Russische Skilifte laufen immer noch mit europäischer Software, aber seit 2022 gibt es keine Updates mehr. Das Ergebnis? Hunderte von Anlagen funktionieren noch, aber es fehlt an Wartung, Support und Sicherheitsupdates. Dies stellt ein technisches und sicherheitstechnisches Risiko dar.
Aufzüge ohne Wartung oder Updates
Hersteller wie Leitner, Doppelmayr, Poma und Bartholet haben jahrelang Skilifte an große russische Skigebiete geliefert. Aber jetzt, wo Wartung und Software-Updates eingestellt wurden, wird das Problem akut. Nach Angaben des Liftunternehmens Ruslet arbeiten schätzungsweise 90 % der Lifte in Russland mit ausländischer Software, die seit 2022 nicht mehr aktualisiert wurde. „Viele Lifte funktionieren noch, aber ohne Updates werden die Systeme irgendwann ausfallen“, sagt Ruslet-Direktor Dmitry Sidorovich. Im letzten Winter blieb zum Beispiel ein Sessellift 40 Minuten lang stehen, weil das Notfallkontrollsystem Softwarefehler hatte und nicht mehr unterstützt wurde.
Russland baut eigene Aufzüge – mit Schwierigkeiten
Obwohl Russland dabei ist, seine eigene Aufzugsindustrie aufzubauen, steckt sie noch in den Kinderschuhen. Erst vor kurzem hat Ruslet, das aus der ehemaligen russisch-schweizerischen RT-Bartholet hervorgegangen ist, die ersten vollwertigen einheimischen Lifte geliefert. Im Skigebiet Big Wood wird 2024 die erste russische Gondelbahn überhaupt eröffnet. Andere Gebiete wie Rosa Khutor und Bolshoy Vudyavr wurden ebenfalls auf das russische Betriebssystem umgestellt.
Dennoch ist der Rückstand nach wie vor groß. Ab September 2025 müssen laut einem Regierungserlass alle Seilbahnen mit russischer Software laufen. Aber das ist praktisch unmöglich, wie Ruslet selbst einräumt. Bis dahin begnügt sich das Unternehmen mit Behelfslösungen, lokal hergestellten Komponenten und baut sein Wissen weitgehend von Grund auf auf.
Zukunft zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Trotz der Rückschläge wächst der russische Wintersportmarkt wie nie zuvor, auch weil das Reisen nach Europa schwieriger geworden ist. Es entstehen neue Skigebiete, wie in Tschetschenien, Arkhyz und Elbrus, wo Ruslet neue Lifte liefert. Außerhalb Russlands versucht das Unternehmen auch in Zentralasien Fuß zu fassen, mit Projekten in Kasachstan und Usbekistan. Aber solange die meisten bestehenden Lifte mit Software aus Europa ohne Updates oder Support laufen, steht hinter vielen russischen Skiliften ein Fragezeichen: Wie lange werden sie noch laufen – und wie sicher?
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