So wird ein Pistenplan erstellt

Einfach mal schnell ein paar blaue, rote und schwarze Linien auf einen Berg zeichnen? So einfach entsteht ein Pistenplan also nicht. Für den neuen Pistenplan von Coronet Peak in Neuseeland wurde zuerst ein großes Landschaftsgemälde angefertigt. Allein das Malen dauerte mehr als 70 Stunden. Erst danach wurden die Pisten, Lifte und Namen digital hinzugefügt.

Im Überblick:

  • Der Pistenplan von Coronet Peak begann als handgemaltes Bergpanorama.
  • Fotos des Skigebiets dienten als Basis für das Gemälde.
  • Die Künstlerin Nicki arbeitete mehr als 70 Stunden am Hintergrund.
  • Pisten, Lifte, Namen und Symbole wurden später digital hinzugefügt.
  • Diese Kombination aus Malerei und digitaler Gestaltung ist eine klassische Methode. Nicht alle modernen Pistenpläne werden heute noch auf diese Weise erstellt.

Zuerst wird der komplette Berg gemalt

In dem Instagram Reel ist zu sehen, wie der neue Pistenplan von Coronet Peak Schritt für Schritt entsteht. Die Künstlerin Nicki beginnt nicht mit farbigen Pistenmarkierungen, sondern mit einer leeren Leinwand und Fotos der neuseeländischen Berglandschaft.

Auf Basis dieser Bilder malt sie zuerst die Berge, Täler, Hänge und Gipfel rund um das Skigebiet. Der gewählte Blickwinkel soll dafür sorgen, dass die wichtigsten Teile von Coronet Peak später gleichzeitig sichtbar sind. Die Vorbereitung der Karte begann bereits im November 2024, Monate bevor die Malerarbeiten tatsächlich starteten. Die Karte ist damit zuerst ein Kunstwerk und erst später ein praktisches Hilfsmittel für den Skiurlaub.

Mehr als 70 Stunden Malarbeit

Das fertige Gemälde ist etwas mehr als einen Meter breit und etwa 65 Zentimeter hoch. Nicki arbeitete insgesamt mehr als 70 Stunden daran. In den beschleunigten Instagram-Bildern scheint der Prozess vielleicht schnell zu gehen, aber jeder Gebirgskamm, Schatten und Übergang in der Landschaft wird einzeln aufgebaut.

Nicki ist in der neuseeländischen Skiurlaubswelt keine Unbekannte. Sie arbeitet bei Coronet Peak und hat auch handgemalte Pistenpläne für das Sommerangebot von Coronet Peak, The Remarkables und Mt Hutt erstellt.

Pisten und Lifte werden digital hinzugefügt

Auffallend ist, dass die Pisten selbst nicht direkt auf das Gemälde gesetzt werden. Wenn das Bergpanorama ganz fertig ist, wird das Kunstwerk digitalisiert.

Anschließend werden am Computer die blauen, roten und schwarzen Pisten eingezeichnet. Auch Lifte, Gebäude, Namen und andere Orientierungspunkte werden in dieser Phase hinzugefügt. Dadurch bleiben die praktischen Daten von dem gemalten Hintergrund getrennt.

Das hat einen wichtigen Vorteil. Wenn ein Lift ersetzt wird, eine Piste einen anderen Namen bekommt oder das Skigebiet erweitert wird, kann die digitale Ebene leichter angepasst werden. Die komplette Berglandschaft muss dann nicht neu gemalt werden.

Passiert das bei jedem Pistenplan?

Nein, nicht jeder Pistenplan wird zuerst von Hand gemalt. Die Arbeitsweise von Coronet Peak ist jedoch eine bekannte und traditionelle Methode in der Welt des Skiurlaubs.

Ein ähnlicher Prozess wurde für den Pistenplan des kanadischen Sun Peaks verwendet. Dort wurden aus einem Hubschrauber hunderte Fotos gemacht. Auf dieser Basis erstellte der Pistenplan-Künstler James Niehues zuerst eine Skizze und anschließend ein Gemälde. Das Malen dauerte etwa drei Wochen. Ein Grafikdesigner arbeitete danach noch über fünfzehn Stunden an der digitalen Ergänzung von Pisten, Namen und Einrichtungen.

Niehues erstellte im Laufe seiner Karriere hunderte handgemalte Berg- und Pistenpläne. Seine Arbeit zeigt, dass diese Form der Kartenerstellung seit Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil der Skikultur ist.

Pistenpläne werden auch vollständig digital erstellt

Heutzutage werden viele Pistenpläne teilweise oder vollständig digital aufgebaut. Designer können dafür unter anderem Satellitenbilder, Luftaufnahmen, GPS-Daten, Höhenkarten und geografische Datenbanken nutzen.

Digitale Karten können zudem interaktiv gestaltet werden. Wintersportler können dann hineinzoomen, ihre eigene Position sehen oder aktuelle Informationen über Pisten und Lifte abrufen. Mapbox beschreibt zum Beispiel, wie Skikarten mit Daten aus OpenStreetMap aufgebaut werden können, während die App Slopes GPS-Messungen nutzt, um digitale Pistenpläne genauer zu machen.

Es gibt also nicht den einen festen Weg, um einen Pistenplan zu erstellen. Einige Skigebiete entscheiden sich für eine vollständig digitale Karte, andere für ein Gemälde und wieder andere kombinieren beide Techniken.

Warum zuerst ein Gemälde anfertigen?

Ein handgemalter Pistenplan gibt dem Ersteller mehr Freiheit, ein komplettes Skigebiet übersichtlich in einem Bild zu erfassen. Eine Bergkette kann aus einer sorgfältig gewählten Perspektive dargestellt werden, sodass Pisten auf verschiedenen Seiten des Berges dennoch erkennbar bleiben.

Bei Sun Peaks erwies sich das beispielsweise als große Herausforderung: Mehrere Berge und Pisten mussten aus einem Blickwinkel sichtbar sein. Das Gemälde wurde daher speziell zusammengestellt, um Wintersportlern bei der Orientierung im Gebiet zu helfen.

Gleichzeitig verleiht der gemalte Hintergrund einem Pistenplan eine erkennbare und stimmungsvolle Ausstrahlung. Das Endergebnis ist dadurch nicht nur ein Navigationsmittel, sondern auch eine Abbildung, die den Charakter des Skigebiets zeigt.

Vom Kunstwerk zum Pistenplan

Das Reel aus Neuseeland zeigt vor allem, wie viel Arbeit hinter einer Karte steckt, auf die man beim Skifahren oft nur wenige Sekunden schaut.

Bevor die erste blaue oder rote Piste eingezeichnet wird, sind Monate der Vorbereitung und dutzende Stunden Malarbeit nötig. Erst wenn die Berge ganz fertig sind, verwandelt sich das Gemälde mit digitalen Linien, Namen und Symbolen in den Pistenplan, den Wintersportler am Berg benutzen.

Lies mehr: Dieser Österreicher zeichnete hunderte Pistenpläne

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