Skigebiete-Sterben geht weiter: Warum dieser Tiroler Traditionslift für immer schließt

Es ist eine Nachricht, die immer häufiger die Schlagzeilen macht, aber deshalb nicht weniger schmerzt. Wieder schließt ein Skigebiet. Der Vorhang ist endgültig gefallen für das Bungerloch in Tarrenz. Dieses Miniskigebiet in Tirol, wo Generationen von Einheimischen ihre ersten Schwünge zogen, kann den Kampf gegen das Klima und die steigenden Kosten nicht mehr gewinnen. „Mir ist bewusst, wie emotional dieses Thema ist. Viele sprechen mich darauf an – manche kritisch, manche persönlich. Das verstehe ich“, so Bürgermeister Stefan Rueland.

Im Überblick

  • Das Miniskigebiet bei Tarrenz schließt für immer
  • Kampf gegen Klimawandel ist aufgegeben
  • Gemeinde denkt nach über neue Bestimmung für das Gelände

Nach fünfzig Jahren Ende für Skigebiet

Die Nachricht wurde offiziell in der lokalen Dorfzeitung, der Hitte Hatte, bekannt gegeben. Nach mehr als fünfzig Jahren endet der Schlepplift am Eingang der Salvesenschlucht. Die Gründe sind ebenso vielfältig wie schmerzhaft: von einer kaputten Pistenraupe über wärmere Winter bis hin zu einer leeren Gemeindekasse.

Die harte Realität des Klimawandels

Der wichtigste Todesstoß für das niedrig gelegene Gebiet (800 Meter) ist der Mangel an Winter. Bürgermeister Rueland windet sich nicht: „Auf 800 Metern Seehöhe gibt es mittlerweile nur noch rund ein Drittel der Schneetage im Vergleich zu früher.“ Selbst Kunstschnee bietet keine Rettung mehr. Die Anzahl der Stunden, in denen es kalt genug ist, um zu beschneien, ist um 25 % gesunken. Dadurch kann selbst die modernste Technik die Erwärmung nicht mehr kompensieren. Das traditionelle ‚Abergrennen‘, ein lokaler Skiwettbewerb, hat deshalb schon seit 2019 nicht mehr stattfinden können. Und in den letzten zwei Jahren konnte das Skigebiet überhaupt keinen einzigen Tag öffnen.

Ein finanzielles Drama

Neben dem Klima spielen auch die Finanzen eine entscheidende Rolle. Zwischen 2010 und 2024 machte der kleine Lift einen Verlust von rund 360.000 Euro. Für eine kleine Gemeinde wie Tarrenz, wo 90 % der Einnahmen bereits für Pflichtausgaben festgelegt sind, ist dies nicht länger tragbar. Sicher nicht, da die Inflation die Kosten seit 2022 um weitere 30 % in die Höhe getrieben hat. Die Gemeinde Tarrenz denkt nun über eine neue Bestimmung für das Gelände nach, damit das Gebiet nicht verkümmert.

Über das Skigebiet in Tarrenz

Für diejenigen, die Tarrenz nicht kennen: Man fährt zum Beispiel daran vorbei, wenn man über den Fernpass nach Sölden oder Serfaus-Fiss-Ladis fährt. Das Skigebiet Bungerloch. Es besteht aus einem Laufband und einem Schlepplift und ist somit wirklich für die Einheimischen gedacht. Aber diese Einheimischen müssen nun, um Skifahren zu lernen, aus dem Dorf heraus. Was auch in den letzten Jahren häufiger der Fall war, wenn nicht genug Schnee lag.

Trend in den Alpen

Tarrenz steht nicht allein. Zuvor schrieben wir bereits über andere Skigebiete, die die Türen schließen mussten oder in schwerem Fahrwasser sind:

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