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Experten erklären: Wie Lindsey Vonn trotz Kreuzbandriss an der Olympischen Abfahrt teilnehmen kann

Die Ankündigung von Lindsey Vonn, trotz eines vollständig gerissenen vorderen Kreuzbandes (ACL) an der Olympischen Abfahrt in Cortina d’Ampezzo teilzunehmen, hält die Sportwelt in Atem. Doch wie kann eine Athletin mit einer so schweren Verletzung eines der anspruchsvollsten Rennen der Welt bestreiten? Medizinische Experten erklären, warum dies in Ausnahmefällen möglich ist.

Im Überblick:

  • Lindsey Vonn hat sich einen vollständigen Riss des vorderen Kreuzbandes (ACL) zugezogen, möchte aber trotz dieser schweren Verletzung an den Olympischen Abfahrten teilnehmen.
  • Experten erklären, warum einige Athleten, wie Vonn, trotz einer so schweren Verletzung Leistung erbringen können, dank starker Muskeln und der richtigen Kniestabilität.
  • Die Kombination dieser Faktoren ermöglicht es Vonn, das Knie für die extremen Anforderungen der Abfahrt ausreichend zu stabilisieren.

Starke Muskeln

Laut Dr. Alessandro Massé, Direktor der orthopädischen Abteilung des Krankenhauses „Città della Salute“ in Turin, stört ein Kreuzbandriss die gesamte Biomechanik des Knies. Spitzensportler wie Vonn können dies jedoch dank einer sehr starken umgebenden Beinmuskulatur kompensieren. In Vonns Fall ist ihre Muskelstruktur entscheidend. Ihre außergewöhnlichen Beinmuskeln, die über Jahre im Fitnessstudio aufgebaut wurden, geben ihr die nötige Stabilität, um das Knie bei den extremen Kräften des Skifahrens zu unterstützen. „Wenn jemand die Kraft hat, einen vollständig gerissenen Kreuzband zu kompensieren, dann ist es Lindsey Vonn“, heißt es in den Gängen der sportmedizinischen Welt.

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Der Einfluss der Muskelkraft auf die Leistung

Während Athleten in Sportarten wie Fußball oder Basketball bei einer ACL-Verletzung sofort aufhören müssen, ist das beim Skifahren anders. Das liegt daran, dass der Fokus bei der Abfahrt hauptsächlich auf Flexion und Extension (Beugen und Strecken) des Knies liegt, mit weniger Betonung auf abrupten Rotationen. Kniechirurg Dr. Thomas Schneider bestätigt dies: „In den technischen Disziplinen (wie Slalom) wäre ein Start ausgeschlossen. In der Abfahrt besteht jedoch eine Chance, da die Muskeln dort ständig angespannt sind und so helfen, das Knie zu stabilisieren.“ In Sportarten mit vielen Finten und Richtungswechseln ist das Kreuzband unerlässlich, um Rotationen abzufangen. In der Abfahrt kann die ’schützende Spannung‘ der Quadrizeps- und Oberschenkelmuskulatur das Knie sozusagen in die richtige Bahn zwingen.

Mentale Stärke und Risikomanagement

Die physischen Faktoren sind wichtig, aber auch die mentale Vorbereitung spielt eine entscheidende Rolle. Sportphysiotherapeut Tom Burri, der Spitzensportler betreut, sieht neben den physischen Hindernissen auch eine enorme mentale Herausforderung: „Es wird eine große Aufgabe sein, wirklich an die Grenzen zu gehen. Die Diagnose eines Kreuzbandrisses wird im Kopf des Athleten ständig präsent sein.“ Skifahren mit Höchstgeschwindigkeit, während man weiß, dass das Knie anfällig ist, erfordert eine nahezu unmögliche Konzentration. Burri erklärt, dass die kommenden Tage entscheidend sind: Der Fokus liegt darauf, die volle Beweglichkeit wiederherzustellen, indem die natürliche ’schützende Verkrampfung‘ der Muskeln vorsichtig gelöst wird, damit Vonn sich wieder frei bewegen kann.

Die Risiken: „bleibende Schäden“

Trotz Vonns physischer und mentaler Fähigkeiten bleibt die Entscheidung, zu starten, äußerst riskant. Die Wahrscheinlichkeit weiterer Schäden am Meniskus oder Knorpel ist erheblich. Tom Burri ist diesbezüglich ehrlich: „Objektiv gesehen ist das keine gute Idee. Die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Knieverletzung ist erheblich erhöht.“ Auch Ex-Champion Markus Wasmeier warnt vor den Langzeitfolgen: „Das kann zu bleibenden Schäden führen, die sie den Rest ihres Lebens verfolgen können.“

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