Im italienischen Skigebiet Macugnaga (Valle Anzasca) hat sich heute, am 30. Dezember, ein beängstigender Zwischenfall an der Seilbahn zum Monte Moro ereignet. Aufgrund eines technischen Defekts bremste eine Gondel beim Einfahren in die Bergstation nicht ab und prallte mit großer Wucht gegen das Stationsgebäude. Vier Personen wurden verletzt. Feuerwehr und Rettungsdienste haben inzwischen rund 100 gestrandete Wintersportler per Hubschrauber in Sicherheit gebracht.
Kurz zusammengefasst
- Eine Gondelkabine bremste nicht ab und prallte gegen die Bergstation am Monte Moro
- Vier Personen wurden verletzt, darunter ein Kind
- Die Gondelbahn war erst kürzlich renoviert worden
Kollision auf 2800 Metern Höhe
Der Unfall ereignete sich gegen 11:30 Uhr auf dem zweiten Abschnitt der Seilbahn, die von Alpe Bill auf den Monte Moro (2800 Meter) führt. Laut Berichten der italienischen Zeitung Corriere della Sera und des Nachrichtensenders RaiNews verringerte die Gondel, die sich auf dem Weg zur Bergstation befand, ihre Geschwindigkeit nicht. Die Kabine erreichte das Stationseinfahrtssystem mit hoher Geschwindigkeit und prallte gegen die Sicherheitskonstruktion.
In der betroffenen Gondel befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls 15 Passagiere. Drei von ihnen wurden verletzt, darunter ein Kind. Gleichzeitig wurde auch der Mitarbeiter in der Talstation verletzt, da die enorme Rückstoßkraft der Seile beim Aufprall bis ins Tal übertragen wurde.
100 Menschen auf dem Berg eingeschlossen
Durch die Kollision kam das gesamte Seilbahnsystem sofort zum Stillstand. Dadurch saßen rund 100 Wintersportler in der Bergstation auf 2800 Metern Höhe fest. Da die Anlage nicht mehr sicher betrieben werden konnte, starteten die Rettungskräfte – darunter der Soccorso Alpino und die Guardia di Finanza – eine groß angelegte Evakuierung.
Zwei Hubschrauber der Feuerwehr pendelten zwischen Berg und Tal, um alle Anwesenden, darunter viele Familien mit Kindern, sicher ins Tal zu bringen. Gegen 14:30 Uhr war die Evakuierung vollständig abgeschlossen.
Mögliche Ursache: Softwarefehler
Der Betreiber der Seilbahn, Filippo Besozzi, erklärte gegenüber den Medien, dass vermutlich ein Softwarefehler die Ursache gewesen sei. Das System habe die Ankunft der Gondel in der Station nicht erkannt, wodurch die automatische Bremse nicht aktiviert worden sei.
Besonders bemerkenswert ist der Unfall, da die Seilbahnanlage Anfang 2023 einer umfassenden Revision im Wert von rund 2 Millionen Euro unterzogen worden war. Dabei wurden sowohl die Antriebe als auch die Gondelkabinen vollständig erneuert. Die Carabinieri haben eine offizielle Untersuchung zur Klärung der Unfallursache eingeleitet. Die Skipisten im Gebiet sind vorerst geschlossen.
Videoaufnahmen der Rettungsaktion
Die italienische Feuerwehr (Vigili del Fuoco) veröffentlichte auf X Aufnahmen der komplexen Rettungsaktion. Darauf ist zu sehen, wie Hubschrauber eingesetzt werden, um die Menschen vom Berg zu evakuieren.
❌ Macugnaga (VB), intervento #vigilidelfuoco, con @cnsas_official e @GDF, in corso dalle 11:30 per un incidente a due cabine della Funivia Al Moro: feriti il manovratore a valle e 3 dei 15 passeggeri a monte. In azione 2 elicotteri Drago per l’evacuazione di persone bloccate in… pic.twitter.com/6cI1H6RWY4
— Vigili del Fuoco (@vigilidelfuoco) December 30, 2025
Die Vigili del Fuoco gemeinsam mit dem Soccorso Alpino und der Guardia di Finanza während der Evakuierung.
Über das Skigebiet Macugnaga
Das Skigebiet Macugnaga liegt spektakulär am Fuß der imposanten Ostwand des Monte-Rosa-Massivs. Das Wintersportgebiet besteht aus zwei Teilbereichen: Belvedere und Monte Moro, wo sich der aktuelle Unfall ereignete. Die Pisten reichen bis auf knapp 3000 Meter Höhe und bieten dank der Höhenlage und moderner Beschneiungsanlagen häufig sehr gute Bedingungen – auch zu Beginn des Winters. Neben abwechslungsreichen Abfahrten für Anfänger und Fortgeschrittene ist das Gebiet bekannt für seine beeindruckenden Ausblicke auf Gletscher und Felswände, die bis über die Schweizer Grenze hinausreichen. Für Nicht-Skifahrer bietet Macugnaga zudem einen Snowpark, Langlaufloipen sowie idyllische Routen für Skitouren durch charakteristische Lärchenwälder und vorbei an historischen Berghütten.
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