Neue ORF-Dokumentation rollt das Mysterium um den Tod eines kanadischen Snowboarders am Stubaier Gletscher neu auf

Es bleibt einer der rätselhaftesten Fälle in den Alpen: der Tod des kanadischen Eishockeyspielers Duncan MacPherson am Stubaier Gletscher in Tirol. Im August 1989 verschwand der damals 23-jährige Sportler während eines Kurzurlaubs spurlos. Erst 14 Jahre später, im Jahr 2003, wurde seine Leiche zufällig mitten auf der Skipiste gefunden. Die offizielle Erklärung lautete damals, dass MacPherson in eine Gletscherspalte gestürzt sei. Doch seine Eltern, Lynda und Bob MacPherson, glauben bis heute, dass ihr Sohn Opfer eines Pistenraupenunfalls wurde, der anschließend vertuscht wurde.

In Kürze

  • Der Tod des kanadischen Snowboarders Duncan MacPherson (1989) am Stubaier Gletscher bleibt ungeklärt.
  • Eine neue ORF-Dokumentation untersucht den Fall erneut und weist auf mögliche Spuren eines Pistenraupenunfalls hin.
  • Die Dokumentation „Tod am Gletscher – Die Akte Duncan MacPherson“ ist nur in Österreich oder über ein VPN anzusehen.

Neue Dokumentation reißt alte Wunden auf

Der Fall ist dank der neuen ORF-Dokumentation „Tod am Gletscher – Die Akte Duncan MacPherson“, Teil der Serie True Stories, wieder in den Fokus gerückt. Die Dokumentation von Biljana Petrović feierte am 30. Oktober auf ORF 1 und ORF ON Premiere und ist grundsätzlich nur in Österreich oder über eine VPN-Verbindung zugänglich. Der Film begleitet den 35 Jahre andauernden Kampf der Eltern um Gerechtigkeit und versucht, mit neuen forensischen Analysen mehr Klarheit über die Todesursache zu gewinnen.

Beunruhigende Entdeckungen in neuer Analyse

In der Dokumentation kommt Radiologe Georg Pfarl vom Diagnosezentrum Wien-Hietzing zu Wort. Er untersuchte die 2003 vom Körper angefertigten CT-Scans erneut und entdeckte Verdrehungen und Brüche, die seiner Meinung nach „eindeutig auf Kontakt mit scharfen, schweren Metallteilen hinweisen“, Spuren, die „gut zu einem Pistenraupenunfall passen könnten“. Die österreichische Polizei beharrt darauf, dass der Fall abgeschlossen ist, und reagiert nicht mehr auf neue Fragen.

Vorwürfe der Vertuschung und Fahrlässigkeit

Die Eltern von MacPherson werfen den österreichischen Behörden und der Polizei grobe Fahrlässigkeit vor. Sie glauben, dass die Untersuchung damals bewusst schlecht durchgeführt wurde, um den Ruf des Tiroler Tourismussektors zu schützen. Ihr Verdacht: Duncan sei auf der Piste von einer Pistenraupe erfasst, anschließend in eine Gletscherspalte geschoben und danach mit Schnee bedeckt worden. Der Fall wurde nie gründlich neu aufgerollt, und eine Autopsie wurde nie durchgeführt, was bis heute Fragen aufwirft.

Gletscherbahnen bestreiten jede Beteiligung

Reinhard Klier, Direktor der Stubaier Gletscherbahnen, weist die Anschuldigungen entschieden zurück: „In Tirol ereignen sich jedes Jahr über hundert tödliche Bergunfälle. Das ist nichts, was jemand verbergen wollen würde.“ Dennoch bleibt der Fall Duncan MacPherson ein Makel für das Image der Region und eine offene Wunde für seine Familie.

Ein Kampf um die Wahrheit, der andauert

Mehr als drei Jahrzehnte später hoffen die Eltern, dass die Dokumentation den Druck auf die Behörden erneut erhöht. „Wir werden nicht ruhen, bis die Wahrheit ans Licht kommt“, sagt Lynda MacPherson in der Sendung. Ob der Fall jemals offiziell neu aufgerollt wird, bleibt jedoch ungewiss.

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