durch einen Großteil der Alpen verläuft. Dieser Kamm bildet an vielen Stellen eine natürliche Wasserscheide und wird in Wetterberichten als grobe Grenze zwischen der Nord- und Südseite verwendet. Für das Wetter ist diese hohe Bergkette wichtig. Luft kann nicht einfach durch die Berge hindurch und wird gezwungen aufzusteigen. Dadurch kann es auf der einen Seite langanhaltend schneien, während es auf der anderen Seite trocken, milder und manchmal sogar sonnig bleibt.

Die Alpen wirken dadurch als Klimascheide. Die exakte Auswirkung hängt von der Richtung, Feuchtigkeit und Temperatur der herangeführten Luft ab.

Die Grenze ist eine vereinfachte Darstellung. Vor allem rund um den Alpenhauptkamm und in den Westalpen können mehrere Einteilungen nebeneinander verwendet werden.

Wie kann das Wetter in den Bergen so anders sein?

Der Alpenhauptkamm bestimmt, welcher Luftstrom wo landet. Er fungiert als Barriere für Luftströme, die aus verschiedenen Richtungen kommen. Wenn feuchte Luft auf den Alpenhauptkamm stößt, wird sie nach oben gedrückt. Dabei kühlt die Luft ab, was zur Bildung von Wolken und Niederschlag auf der Luvseite der Berge führt. Nachdem sie den Alpenhauptkamm überquert hat, sinkt die Luft auf der Leeseite ab, wodurch die Niederschläge abnehmen und sich erwärmen. Dies kann zu dem Phänomen des „Föhns“ führen, bei dem warme, trockene Luft auf der Leeseite der Berge strömt, die Wolken auflöst und die Temperaturen erhöht. Kurz gesagt: Der Alpenhauptkamm spielt eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung des Wetters in den Alpen, wobei die Windrichtung und die geografische Lage bestimmen, welcher Teil der Region Niederschläge erhält und welcher trockener bleibt.

So entstehen Stau-Niederschlag und Föhn

Wenn feuchte Luft gegen eine Bergkette prallt, wird die Luft nach oben gedrückt. Während des Aufsteigens kühlt die Luft ab. Es entstehen Wolken und schließlich Regen oder Schnee. Das nennen wir Stau-Niederschlag oder Stau.

Nach dem Passieren des Bergkamms sinkt die Luft wieder ab. Die Luft wird dabei wärmer und trockener. An dieser Leeseite kann Föhn entstehen: ein trockener und oft böiger Wind, der für höhere Temperaturen und weniger Bewölkung sorgt. Bei einer nördlichen Strömung entsteht meist Stau-Niederschlag an der Nordseite und Nordföhn an der Südseite. Bei einer südlichen Strömung passiert das Gegenteil.

Welcher Teil der Alpen bekommt Schnee?

Szenario A: Schnee aus Norden oder Nordwesten

Zieht feuchte und kalte Luft von Norden oder Nordwesten in Richtung Alpen, dann wird diese Luft gegen die Nordseite nach oben gedrückt. Vor allem die Nordalpen können dann Neuschnee bekommen.

Denk an Teile von Vorarlberg, Tirol, das Salzburgerland, die Steiermark, die nördlichen Schweizer Alpen und die Bayerischen Alpen. An der Südseite kann es gleichzeitig durch Nordföhn trockener werden.

Szenario B: Schnee aus Süden oder Südwesten

Bei einer südlichen Strömung wird feuchte Luft vom Mittelmeer gegen die Südseite der Alpen gedrückt. Die Südalpen können dann viel Niederschlag bekommen, während an der Nordseite ein warmer und trockener Südföhn aufkommen kann.

Vor allem Teile Norditaliens, das Tessin, Graubünden, Kärnten und Osttirol können von einem solchen Südstau profitieren. Die größten Mengen fallen nicht automatisch in jedem Skigebiet: Die exakte Windrichtung und die Lage lokaler Bergketten sind entscheidend.

Szenario C: Fronten aus Westen

Bei westlichen oder nordwestlichen Strömungen treffen Störungen als Erstes auf die französischen und westlichen Schweizer Alpen. Vor allem die französischen Nordalpen können bei einer nordwestlichen Strömung viel Niederschlag erhalten.

