Ein Skigebiet, das bald einen Großteil seines eigenen Stroms erzeugt… Im österreichischen Kühtai hat der Bau von „Kühtai Solar“ begonnen, einem der höchstgelegenen Solarenergieprojekte in den Alpen. Das neue Solarkraftwerk soll ab dem kommenden Winter nachhaltigen Strom für das Skigebiet liefern, genau in der Zeit, in der der Energiebedarf am höchsten ist.
Im Überblick:
- Bau des alpinen Solarkraftwerks in Kühtai offiziell gestartet.
- Die Anlage entsteht auf rund 2350 Metern Höhe.
- Jahresertrag von etwa 2,9 GWh Strom.
- Genug Strom für etwa 850 Haushalte.
- Gerade im Winter liefert die Anlage relativ viel Energie.
Solarmodule mitten im Skigebiet
Die Solarmodule werden im Gebiet Schwarzmoos oberhalb des Kaisersee-Stausees errichtet. Insgesamt werden 3280 Paneele auf 820 Trägerkonstruktionen installiert. Anstelle von Betonfundamenten werden Stahlpfähle bis zu 2,5 Meter tief in den Boden gebohrt. Damit bleibt die Auswirkung auf den Untergrund laut den Initiatoren begrenzt. Der Bau soll Ende November abgeschlossen sein, damit die Anlage noch vor der Wintersaison 2026/2027 fertig ist.
Warum gerade in großer Höhe?
Während Solarmodule im Tal vor allem im Sommer viel Strom produzieren, sieht das in den Bergen anders aus. Dank der vielen Sonnenstunden, der Reflexion durch den Schnee und der kalten Temperaturen sind die Bedingungen in der Höhe gerade im Winter günstig für die Erzeugung von Solarenergie.
Laut den Bergbahnen Kühtai liefert die Anlage dadurch einen relativ großen Teil der jährlichen Stromproduktion in den Wintermonaten. Das ist genau der Zeitpunkt, an dem Skigebiete viel Strom für Skilifte, Gebäude und die Schneeproduktion benötigen.
Nachhaltige Energie für das Skigebiet
Mit einem erwarteten Jahresertrag von etwa 2,9 Gigawattstunden kann die Anlage theoretisch rund 850 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen. Für Kühtai bedeutet das Projekt vor allem, dass ein größerer Teil der benötigten Energie lokal erzeugt wird. Dabei wird die bestehende Infrastruktur innerhalb des Skigebiets genutzt, sodass keine zusätzlichen Straßen oder großen neuen Einrichtungen erforderlich sind.
Auch der Bau soll so nachhaltig wie möglich ablaufen
Nicht nur die fertige Anlage ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Auch während des Baus wird versucht, die Auswirkungen auf die Umgebung zu begrenzen. So wird unter anderem mit einem batterieelektrischen Bagger gearbeitet, bestehende Zufahrtswege bleiben in Betrieb und die Logistik auf der Baustelle ist so effizient wie möglich gestaltet.
Laut den Bergbahnen Kühtai zeigt das Projekt, dass Skiurlaub und nachhaltige Energie immer häufiger Hand in Hand gehen. Durch die Stromerzeugung direkt dort, wo er verbraucht wird, möchte das Skigebiet unabhängiger von externen Energiequellen werden und gleichzeitig zur Energiewende in den Alpen beitragen.
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