Kein El Niño, kein La Niña: Was bedeutet das für das Wetter im nächsten Winter?

Die Temperaturen im Pazifischen Ozean haben sich wieder normalisiert und beeinflussen das globale Wetter, auch in Europa. Laut dem neuesten ENSO-Update der NOAA werden in diesem Herbst keine starken El-Niño- oder La-Niña-Effekte erwartet. Was bedeutet das für die Schneevorhersage in den Alpen und anderen Skigebieten in diesem Winter?

ENSO-Status: neutral, mit leichter Chance auf La Niña

Der Pazifik hat sich in diesem Frühjahr stabilisiert: Das bekannte Klimasystem ENSO (El Niño/Southern Oscillation) befindet sich derzeit in einer neutralen Phase. Das bedeutet, dass die Meerwassertemperaturen im zentralen Pazifik etwa durchschnittlich sind. Für Meteorologinnen und Meteorologen macht das langfristige Vorhersagen schwieriger, da wir dann weniger verlässliche Anhaltspunkte für globale Wetterstörungen haben, die oft mit El Niño oder La Niña einhergehen.

Für die Wintersport-Saison 2025/2026 bedeutet das, dass es in Europa vorerst keine klare Abweichung in Richtung nass oder trocken und warm oder kalt gibt. Die Wahrscheinlichkeit einer neuen La Niña nimmt ab Herbst zu (41% im Zeitraum November-Januar), aber die meisten Modelle halten es vorerst bei einem neutralen Szenario.

Was sind El Niño und La Niña überhaupt?

El Niño und La Niña sind zwei natürliche Klimaschwankungen, die ihren Ursprung im Pazifischen Ozean haben und das Wetter auf der ganzen Welt beeinflussen. Während El Niño ist das Meerwasser im zentralen und östlichen tropischen Pazifik wärmer als normal. Das kann zu milderen Wintern in Europa und zu feuchtem Wetter in einigen Teilen der Welt führen. La Niña ist das Gegenteil: Es bedeutet, dass das Meerwasser kühler ist als normal, was oft zu kälteren und schneereicheren Wintern führt, zum Beispiel in Nordamerika und manchmal auch in Europa. Wenn keine der beiden Phasen aktiv ist, wie jetzt, sprechen wir von einer „neutralen Phase“, was die Vorhersage des Wetters auf längere Sicht sehr viel schwieriger macht.

Was bedeutet das für die Alpen?

Ohne den Einfluss eines starken ENSO wird es schwieriger, Trends für Schneefall und Temperatur in den Alpen vorherzusagen. Die vergangenen Winter haben gezeigt, dass lokale Faktoren mindestens genauso wichtig sind: Die Saison 2023/2024 begann aufgrund von Hitzewellen im Dezember langsam, während der Frühling schneereich war. In diesem Sinne lässt ein neutraler ENSO Raum für Überraschungen.

Historischer Kontext: ähnliche Winter

Auch in den vergangenen neutralen Wintern (wie 2018/2019 und 2021/2022) waren die Bedingungen unbeständig. In einigen Teilen der Alpen gab es tatsächlich viel Schnee, während andere Regionen trocken blieben. Wenn du die besten Wetter- und Schneeverhältnisse haben willst, heißt das: Bleib flexibel und behalte die lokalen Vorhersagen im Auge, wenn die Saison näher rückt.

Erwartungen für den Rest des Jahres 2025

Für den Herbst und den frühen Winter berücksichtigt die NOAA eine große Bandbreite an Modelldaten. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass sich einige zugrunde liegende Ozeanmuster in Richtung La Niña bewegen könnten, ähnlich wie im Vorfeld der Winter 2008 und 2011. Sollte dies der Fall sein, könnte es nach Neujahr kälteres und schneereicheres Wetter geben. Aber im Moment liegt diese Chance bei weniger als 50 Prozent.

Fazit: Es wird spannend!

Der nächste Winter scheint vorerst kein eindeutiges El Niño- oder La Niña-Jahr zu sein. Das macht die Wettervorhersage komplexer, ermöglicht aber auch klassische Wintersportbedingungen. Wer also rechtzeitig bucht, sollte die kurzfristigen Vorhersagen für den nahenden Winter besonders aufmerksam verfolgen. Verfolge unsere Updates: Wir halten dich auf dem Laufenden, sobald die ersten Schneemodelle erscheinen.

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