Kommt die Luft eher aus Südwesten, nimmt die Schneechance hingegen in den französischen Südalpen und auf der italienischen Seite zu. Daher wird in Wetterberichten oft ergänzend von den westlichen Nordalpen oder westlichen Südalpen gesprochen.

Was sind inneralpine Skigebiete?

Inneralpine Gebiete liegen in breiten Tälern und Bergregionen zwischen mehreren hohen Bergketten. Sie befinden sich oft nah am Alpenhauptkamm, liegen aber nicht eindeutig am äußersten Nord- oder Südrand der Alpen.

Beispiele sind Teile des Ötztals, Oberinntals, Engadins und Wallis. Skigebiete wie Sölden, Ischgl-Samnaun, Nauders und Livigno werden oft als inneralpin betrachtet.

Diese Lage bietet keine Garantie auf Schnee aus jeder Richtung. Die umliegenden Berge können Niederschlag geradezu abhalten. Bei kräftigen Strömungen kann Niederschlag jedoch über den Hauptkamm hinwegziehen. Dies wird als Übergreifen bezeichnet. Die lokale Lage bestimmt dann, wie viel Schnee letztendlich fällt.

Was sind die Nordalpen?

Mit den Nordalpen meinen wir in einem Wetterbericht meist die Gebiete nördlich des zentralen Alpenhauptkamms. Diese Skigebiete liegen vor allem in Österreich, der Schweiz und Süddeutschland. Viele Reiseziele, die bei deutschen Skiurlaubern beliebt sind, liegen auf dieser Seite. Doch auch hier gibt es Unterschiede. Ein Gebiet direkt am Hauptkamm kann ein anderes Schneebild haben als ein Skigebiet am nördlichen Rand der Alpen.

Bekannte Skigebiete in den Nordalpen

  • Ski Arlberg, Österreich
  • Silvretta Arena Ischgl-Samaun, Österreich
  • Serfaus-Fiss-Ladis, Österreich
  • Zell am See-Kaprun, Österreich
  • Zillertal Arena, Österreich
  • Hochfügen Hochzillertal, Österreich
  • Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn, Österreich
  • KitzSki: Kitzbühel und Kirchberg, Österreich
  • SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental, Österreich
  • Garmisch-Classic, Deutschland
  • Zugspitze, Deutschland
  • Oberstdorf Kleinwalsertal, Österreich/Deutschland
  • Engelberg, Schweiz
  • Davos Klosters, Schweiz
  • Flims Laax Falera, Schweiz

Was sind die Südalpen?

Die Südalpen liegen südlich des zentralen Alpenhauptkamms. Der größte Teil der italienischen Alpen gehört zu dieser Seite. Auch Teile Österreichs und der Schweiz liegen auf der Südseite. Diese Gebiete profitieren vor allem von südlichen und südwestlichen Strömungen. In einer solchen Situation kann an der Südseite langanhaltend Schnee fallen, während es an der Nordseite durch Föhn mild, trocken und windig wird.

Bekannte Skigebiete in den Südalpen

  • Nassfeld, Österreich
  • Bad Kleinkirchheim, Österreich
  • Turracher Höhe, Österreich
  • Livigno, Italien
  • Gröden, Italien
  • Val di Fassa-Carezza, Italien
  • Alta Badia, Italien
  • Sulden, Italien
  • 3 Zinnen Dolomiten, Italien
  • Cortina d’Ampezzo, Italien
  • Arabba-Marmolada, Italien
  • Skizentrum Latemar, Italien
  • Via Lattea, Italien/Frankreich

Was sind die Westalpen?

Die Westalpen bilden den westlichen Teil des gesamten Alpenbogens. Sie liegen vor allem in Frankreich und erstrecken sich bis in den Westen der Schweiz und Italiens. Westalpen ist also kein Gegenteil von Nord- oder Südalpen. Es handelt sich um zwei verschiedene Arten der Einteilung. Zermatt liegt zum Beispiel in den Westalpen, befindet sich aber auch an der Südseite des wichtigsten Bergkamms. In den französischen Alpen wird zudem zwischen den französischen Nordalpen und den französischen Südalpen unterschieden.

