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Nach der Tragödie von Crans-Montana: Adelboden und Wengen verschärfen Kontrollen in Bars und im Nachtleben

Nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana, bei dem in der Silvesternacht zahlreiche Menschen ums Leben kamen, befinden sich die Schweizer Wintersportorte Adelboden und Wengen in erhöhter Alarmbereitschaft. Mit den anstehenden Weltcup-Wochenenden rechnen beide Orte mit Tausenden von Ski- und Partygästen – und das erfordert besondere Wachsamkeit.

Weltcup steht bevor, Orte füllen sich

An den kommenden zwei Wochenenden stehen die prestigeträchtigen Weltcup-Rennen auf dem Programm. Volle Züge, belebte Dorfstraßen sowie überfüllte Bars und Après-Ski-Lokale sind die Folge. Genau diese Kombination ist für die Gemeinden Anlass, nun präventiv zu handeln.

In Adelboden wird in den nächsten Tagen verstärkt kontrolliert, ob Gastronomiebetriebe sämtliche Sicherheitsvorschriften einhalten. Gemeinderatspräsident Willy Schranz betont, dass die Tragödie von Crans-Montana bei diesen Maßnahmen eine zentrale Rolle spielt: „Wir schauen, dass alles in Ordnung ist, damit so etwas nicht eintreffen kann. Da sind wir gefordert.“

Fokus auf Fluchtwege und Brandschutz

Die Kontrollen konzentrieren sich vor allem auf grundlegende Sicherheitsaspekte, die im Ernstfall entscheidend sind: freie und klar gekennzeichnete Fluchtwege, gut organisierte Garderoben sowie das Vermeiden von brandgefährlichen Situationen. Betreiber werden aktiv angesprochen und gebeten, ihre Lokale erneut kritisch zu überprüfen.
„Es geht nicht ums Bestrafen, sondern um Bewusstseinsbildung“, so Schranz. „Jeder muss sich fragen: Haben wir wirklich alles getan, um unsere Gäste zu schützen?“

Wengen: besonders strenge Aufsicht über Nachtclubs

Auch in Wengen, das zur Gemeinde Lauterbrunnen gehört, steht Sicherheit ganz oben auf der Agenda. Gemeinderatspräsident Karl Näpflin kündigte an, dass Bars und Nachtclubs ausdrücklich auf ihre Verantwortung hingewiesen werden. Dabei geht es unter anderem um überfüllte Garderoben mit Skijacken, schlecht sichtbare Notausgänge und den Einsatz von offenem Feuer. Seine Warnung ist eindeutig:
„Keine Kerzen, kein offenes Feuer. Das wäre das Allerschlimmste.“

Schließen geht nicht – kontrollieren schon

Obwohl aus verschiedenen Richtungen Forderungen laut wurden, Nachtclubs vorübergehend zu schließen, erklären die Gemeinden, dass dies rechtlich nicht möglich sei. Was jedoch möglich – und aus Sicht der Verantwortlichen auch notwendig – ist, sind intensivere Kontrollen. „Wir können niemanden einfach schließen“, so Näpflin, „aber wir sind nahezu verpflichtet, besonders genau hinzuschauen.“

Erhöhte Wachsamkeit nach der Tragödie

Der Brand in Crans-Montana hat in der ganzen Schweiz tiefe Spuren hinterlassen. Das zeigt sich auch in Adelboden und Wengen, wo sich die Vorbereitungen auf die Weltcup-Rennen nun nicht nur um Sport und Logistik drehen, sondern ausdrücklich auch um Sicherheit. Die Botschaft an Gastronomen und Besucher ist klar: Feiern ist erlaubt – aber niemals auf Kosten der grundlegenden Sicherheit.

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