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Größter Waldbrand seit 50 Jahren in den Hautes-Alpes: 510 Hektar bei L’Argentière-la-Bessée

Im Norden der französischen Hautes-Alpes, zwischen L’Argentière-la-Bessée und Freissinières, wütet der größte Waldbrand, den das Departement seit mindestens fünfzig Jahren erlebt hat. Nach Angaben des Departements sind inzwischen rund 510 Hektar abgebrannt. Das Feuer hat sich seit mehr als 24 Stunden nicht weiter ausgebreitet, aber die Feuerwehr bleibt massiv vor Ort und die Evakuierungen bleiben in Kraft.

Kurz zusammengefasst

  • Der Brand wütet zwischen L’Argentière-la-Bessée und Freissinières, in der Nähe des Écrins-Gebiets in den südlichen französischen Alpen.
  • Es sind etwa 510 Hektar abgebrannt, der größte Brand in den Hautes-Alpes seit mindestens 50 Jahren.
  • Seit mehr als 24 Stunden hat sich das Feuer nicht weiter ausgebreitet (Stand Sonntag, 26. Juli 2026, 17:30 Uhr).
  • 136 Feuerwehrleute und Soldaten, 46 Fahrzeuge und drei Löschhubschrauber sind im Einsatz, dazu eine Erkundungsdrohne.
  • Keine zivilen Opfer und keine beschädigten Häuser; allerdings wurde ein fünfter Feuerwehrmann leicht verletzt.
  • Die Evakuierungen bleiben in Kraft, solange noch Brandherde aktiv sind.

Sechster Platz in den Südalpen

Mit 510 Hektar reiht sich der Brand bei den Écrins in die Liste der schwersten Waldbrände in den südlichen französischen Alpen ein. Laut der nationalen Datenbank für Waldbrände (BDIFF, die solche Brände seit 1973 registriert) belegt der Brand damit den sechsten Platz, knapp hinter Esparron-de-Verdon im Juli 2003 (648 Hektar) und Pierrevert im Juli 2002 (617 Hektar).

Die drei schwersten Brände ereigneten sich alle im Departement Alpes-de-Haute-Provence: Esparron-de-Verdon im August 2005 (2013 Hektar), Saint-André-les-Alpes im Juli 1982 (1950 Hektar) und Rougon bei Castellane im Juli 2022 (844 Hektar).

Beispiellos für die Hautes-Alpes

Für das Departement Hautes-Alpes selbst ist ein Brand dieses Ausmaßes beispiellos. „Dies ist der größte Brand, den die Hautes-Alpes je erlebt haben. Es ist leider die größte Fläche der letzten fünfzig Jahre“, sagte Oberst Jean-Yves Brobecker, stellvertretender Direktor der departementalen Feuerwehr, am Sonntag, den 26. Juli.

Zum Vergleich: Frühere Großbrände im Departement blieben weit unter dieser Größe, wie etwa Remollon im August 1974 (274 Hektar) und der Brand im Bois de France bei L’Argentière-la-Bessée im Juli 2003 (245 Hektar). Selbst jüngere Brände, wie der bei Chanousse im Jahr 2023 (134 Hektar), schaffen es nicht in die Top 20.

Feuer seit mehr als 24 Stunden nicht weiter ausgebreitet

Im Lagebericht vom Sonntag, den 26. Juli um 17:30 Uhr meldete das Departement, dass der Brand zwar noch aktiv ist, sich aber seit mehr als 24 Stunden nicht weiter ausgebreitet hat. Dies ist der Arbeit der Teams am Boden und dem Einsatz von drei Löschhubschraubern zu verdanken. Die verbrannte Fläche wird weiterhin auf 510 Hektar geschätzt.

Die Arbeit konzentriert sich nun auf die Bekämpfung der zahlreichen Brandherde, um ein erneutes Aufflammen des Feuers zu verhindern. Insgesamt sind 136 Feuerwehrleute und Soldaten im Einsatz, unterstützt von 46 Fahrzeugen. Die drei Löschhubschrauber arbeiten in den am schwersten zugänglichen Zonen, während eine Erkundungsdrohne eingesetzt wird, um aufflammende Herde präzise zu lokalisieren.

Keine zivilen Opfer, aber verletzte Feuerwehrleute

Es gibt keine zivilen Opfer und es wurden keine Häuser beschädigt. Allerdings wurde ein fünfter Feuerwehrmann während der Arbeiten leicht verletzt. Die Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung bleiben in Kraft, einschließlich der zuvor angeordneten Evakuierungen.

Was noch ungewiss ist

Die angegebene Fläche von 510 Hektar ist noch eine Schätzung. Laut Feuerwehr gibt es manchmal Unterschiede zwischen der geschätzten und der tatsächlich verbrannten Fläche, sodass diese Zahl noch korrigiert werden kann. Die BDIFF nimmt zudem Brände des laufenden Jahres noch nicht in ihre Übersicht auf.

Welche Skigebiete liegen in der Nähe des Brandes?

Der Brand wütet mitten im Pays des Écrins, wo sich die Skigebiete Puy-Saint-Vincent und Pelvoux-Vallouise befinden. Auch Freissinières selbst verfügt im Winter über ein Langlaufgebiet. Soweit aus den offiziellen Updates hervorgeht, wurden keine Lifte, Pisten oder andere Wintersportanlagen beschädigt. Puy-Saint-Vincent hält den Sommerbetrieb mit der Télécombi des Prés und dem Sessellift Crête des Bans vorerst aufrecht, warnt Besucher jedoch vor gesperrten Zufahrtswegen und Routen.

Die direkten Folgen konzentrieren sich auf den Bereich Bois Noir und Freissinières: Die D138A ist gesperrt, verschiedene Wander-, Trail- und Mountainbikestrecken sind Sperrgebiet und auch der Freizeitsee bei L’Argentière-la-Bessée ist geschlossen. In mehreren Teilen des Pays des Écrins ist zudem Rauch sichtbar. Viele andere Gebiete und Aktivitäten bleiben erreichbar, aber Besuchern von Puy-Saint-Vincent, Pelvoux-Vallouise und Freissinières wird empfohlen, vor der Abreise die aktuellen Zugangsinformationen zu prüfen.

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