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Bergrettung in Salzburg: Rekordzahl an Todesopfern

Die Bergrettung in Salzburg hat das härteste Jahr ihrer Geschichte hinter sich. Im Jahr 2024 starben 55 Menschen bei Bergunfällen – so viele wie noch nie. Mit 782 Rettungseinsätzen und über 13.000 Einsatzstunden blicken die Retter auf ein außergewöhnlich arbeitsreiches und tragisches Jahr zurück. Der Anstieg der Unfälle, die hauptsächlich durch Ausrutschen, Stolpern und Übermüdung verursacht wurden, ist besorgniserregend. Und das nicht nur in schwierigem Gelände, sondern auch auf scheinbar sicheren Wanderwegen oder Skirouten.

Vom Bergsteigen zum Spielwiese

Laut dem neuen Landesleiter Thomas Hauer hat sich nicht nur die Zahl der Unfälle verändert, sondern auch das Profil der Bergsportler. „Waren früher gute und gut ausgerüstete Bergsteiger und Wanderer in den Bergen unterwegs, sind es jetzt zunehmend Menschen, die die Berge als Spielwiese sehen“. Diese Art von „Instagram-Tourismus“ erweist sich als gefährlich, sagt auch sein Vorgänger Balthasar Laireiter. „Ich nehme an, dass sich sehr viele Bergnutzer auf Social Media durch euphorische Darstellungen am Berg motivieren lassen. Wenn hier ein top Bergsteiger etwas postet, dann ist für diesen eine schwierige Tour vielleicht ein Klacks und für einen anderen ist sie aber nicht mehr machbar.“

Wachsender Druck und begrenzte Ressourcen

Die Salzburger Bergrettung hat 1.400 Freiwillige auf 43 Posten. Besonders in beliebten Wintersportgebieten steigt der Druck. Und obwohl es jedes Jahr einen Zustrom von jungen Interessierten gibt, werden nur erfahrene Bergsportler/innen zur Ausbildung zugelassen. Dennoch steht die Organisation weiterhin vor finanziellen und materiellen Herausforderungen. So müssen die Freiwilligen zum Beispiel für ihre eigene Bergsteigerausrüstung wie Skischuhe, Tourenski und Klettergurte selbst aufkommen. Nur die offizielle Kleidung wird erstattet.

Unbezahlte Rechnungen

Das jährliche Budget der Bergwacht beträgt rund 2,2 Millionen Euro. Davon stammen 750.000 Euro aus Zuschüssen des Landes Salzburg. Weitere Einnahmequellen sind Rechnungen für Rettungseinsätze (durchschnittlich 56 Euro pro Retter und Stunde), Versicherungsbeiträge von Spendern und Sponsorengelder. Dennoch bleiben viele Rechnungen unbezahlt, vor allem bei komplexen Suchaktionen oder wenn die Beteiligten gestorben sind.

Fürsorge für die Zukunft

Neben der operativen und finanziellen Belastung stellt auch der Klimawandel eine wachsende Herausforderung für die Bergrettung dar. Weniger stabile Schneeschichten, extreme Wetterbedingungen und eine Zunahme unerfahrener Touristen sorgen für mehr gefährliche Situationen. Also: Plane deine Reise sorgfältig, kenne deine Grenzen – und lass dich nicht von Vorlieben leiten.

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