Am Kitzsteinhorn oberhalb von Kaprun sind derzeit drei Bagger an einer Stelle im Einsatz, an der früher eine dicke Schicht Gletschereis lag. Durch den Rückzug des Schmiedinger Kees kommt ein zerklüfteter Untergrund mit Felsen, Rinnen und losem Material zum Vorschein. Die Gletscherbahnen Kaprun lassen das Gelände daher einebnen, damit hier auch in Zukunft Skipisten angelegt werden können. Die Arbeiten sorgen gleichzeitig für Kritik aus der Politik.
Kurz zusammengefasst
- Drei Bagger planieren den freigelegten Felsboden am Kitzsteinhorn.
- Laut der Liftgesellschaft geht es um die Anpassung bestehender Pisten und nicht um eine Erweiterung.
- Die Grünen finden, dass neu freigewordene hochalpine Gelände geschützt werden müssen.
Gletscher macht Platz für zerklüfteten Felsboden
Die Arbeiten finden auf dem Gelände des Schmiedinger Kees statt, hoch über Kaprun. Wo früher dicke Schichten Gletschereis lagen, kommen durch das Schmelzen immer mehr kahle Felsen, tiefe Rinnen und große Mengen an Gletscherschutt zum Vorschein.
Dieser zerklüftete Untergrund macht es schwierig, hier im Winter eine gute und sichere Skipiste anzulegen. Deshalb wird Material abgetragen, verschoben und zerkleinert. Mit dem zerkleinerten Gestein werden die Rinnen im Gelände anschließend aufgefüllt.
Indem der Untergrund flacher gemacht wird, ist im Winter weniger Schnee nötig, um eine gleichmäßige Piste zu schaffen. Gleichzeitig sollen die Arbeiten sicherstellen, dass hier auch weiterhin Ski gefahren werden kann, wenn sich das Gletschereis weiter zurückzieht oder schließlich ganz verschwindet.
Keine Erweiterung des Skigebiets
Laut Thomas Maierhofer, Vorstand der Gletscherbahnen Kaprun, handelt es sich ausschließlich um eine technische Anpassung bestehender Pisten. Das Skigebiet wird durch die Arbeiten nicht erweitert.
Für die Arbeiten fand 2023 ein umfangreiches Genehmigungsverfahren statt. Eine separate Umweltverträglichkeitsprüfung war laut Berichterstattung des ORF nicht erforderlich. Die notwendigen Genehmigungen für das Verschieben und Verarbeiten des Felsmaterials wurden jedoch erteilt.
Kritik an Eingriff in hochalpine Landschaft
Die Arbeiten stoßen nicht überall auf Zustimmung. Die Grünen im Salzburger Landtag finden, dass die neu freigewordenen hochalpinen Gebiete besser geschützt werden müssen.
Laut Parteisprecherin Martina Berthold kann es nicht das Ziel sein, dass hinter jedem schmelzenden Gletscher sofort Bagger eingesetzt werden. Sie findet, dass die Gelände, die unter dem Eis zum Vorschein kommen, nicht automatisch für den Skiurlaub fit gemacht werden sollten.
Dem gegenüber steht das Interesse der Liftgesellschaft, die bestehenden Pisten und Verbindungen am Kitzsteinhorn zu erhalten. Aufgrund der sich schnell verändernden Landschaft sind dafür immer häufiger technische Anpassungen nötig.
Gletscherschmelze immer deutlicher sichtbar
Das Schmiedinger Kees ist in den letzten Jahren deutlich kleiner geworden. Auf Luftaufnahmen des Kitzsteinhorns sind mittlerweile viel mehr Felsflächen als Eis zu sehen. Nur weiter oben am Berg befinden sich noch Reste des einst viel größeren Gletschers.
Die Arbeiten zeigen damit deutlich, wie Skigebiete versuchen, sich an das Verschwinden des Gletschereises anzupassen. Wo Pisten früher auf einer dicken Eisschicht lagen, müssen sie in Zukunft immer häufiger auf bearbeitetem Felsboden angelegt werden.






