Was für die Polizei als dreister Diebstahl im Zillertal begann, hat sich zu einer umfangreichen Strafakte ausgeweitet. Ein 18-jähriger deutscher Skifahrer, der bereits Anfang März festgenommen worden war, ist am vergangenen Mittwoch an der Liftstation in Scheffau erneut in die Falle getappt. Ermittlungen ergaben, dass er aus dem Stehlen und dem Online-Weiterverkauf teurer Skier ein regelrechtes „Business“ gemacht hatte.
Viele hochwertige Skier online angeboten
Die Ermittlungen gegen den 18-jährigen Tatverdächtigen aus München nahmen Fahrt auf, nachdem die Polizei entdeckte, dass zwischen Anfang Februar und Mitte März 2026 auffallend viele hochwertige Skier auf einer Online-Verkaufsplattform angeboten wurden. Mehrere dieser Anzeigen konnten direkt mit Diebstählen in den Bezirken Schwaz und Kitzbühel in Verbindung gebracht werden.
Erneut auf frischer Tat in Scheffau ertappt
Obwohl der Teenager bereits Anfang März festgenommen worden war, hielt ihn das nicht davon ab, erneut loszuziehen. Am Mittwoch, den 25. März, wurde er von der Polizei an der Talstation der Bergbahn in Scheffau angetroffen. Er hatte zu diesem Zeitpunkt wieder ein Paar Skier bei sich, die sich nach einer Überprüfung als gestohlen gemeldet herausstellten.
Ein lukrativer, illegaler Handel
Während der Vernehmungen legte der junge Mann ein umfassendes Geständnis ab. Die Zahlen hinter seinen Taten sind schockierend:
- Anzahl der Diebstähle: Er steht im Verdacht, mindestens 38 Diebstähle begangen zu haben (zusätzlich zu den 8 Paaren, wegen derer er bereits zuvor im Visier stand).
- Verkauf: Er soll bereits 18 Paare über das Internet verkauft haben.
- Beute: Der Verkauf brachte ihm einen Betrag im niedrigen fünfstelligen Bereich ein (mindestens 10.000,- €).
- Bestand: Die restlichen 12 Paare befanden sich nach eigenen Angaben noch in seinem Besitz.
Rückblick: Spektakuläre Blockade im Zillertal
Der Fall kam erstmals am 1. März 2026 in die Schlagzeilen. Damals schlug der junge Mann zusammen mit einem Gleichaltrigen im Skigebiet Hochzillertal zu. Dank eines entscheidenden Zeugenhinweises konnten die beiden damals an der Talstation gestellt werden.
Es kam damals fast zu einer filmreifen Flucht: Mehrere Zeugen verhinderten die Weiterfahrt der Verdächtigen, indem sie sich physisch vor das Fluchtauto stellten. Im Fahrzeug wurden damals acht Paar Skier, überwiegend der Marken Stöckli und Atomic, im Gesamtwert eines niedrigen fünfstelligen Eurobetrages sichergestellt.
Lies auch: Zeugen stellen sich vor Auto und stoppen mutmaßliche Skidiebe im Zillertal
Wie geht es jetzt weiter für den Skidieb?
Obwohl der 18-Jährige alles gestanden hat, wurde er nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Innsbruck bis zu seinem Prozess auf freiem Fuß belassen. Er wird sich wegen gewerbsmäßigen Diebstahls und Hehlerei verantworten müssen.






