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8000 m² Wald in beliebter Berg- und Wintersportregion Wilder Kaiser verbrannt

Bei Scheffau am Wilden Kaiser – einem der Skidörfer der SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental – wütet seit Dienstagnachmittag ein Waldbrand in schwer zugänglichem und felsigem Gelände. Inzwischen sind etwa 8000 m² Wald betroffen. Das Feuer weitete sich über Nacht nicht weiter aus, aber Feuerwehrleute suchen heute immer noch nach glimmenden Brandherden im Boden.

Kurz zusammengefasst

  • Der Waldbrand entstand Dienstagnachmittag bei Scheffau am Wilden Kaiser.
  • Etwa 8000 m² Wald sind vom Feuer betroffen.
  • Das Feuer hat sich während der Nacht nicht weiter ausgebreitet.
  • Dienstag waren circa 160 Feuerwehrleute und Soldaten im Einsatz.
  • Hubschrauber warfen etwa 100.000 Liter Löschwasser ab.
  • Mittwoch suchen maximal 60 Einsatzkräfte weiter nach unterirdischen Brandherden.
  • Niemand wurde verletzt und die Brandursache ist noch unbekannt.

Brand im schwer erreichbaren Gaisbachtal

Der Brand brach Dienstag kurz vor 15:00 Uhr im Gaisbachtal bei Scheffau am Wilden Kaiser im Tiroler Bezirk Kufstein aus. Es handelt sich um sehr steiles, felsiges und schwer zugängliches Gelände. Feuerwehrwagen können den Einsatzort nicht erreichen. Dadurch waren die Rettungskräfte zunächst vollständig auf Löschhubschrauber angewiesen. Später am Tag konnten auch Bodenteams in das Gebiet gebracht werden.

Da die Feuerwehrleute in unübersichtlichem Berggelände arbeiten mussten, wurden auch die Bergrettungsdienste von Scheffau und Kufstein eingesetzt. Sie unterstützten und sicherten die Teams, die direkt am Feuer im Einsatz waren.

Fläche größer als zuerst gemeldet

In den ersten Berichten ging man von etwa 1000 m² betroffenem Wald aus. Dienstagabend sprach die Feuerwehr bereits von circa 4500 m². Aus der neuesten Einschätzung der Polizei geht hervor, dass letztendlich etwa 8000 m² Wald vom Feuer betroffen sind.

Gegen 18:00 Uhr konnte die Ausbreitung des Brandes vorläufig gestoppt werden. Die Löscharbeiten dauerten danach bis etwa 21:20 Uhr an. Während der Nacht blieb eine Brandwache vor Ort, um sofort eingreifen zu können, falls das Feuer erneut aufflammen sollte. Mittwochmorgen zeigte ein erster Drohnenflug, dass sich der Brand im Laufe der Nacht nicht weiter ausgebreitet hatte.

Etwa 100.000 Liter Wasser aus der Luft

Dienstag waren etwa 160 Feuerwehrleute aus Scheffau und umliegenden Orten am Einsatz beteiligt. Ein wichtiger Teil der Arbeit bestand darin, Löschwasser heranzuschaffen. Das Wasser wurde aus der Umgebung des Hintersteiner Sees zur Kafma Alm gebracht. Dort konnten die Hubschrauber ihren Wasservorrat auffüllen, bevor sie zum Brandherd flogen.

Insgesamt wurden am Dienstag etwa 100.000 Liter Wasser über dem betroffenen Gebiet abgeworfen. Ohne den Einsatz von Hubschraubern wäre es laut Feuerwehr nicht möglich gewesen, den Brand in diesem schwer zugänglichen Gelände unter Kontrolle zu bringen.

Brandherde sitzen noch im Boden

Mittwoch liegt der Schwerpunkt vor allem auf dem Aufspüren und Löschen der letzten glimmenden Stellen. Diese Brandherde können sich unter der Erde befinden und sind dadurch von der Oberfläche aus schwer sichtbar. Die Feuerwehrleute müssen Teile des Bodens öffnen, um glimmendes Material zu finden und vollständig abzukühlen. Ein Drohnenteam unterstützt den Einsatz, indem es warme Stellen im Gelände aufspürt.

Ab 07:00 Uhr wurden erneut zwei Löschhubschrauber eingesetzt. Am Boden waren maximal 60 Einsatzkräfte aktiv, unter anderem von den Feuerwehren Scheffau, Söll und Ellmau. Laut Feuerwehrkommandant Alexander Schulz ist die Situation inzwischen übersichtlich. Er erwartete Mittwochmorgen, dass die restlichen Arbeiten möglicherweise innerhalb weniger Stunden abgeschlossen werden könnten.

Keine Verletzten oder Schäden an Gebäuden gemeldet

Bei dem Brand wurde niemand verletzt. Auch gibt es keine Meldungen über beschädigte Wohnhäuser oder andere Gebäude. Über Schäden an Liften, Bergrestaurants, Wanderwegen oder anderen touristischen Einrichtungen wurde in den verfügbaren Informationen nichts gemeldet. Der Brand befindet sich in abgelegenem und schwer zugänglichem Wald- und Felsgelände. Das Gebiet um den Brandherd bleibt selbstverständlich unzugänglich, solange die Einsatzkräfte dort arbeiten.

Ursache noch unklar

Es ist noch nicht bekannt, wodurch der Waldbrand entstanden ist. Die Polizei und Feuerwehr halten sich mehrere Möglichkeiten offen. Laut Feuerwehr könnte ein Blitzeinschlag die Ursache gewesen sein. Menschliches Handeln wird jedoch ebenfalls nicht ausgeschlossen. Weitere Untersuchungen sollen klären, wie das Feuer am Dienstagnachmittag entstehen konnte.

Erneut ein Waldbrand in Tirol

Der Brand bei Scheffau folgt auf mehrere Naturbrände in Tirol. Anfang dieses Monats waren Feuerwehrleute und Hubschrauber tagelang mit einem Brand bei Wildermieming beschäftigt. Auch in Breitenbach und Virgen fanden kürzlich große Löscheinsätze statt.

Der Boden in Tirol ist bereits trocken und die erwartete Hitze kann diese Trockenheit weiter verstärken. Dadurch bleibt das Risiko für neue Wald- und Naturbrände in der kommenden Zeit erhöht. Obwohl der Brand am Wilden Kaiser sich nicht weiter auszubreiten scheint, bleibt eine vollständige Kontrolle notwendig. Unterirdische Brandherde können bei Wind oder steigenden Temperaturen erneut aufflammen.

Lies mehr: Größter Waldbrand seit 50 Jahren in den Hautes-Alpes: 510 Hektar bei L’Argentière-la-Bessée

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