Während die Wintersaison auf der Südhalbkugel inzwischen begonnen hat, kämpfen die australischen Skigebiete mit einem außergewöhnlichen Schneemangel. Bilder aus unter anderem Mt Buller zeigen, wie sich ein einziger schmaler Streifen Kunstschnee durch einen ansonsten grünen und braunen Berghang schlängelt. An vielen anderen Orten ist Skifahren derzeit sogar überhaupt nicht möglich. Laut verschiedenen australischen Medien und Schneeexperten gehört der Start des Winters 2026 zu den schlechtesten der letzten zehn Jahre.
Im Überblick:
- In weiten Teilen der australischen Alpen liegt Mitte Juni so gut wie kein Naturschnee.
- Nur eine Piste am Mt Buller ist derzeit dank Kunstschnee eingeschränkt geöffnet.
- Offiziell ist inzwischen von einem sich entwickelnden El Niño die Rede.
- Wetterexperten sprechen von einem der schwächsten Saisonstarts des letzten Jahrzehnts.
- Die Hoffnung ruht auf Schneefällen im Juli.
Nur eine Piste geöffnet
Mt Buller ist momentan das einzige australische Skigebiet, in dem eingeschränktes Skifahren möglich ist. Die Piste Bourke Street besteht komplett aus technisch erzeugtem Schnee. Die Schneeschicht beträgt dort etwa 30 bis 50 Zentimeter, aber abseits der Piste liegt kaum Schnee. Verschiedene andere Skigebiete nutzen Schnee aus speziellen Schneefabriken, um zumindest Rodelhänge oder Übungsgelände öffnen zu können. Normalerweise öffnen die australischen Skigebiete Anfang Juni während eines langen Feiertagswochenendes. Oft ist das Angebot dann noch begrenzt, aber die Situation verbessert sich im Laufe des Junis schnell. Dieses Szenario bleibt in diesem Jahr vorerst aus.
El Niño spielt eine wichtige Rolle
Eine wichtige Ursache ist die Entwicklung von El Niño. Das australische meteorologische Institut erklärte Mitte Juni offiziell, dass das Land erneut unter dem Einfluss dieses Wetterphänomens steht. El Niño sorgt oft für wärmere und trockenere Bedingungen in Ostaustralien, genau dort, wo die wichtigsten Skigebiete liegen.
Auch der australische Wetterdienst warnte bereits zuvor, dass die Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittlich warme Temperaturen in diesem Winter groß ist. Für Schneeliebhaber ist das eine ungünstige Kombination: Weniger Niederschlag und höhere Temperaturen sorgen dafür, dass Schnee schwerer fallen kann und schneller verschwindet.
Naturschnee fehlt fast vollständig
An der Messstation Spencers Creek, einer der wichtigsten Schneemessstellen Australiens in der Nähe des Mount Kosciuszko, wurde Mitte Juni sogar eine Schneehöhe von null Zentimetern gemessen. Damit erlebt Australien einen der schwächsten Saisonstarts seit 2016. Auch in Victoria liegen die Schneehöhen weit unter dem Durchschnitt für diese Jahreszeit. Die vergangenen Wochen waren zudem außergewöhnlich mild. In verschiedenen Skigebieten sank die Temperatur nachts kaum unter Null, wodurch auch die Produktion von Kunstschnee mühsam verlief.
Doch noch kein verlorener Winter
Trotz des schlechten Starts wollen australische Schneeexperten die Saison noch nicht abschreiben. Historische Beispiele zeigen, dass ein schneearmer Juni nicht automatisch zu einem schlechten Winter führt. Sowohl 2015 als auch 2017 begann die Saison ebenfalls sehr schwach, woraufhin später doch noch kräftige Schneefälle folgten und die Schneehöhen stark zunahmen. Für die kommenden Wochen werden zwar etwas kältere Bedingungen erwartet, wodurch die Schneekanonen wieder besser laufen können. Große Schneemassen stehen vorerst jedoch noch nicht auf den Wetterkarten.
