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US-Skigebiete dürfen ab sofort Drohnen zur Lawinenprävention einsetzen

US-Skigebiete und Straßenmeistereien erhalten ein neues Hilfsmittel zur Kontrolle der Lawinengefahr. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat die Genehmigung für den Einsatz von MONTIS erteilt, einem Drohnensystem, mit dem Lawinen aus der Ferne kontrolliert ausgelöst werden können. Dadurch müssen Mitarbeiter seltener selbst gefährliches Gelände betreten.

Kurz zusammengefasst

  • Die FAA hat die Genehmigung für die Lawinenbekämpfung mit dem MONTIS-Drohnensystem erteilt.
  • Die Drohne kann Sprengladungen zu instabilen Schneehängen transportieren.
  • Mitarbeiter können die Arbeiten von einem sichereren Standort aus durchführen.
  • Das System ersetzt bestehende Methoden nicht, sondern stellt eine Ergänzung dar.
  • MONTIS kann eingesetzt werden, wenn Hubschrauber aufgrund von schlechtem Wetter nicht fliegen können.
  • Das System wurde von Drone Amplified, Austin Powder und CIL Avalanche entwickelt.

Lawinen kontrolliert mit einer Drohne auslösen

Bei der Lawinenprävention werden instabile Schneeschichten bewusst in Bewegung gesetzt, bevor sie zu einer größeren und potenziell gefährlichen Lawine anwachsen. Hierfür nutzen Skigebiete und Straßenmeistereien unter anderem Sprengstoffe, stationäre Anlagen, Artillerie und Hubschrauber.

Mit dem MONTIS-System kann eine Drohne eine Ladung zu einer vorher festgelegten Stelle am Hang transportieren. Die Explosion soll anschließend eine kleine, kontrollierte Lawine auslösen. Die Bediener können die Drohne aus sicherer Entfernung steuern, wodurch die Mitarbeiter der Lawinengefahr weniger direkt ausgesetzt sind. Laut Entwickler verfügt das System zudem über die Möglichkeit, eine Ladung während des Fluges unschädlich zu machen, falls eine Mission abgebrochen werden muss.

FAA erteilt Genehmigung für den Einsatz

Der Einsatz von Drohnen mit Sprengladungen unterliegt strengen Regeln. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat nun die Genehmigung für den Einsatz des integrierten MONTIS-Systems erteilt. Das bedeutet nicht, dass jedes Skigebiet die Drohne ohne zusätzliche Auflagen sofort nutzen kann. Qualifizierte Organisationen erhalten jedoch einen klaren regulatorischen Rahmen, um das System legal in ihr Lawinenprogramm aufzunehmen. Die Zulassung ist nicht nur für Skigebiete relevant. Auch Behörden und Straßenmeistereien können die Technologie nutzen, um lawinengefährdete Bergstraßen und andere wichtige Infrastrukturen sicherer zu machen.

Weniger Risiko für Lawinenteams

Ein wichtiger Vorteil ist, dass die Mitarbeiter einen gefährlichen Hang nicht selbst betreten müssen. Bei der traditionellen Lawinenbekämpfung führen spezialisierte Teams Arbeiten teilweise aus Hubschraubern oder am Boden durch. Besonders bei schlechtem Wetter, starkem Wind oder eingeschränkter Sicht kann der Einsatz eines Hubschraubers schwierig oder zu gefährlich sein. Eine Drohne kann dann als Alternative oder zusätzliches Hilfsmittel eingesetzt werden. „Unsere Mission ist einfach: Robotik einsetzen, um die gefährlichsten Arbeiten sicherer zu machen“, sagt Carrick Detweiler, Direktor von Drone Amplified.

Ergänzung zu bestehenden Systemen

Die neue Technik wird Hubschrauber, stationäre Anlagen und erfahrene Lawinenteams nicht vollständig ersetzen. MONTIS wurde vor allem als Ergänzung zu den bestehenden Sicherheitsmaßnahmen entwickelt. So kann die Drohne eingesetzt werden, wenn eine stationäre Lawinenverbauung vorübergehend außer Betrieb ist. Zudem können Skigebiete Bereiche erreichen, in denen die Installation einer permanenten Anlage zu teuer oder technisch zu kompliziert wäre. Durch die Mobilität des Systems kann eine Drohne an verschiedenen Hängen eingesetzt werden. Damit kann sie laut Entwickler eine kostengünstigere Alternative zum Bau zusätzlicher stationärer Anlagen sein.

Bis zu zwei Ladungen pro Flug

Das MONTIS-System kann maximal etwa 4,5 Kilogramm Sprengstoff transportieren. Die Drohne kann eine größere oder zwei kleinere Ladungen mitnehmen. Je nach Beladung und Bedingungen beträgt die Flugzeit etwa 22 bis 30 Minuten. Die Drohne verfügt zudem über eine normale Kamera mit optischem Zoom und eine Wärmebildkamera. Dadurch kann das Team das Gelände aus der Luft betrachten und den gewählten Standort während des Einsatzes kontrollieren.

Technologie stammt aus der Brandbekämpfung

Drone Amplified nutzte für MONTIS eine Technik, die zuvor für das IGNIS-System entwickelt wurde. Dieses Drohnensystem wird bei der Bekämpfung von Waldbränden und kontrollierten Feuern eingesetzt.

Für die Lawinenanwendung arbeitete das Unternehmen mit dem Sprengstoffhersteller Austin Powder und dem Lawinenspezialisten CIL Avalanche zusammen. Die verwendete Zünd- und Sprengtechnik basiert auf Systemen, mit denen Sicherheitsdienste schon länger arbeiten. Auch das Verkehrsministerium von Alaska war an der Entwicklung und dem Genehmigungsprozess beteiligt.

Möglicherweise auch für Skigebiete außerhalb der USA interessant

Die FAA-Genehmigung gilt für die USA, aber die Entwicklung wird wahrscheinlich auch außerhalb des Landes verfolgt werden. Die Lawinenbekämpfung ist in vielen Wintersportgebieten eine kostspielige und riskante Aufgabe.

Drohnen werden schon länger zur Beobachtung von Schneehängen und zur Suche nach Lawinenopfern eingesetzt. Mit MONTIS erhalten sie in den USA nun auch eine offizielle Rolle beim kontrollierten Auslösen von Lawinen. Die kommenden Winter werden zeigen, wie oft US-Skigebiete und Straßenmeistereien das neue System tatsächlich einsetzen werden.

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