Nach einem außergewöhnlich winterlichen November hat sich das Wetterbild in den Alpen komplett gewandelt. Statt Pulverschnee und Frost steht diese Woche ein mildes, manchmal sogar regnerisches Intermezzo auf dem Programm. In Österreich hat dieses Wetterphänomen einen Namen: Weihnachtstau, die traditionelle milde Phase, die oft im Vorfeld von Weihnachten auftritt. Aber wie groß ist der Einfluss auf die Pisten? Und müssen sich Wintersportler mit Blick auf die Weihnachtsferien Sorgen machen?
Im Überblick
- Mildere Phase durch Weihnachtstau: bekanntes jährliches Phänomen.
- Regen bis ca. 1800 Meter möglich, aber keine großen Mengen.
- Dank dicker Schneebasis bleibt die Pistenqualität gut.
- Höher gelegene Pisten sind kaum betroffen; Talabfahrten werden vorübergehend weicher.
- Aussichten: ab Mitte nächster Woche wieder Chance auf Kälte und Schnee.
- Kein Grund zur Sorge für die Weihnachtsferien.
Was ist Weihnachtstau genau?
Weihnachtstau bezeichnet die wiederkehrende Periode milder Luft, die meist kurz vor oder während der Weihnachtsfeiertage in die Alpen strömt. Im Volksmund wird dies als ‚die eine Woche im Jahr‘ gesehen, in der es plötzlich viel zu warm wird. Meteorologisch gesehen wird dies durch eine südwestliche Strömung verursacht, die milde Luft vom Mittelmeer in Richtung der Alpen bringt. Das Phänomen ist also nicht neu; fast jedes Jahr taucht eine solche milde Phase um diese Zeit auf. Was dieses Jahr auffällt, ist, wie stark der Temperaturanstieg nach den kalten und schneereichen Novemberwochen ist.
Regen statt Schnee: Können die Pisten das verkraften?
Bis etwa 1800 Meter steigt die Nullgradgrenze regelmäßig, wodurch Niederschlag vielerorts vorübergehend in Regen übergehen kann. Das klingt dramatisch, aber die Auswirkungen sind regional unterschiedlich. Skigebiete mit offenen Verbindungen in niedriger Höhe können vorübergehend etwas weichere Pisten bekommen, vor allem in Talabfahrten und waldreichen Gebieten. Höher gelegene Gebiete bleiben größtenteils im Schnee. Dank des enormen Schneefalls der letzten Wochen gibt es eine solide Basis, in einigen Regionen sogar die beste Anfangsschicht seit dreißig Jahren. Diese dicke Unterschicht kann eine kurze Wärmeperiode gut verarbeiten. Was jedoch spürbar ist: Die Pisten sind morgens etwas härter und später am Tag etwas sulziger.
Kommt der Schnee zurück?
Ja, aber nicht sofort. Die mildere Luft hält noch ein paar Tage an und sorgt lokal erneut für Regen auf niedrigeren Pisten, auch wenn es nicht zu lang anhaltenden Regenfällen kommt. Das ist entscheidend: Ohne große Regengüsse bleibt die bestehende Schneedecke weitgehend intakt. Ab Mitte nächster Woche zeichnet sich ein Übergang zu kühlerem Wetter ab. In mehreren Modellen tauchen erneut Schneesignale auf, zuerst für die Westseite, später möglicherweise auch für Österreich und Südtirol. Das Muster bleibt wechselhaft, aber die Chance auf eine winterliche Erholung in Richtung der Weihnachtsferien ist realistisch.
Müssen sich Wintersportler Sorgen machen?
Im Moment absolut nicht. Die Kombination aus einer beeindruckenden Schneebasis, gut funktionierenden Schneekanonen und dem Ausbleiben großer Regenmengen sorgt dafür, dass die meisten Skigebiete ausgezeichnet in die Weihnachtszeit starten können. Selbst wenn es noch einige Tage mild bleibt, haben die Pisten genug Reserve. Außerdem ist Weihnachtstau keine dauerhafte Wetterveränderung, sondern eine kurzzeitige Phase, die jedes Jahr irgendwo auftaucht.
Was bedeutet das für Ihren Winterurlaub?
Wer diese Woche fährt, findet wahrscheinlich milde Bedingungen vor: gute Sicht mit viel Sonne, angenehme Temperaturen und hier und da etwas nassen Schnee oder Regen. Wer später im Dezember abreist, kann mit einem frischeren und winterlicheren Wetterbild rechnen, sobald die milde Luft kühleren Luftströmungen Platz macht. Die Chance, dass Weihnachten weißer wird, als Sie jetzt vielleicht denken, ist durchaus gegeben.
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