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Gondelbahn von Großarl wird in anderem österreichischen Skigebiet wiederverwendet

Warum etwas wegwerfen, wenn es noch gut funktioniert? Das hat man sich in Forstau, Österreich, auch gedacht. Deshalb wird dort diesen Sommer kein neuer Lift aufgestellt, sondern ein gebrauchter. Der Lift kommt aus Großarl, das auch zu Ski amadé gehört, und wartet schon seit fast zwei Jahren darauf, wieder in Betrieb genommen zu werden.

Gondelbahn von Großarl bekommt neues Leben

Das Skigebiet Fageralm in Forstau (Pongau) bereitet sich auf ein besonderes Upgrade vor: Im Sommer 2025 wird hier die erste gebrauchte Gondel Salzburgs gebaut. Die alte Gondel aus Großarl, die Hochbrand I, wurde vor zwei Jahren gekauft, aber Verzögerungen bei den Genehmigungen verzögerten den Bau um ein Jahr. Jetzt ist die Erhaltungsgenehmigung endlich erteilt worden und die Installation kann beginnen.

Neue Gondel ersetzt alten Doppelsitzer

Mit der gebrauchten Gondel werden nicht eine, sondern zwei Zweisitzer-Sesselbahnen ersetzt, die seit 40 Jahren in Betrieb sind. Die neue Bahn wird schneller und komfortabler sein, so Daniel Berchthaller, Geschäftsführer der Reiteralm Bergbahnen, gegenüber dem ORF: „Wir übernehmen das Mechanische, die 42 Gondeln, die Talstation, die Bergstation und die zehn Liftstützen aus Großarl. Den Rest bekommen wir neu: einen neuen Motor, eine neue Steuerung, ein neues Seil – alles, was essenziell ist, wird neu gemacht.“

Das Genehmigungsverfahren war schwierig

Obwohl in Großarl bereits eine neue Zehnergondel in Betrieb ist – die Kieserlbahn- war es nicht einfach, die alte Bahn nach Forstau zu verlegen. Die Umweltabteilung des Landes Salzburg hatte Einwände gegen die Wiederverwendung der Gondel. Nach vier Jahren Lobbyarbeit und Verhandlungen wurde die Naturschutzgenehmigung nun erteilt, aber die endgültigen Genehmigungen für die Seilbahnkonzession stehen noch aus. Berchthaller betont die Bedeutung dieses Projekts: „Wir sind davon überzeugt, dass es ein gutes und ein nachhaltiges Projekt ist und es den Tourismus in Forstau absichern wird.“

Der Pistenplan wird nächstes Jahr etwas anders aussehen.

Nachhaltig und kostensparend

Dank der wiederverwendeten Gondel spart die Fageralm 50 % der Baukosten. Zusätzlich zu den Kosteneinsparungen bringt die neue Bahn auch eine erhebliche Zeitersparnis: Wo Wintersportler derzeit 25 bis 30 Minuten brauchen, um den Gipfel auf 1.700 Metern zu erreichen, dauert dies mit der neuen Gondel nur noch 12 Minuten. Außerdem ersetzt die Gondel zwei bestehende Lifte, was die Effizienz im Skigebiet deutlich erhöht. Der Bau wird im Sommer beginnen und die neue Fageralmbahn soll im Dezember 2025 eröffnet werden.

30 Kilometer entfernt

Alte Skilifte werden regelmäßig aus Österreich exportiert und in anderen, manchmal weit entfernten Ländern wiederverwendet. Dieses Mal ist der Umzug nicht so weit. Luftlinie sind es etwa 30 Kilometer.

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