Skipass für 0 €: In diesem französischen Skigebiet zahlst du diesen Winter gar nichts

Es ist eine Nachricht, die man in der Wintersportwelt nicht oft liest: Ein Skigebiet, das beschließt, die Skipässe komplett kostenlos abzugeben. In Saint-Colomban-des-Villards (Teil von Les Sybelles) ist dies seit dieser Woche Realität. Doch hinter diesem großzügigen Angebot steckt ein schmerzhaftes finanzielles Drama und ein heftiger politischer Kampf. „Nur ein Wunder kann uns noch retten“, so der Bürgermeister.

Skigebiet auseinandergefallen

Im Oktober schrieben wir bereits über die Unterbrechung der Verbindung zwischen Saint-Colomban und dem Rest von Les Sybelles. Seit dem 20. Dezember laufen die Lifte im Dorf wieder, aber die Stimmung ist anders als sonst. Die großen Verbindungslifte stehen still und die Kassen bleiben geschlossen. Jeder fährt diesen Winter kostenlos auf den verbliebenen Pisten Ski.

Die bizarre Rechnung: Kostenlos ist billiger

Es klingt widersprüchlich: Ein notleidendes Skigebiet, das kein Geld für seine Dienste verlangt. Doch es ist eine rein wirtschaftliche Entscheidung von Bürgermeister Pierre-Yves Bonnivard. In einem offenen Interview mit Skieur.com legt er die schmerzhaften Zahlen offen.

PostenKosten / Nutzen
Personalkosten (Kassen)30.000 € – 35.000 €
Kosten Ticketingsystem6.000 €
Totale Kosten, um Tickets zu verkaufenca. 38.500 €
Erwartete Einnahmen Ticketverkauf€ 18.000

Das Ergebnis: Die Gemeinde würde über 20.000 Euro verlieren, nur durch den Einsatz von Personal, um Tickets für das kleine Anfängergebiet zu verkaufen, das noch übrig ist. Durch die kostenlose Öffnung der Lifte (zwei Schlepplifte und ein Förderband) begrenzt das Dorf die Verluste und behält dennoch eine gewisse Lebendigkeit für die lokalen Unternehmer.

„Mangel an Solidarität“

Hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. Der Bürgermeister wettert heftig gegen die anderen Dörfer innerhalb von Les Sybelles (wie Le Corbier und La Toussuire). Laut Bonnivard wurden Vereinbarungen über die Gewinnverteilung aus dem Jahr 1999 nie eingehalten. Während Saint-Colomban jährlich mit Defiziten von bis zu 1,2 Millionen Euro zu kämpfen hatte, wären die größeren Brüder im Gebiet seiner Meinung nach nicht bereit gewesen, einzuspringen.

Um die Verbindung mit dem großen Gebiet wiederherzustellen, ist eine Investition von etwa 28 bis 30 Millionen Euro für neue Lifte erforderlich. „Die Finanzierung ist nicht zustande gekommen. Die anderen Dörfer zeigten keine Solidarität“, so ein frustrierter Bürgermeister.

„Behoudens een wonder is de verbinding met Les Sybelles definitief voorbij.“ – Pierre-Yves Bonnivard, burgemeester.

Ein Winter voller Nostalgie

Auf Facebook präsentiert das Dorf die neue Situation als eine bewusste Entscheidung für „Gemütlichkeit, Familie und Einfachheit“. Der Fokus liegt auf dem Vallée des Villards als einem Ort, wo man noch pur und authentisch Ski fahren kann, weg von der Masse.

Die Fakten für diesen Winter (bis 8. März 2026):

  • Zugang: Völlig kostenlos für jeden.
  • Lifte: Schlepplifte l’Épinette und Rogemont, und das Ourson Förderband.
  • Zielgruppe: Anfänger, Familien und Ruhesuchende.
  • Verbindung: Geschlossen. Du kannst nicht mehr nach Le Corbier oder Saint-Sorlin-d’Arves Ski fahren.

Was bringt die Zukunft?

Dieser Winter gilt als Übergangszeit. Im April 2025 (nach der Saison) wird Bilanz gezogen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dies die allerletzte Saison ist, in der überhaupt noch Lifte in Saint-Colomban-des-Villards laufen. Wenn kein Betreiber gefunden wird, der die Millioneninvestitionen wagt, droht eine endgültige Schließung des gesamten Gebiets.

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