© Kees Diamant

Tief im Berg bei Österreichs höchstem Skidorf entsteht eine riesige „Wasserbatterie“

In Kühtai, dem höchstgelegenen Skidorf Österreichs, baut das Energieunternehmen TIWAG ein großes Pumpspeicherkraftwerk. Die Anlage liegt 174 Meter unter der Erde und fungiert als „Wasserbatterie“, die Strom speichern und wieder ins Netz einspeisen kann. Für Skiurlauber bleibt das Gebiet oberirdisch fast unverändert: Bis auf zwei Tunnelportale ist das Kraftwerk nicht zu sehen.

Kurz zusammengefasst

  • TIWAG baut das Pumpspeicherkraftwerk Kühtai 2 im Tiroler Skidorf Kühtai.
  • In den Stubaier Alpen entsteht auf 2.350 Metern Höhe ein neues Reservoir.
  • Das Kraftwerk liegt 174 Meter unter der Erde und ist im Landschaftsbild weitgehend unsichtbar.
  • Die Anlage liefert 130 Megawatt im Turbinenbetrieb und 140 Megawatt im Pumpbetrieb.
  • Der natürliche Wasserzufluss soll jährlich rund 260 GWh Strom liefern.
  • Die Ausführung des Entwurfs ist auf einen Zeitraum von 66 Monaten veranschlagt.

Eine Wasserbatterie zwischen zwei Reservoirs

Das Kraftwerk Kühtai 2 arbeitet nach dem Prinzip der Pumpspeicherung: Bei einem Stromüberschuss wird Wasser in ein hochgelegenes Reservoir gepumpt, um es bei Nachfragespitzen wieder über Turbinen nach unten fließen zu lassen und so Elektrizität zu erzeugen. Laut dem Ingenieurbüro AFRY, das die Ausführungsplanung begleitet, macht Pumpspeicherung weltweit über 94 % der gesamten Energiespeicherkapazität aus.

Das Wasser wird zwischen den Speichern Finstertal und Kühtai hin- und hergeschoben. Zwei Maschinensätze können bis zu 90 Kubikmeter Wasser pro Sekunde bewegen, was 130 Megawatt im Turbinenbetrieb und 140 Megawatt im Pumpbetrieb entspricht.

Ein Kraftwerk 174 Meter unter der Erde

Um die Berglandschaft zu schonen, liegt die gesamte Maschinenhalle 174 Meter unter der Erde in einem speziell ausgehobenen unterirdischen Raum. Oberirdisch ist die Anlage bis auf zwei unauffällige Tunnelportale nicht sichtbar.

Zusätzlich wird ein 25 Kilometer langes unterirdisches Leitungssystem angelegt, das natürlich abfließendes Wasser aus einem Gebiet von 68 Quadratkilometern im hinteren Stubai-, Sulz- und Winnebachtal auffängt. Allein dieser natürliche Wasserzufluss liefert laut TIWAG jährlich rund 260 GWh Strom.

Was merken Skiurlauber davon?

Oberirdisch ändert sich für Skifahrer und Snowboarder wenig. Kühtai verfügt über rund 50 Pistenkilometer mit Liften bis auf 2.520 Meter Höhe. Wer hier Ski fährt, merkt nichts von den Wasserströmen, die sich tief unter der Piste bewegen. Das Skidorf liegt auf über 2.000 Metern Höhe, etwa 35 Kilometer von Innsbruck entfernt. Hier wird bereits seit 1909 Ski gefahren; die Wurzeln des Ortes reichen bis zu einer Jagdhütte aus der Zeit von Kaiser Maximilian im 15. Jahrhundert zurück.

Ausblick

Die Ausführungsplanung des Projekts ist auf einen Zeitraum von 66 Monaten veranschlagt. Ein konkretes Eröffnungsdatum des Kraftwerks wird in den verfügbaren Informationen nicht genannt.

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