Französische Nordalpen

Zu den französischen Nordalpen werden in der Regel die Skigebiete in Haute-Savoie, Savoie und Isère gezählt. Diese Gebiete profitieren oft von Fronten aus Westen und Nordwesten. Beispiele:

  • Chamonix
  • Les Portes du Soleil
  • Tignes-Val d’Isère
  • Les Trois Vallées
  • La Plagne
  • Les Arcs
  • Alpe d’Huez
  • Les 2 Alpes

Französische Südalpen

Die französischen Südalpen liegen grob in den Departements Hautes-Alpes, Alpes-de-Haute-Provence und Alpes-Maritimes. Sie profitieren häufiger von südwestlichen Störungen und Mittelmeertiefs. Beispiele:

  • Serre Chevalier
  • Montgenèvre
  • Vars-Risoul
  • Les Orres
  • Isola 2000
  • Via Lattea, an der Grenze zu Italien

Weitere bekannte Skigebiete in den Westalpen

  • Saas-Fee, Schweiz
  • Les 4 Vallées, Schweiz
  • Zermatt, Schweiz

Das bedeutet die Einteilung für deinen Skiurlaub

Siehst du in einem Wetterbericht, dass 30 Zentimeter Schnee für die Nordalpen erwartet werden? Prüfe dann zuerst, ob dein Skigebiet tatsächlich an der Nordseite liegt. Ein Ziel nah am Hauptkamm oder tief in einem inneralpinen Tal kann deutlich weniger oder gerade mehr erhalten.

Achte besonders auf diese vier Punkte:

  1. Die Windrichtung: Kommt die Luft aus Norden, Westen oder Süden?
  2. Die Schneegrenze: Fällt der Niederschlag im Tal als Schnee oder als Regen?
  3. Der Abstand zum Alpenhauptkamm: Liegt das Gebiet am Außenrand oder tief zwischen den Bergen?
  4. Lokale Bergketten: Ein kleinerer Bergkamm kann die Schneeverteilung stark beeinflussen.

Die erwarteten Schneemengen können sich bis kurz vor einer Niederschlagsperiode verschieben. In unseren aktuellen Wetterberichten für die Alpen verfolgen wir daher nicht nur die große Region, sondern auch die Schneegrenze, Windrichtung und Gebiete, die voraussichtlich am meisten profitieren.

Nord-, Süd- oder Westalpen: Was ist nun am wichtigsten?

Die Einteilung hilft dir, einen Alpenwetterbericht schneller zu verstehen, ist aber nie die ganze Geschichte. Die Westalpen sind eine geografische Region. Die Nord- und Südseite beschreiben vor allem die Position im Verhältnis zum Alpenhauptkamm und die Richtung, aus der Niederschlag herangeführt wird.

Schau daher immer weiter als nur auf das Wort Nordalpen oder Südalpen. Die Windrichtung, Temperatur, Schneegrenze, Höhe und lokale Lage bestimmen letztendlich, ob dein Skigebiet Neuschnee bekommt.

Häufig gestellte Fragen

Liegt ganz Österreich in den Nordalpen?

Nein. Viele beliebte österreichische Skigebiete liegen an der Nordseite, aber Kärnten und große Teile Osttirols liegen an der Südseite. Gebiete rund um den zentralen Hauptkamm werden oft als inneralpin betrachtet.

Liegen alle italienischen Skigebiete in den Südalpen?

Viele italienische Skigebiete liegen südlich des Alpenhauptkamms. Ziele im Piemont und im Aostatal liegen zudem geografisch in den Westalpen. Ein Gebiet kann also gleichzeitig zu den Westalpen und zur Südseite gehören.

Sind die Westalpen dasselbe wie die französischen Alpen?

Die französischen Alpen bilden den größten Teil der Westalpen, aber auch der Westen der Schweiz und Italiens gehört geografisch zu dieser Region.

Ist Zermatt ein Skigebiet in den West- oder Südalpen?

Beide Bezeichnungen können stimmen. Zermatt liegt geografisch in den Westalpen und an der südlichen Seite des wichtigsten Alpenkamms. In einem Wetterbericht ist die Richtung der Luftströmung daher wichtiger als ein festes Label.

Bekommen inneralpine Skigebiete immer Schnee?

Nein. Die umliegenden Bergketten können Niederschlag abhalten. Bei kräftigen Strömungen kann Schnee über den Kamm ziehen, aber die Mengen unterscheiden sich stark je nach Tal und Skigebiet.

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