Die österreichische Bevölkerung steht dem Tourismus in ihrem eigenen Wohngebiet grundsätzlich positiv gegenüber. Das geht aus der ersten bundesweiten Messung der sogenannten „Tourismusakzeptanz“ von Statistik Austria hervor. Fast die Hälfte der Bevölkerung (45%) empfindet den Tourismus für den eigenen Wohnort als positiv, während nur 7% ihn als negativ beschreiben. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Regionen und Jahreszeiten.
Die meisten Menschen positiv, aber geteilte Meinungen
Die Umfrage unter Österreichern ab 15 Jahren zeigt, dass 45% die Auswirkungen des Tourismus auf ihr Lebensumfeld als (sehr) positiv wahrnehmen. Nur 7% halten die Auswirkungen für überwiegend negativ, während 47% neutral sind oder keine Meinung haben. Anhand dieser Zahlen errechnete Statistik Austria einen „Tourismus-Akzeptanz-Saldo“ von +38 Prozentpunkten. Das bedeutet, dass der Anteil der Menschen mit einer positiven Meinung viel höher ist als der Anteil der Menschen mit einer negativen Meinung.
Große regionale Unterschiede
Die Akzeptanzbilanz variiert je nach Bundesland. In Wien (+48), Kärnten (+43), der Steiermark (+41), Salzburg (+40) und Vorarlberg (+39) sind die Bewohner/innen überdurchschnittlich positiv. In Tirol (+36), Oberösterreich (+32) und Niederösterreich (+30) ist das Bild etwas weniger ausgeprägt positiv. Das Burgenland liegt genau beim Bundesdurchschnitt von +38.
Bedeutung des Tourismus anerkannt
Vier von zehn Österreichern halten den Tourismus für wichtig für die Wirtschaft, die Beschäftigung und die Freizeitgestaltung in ihrer Region. Für das ganze Land sind es sogar 73 %. Bei Menschen, die selbst finanziell oder beruflich vom Tourismus abhängig sind, ist die Wertschätzung für den Sektor deutlich höher.
Touristenzahlen überwiegend „angemessen
Auch die Zahl der Touristen wird allgemein als angemessen empfunden. Rund 65% der Bevölkerung sind der Meinung, dass es weder zu viele noch zu wenige Gäste gibt, sowohl auf lokaler als auch auf nationaler Ebene. Dennoch halten 15% der Befragten die Zahl der Touristen in ihrer Gemeinde für zu hoch, 6% empfinden sie als „zu viele“. Diese Empfindungen sind besonders stark in Salzburg (15%) und Wien (35% „eher viel“).
Saisonalität und Hotspots
In Gebirgsregionen wie Tirol und Vorarlberg wird der Tourismus im Winter am häufigsten als geschäftig wahrgenommen. Im Osten, z. B. in Niederösterreich und im Burgenland, wird dagegen der Sommer als Spitzenzeit genannt. In Wien ist die Hälfte der Einwohner/innen der Meinung, dass der Tourismus das ganze Jahr über (zu) stark frequentiert ist.
Fazit: allgemein positiv
Die Österreicherinnen und Österreicher bewerten die Rolle des Tourismus im Allgemeinen positiv, vor allem, wenn er wirtschaftliche Vorteile für die eigene Region bringt. Die regionalen Unterschiede zeigen jedoch, dass eine maßgeschneiderte Tourismuspolitik notwendig ist. Die Ergebnisse bieten wertvolle Erkenntnisse für Kommunalverwaltungen und Tourismusorganisationen, um die Unterstützung für den Tourismus zu erhalten und zu stärken.






