Drama mit russischem Sessellift: Seil reißt, Passagiere stürzen meterweit in die Tiefe

Eine entspannte Fahrt oberhalb von Naltschik endete letzten Freitag in einem Albtraum. Am frühen Abend riss dort plötzlich das Seil eines alten Sessellifts. Der Lift, der laut lokalen Medien seit 1968 ohne größere Renovierung in Betrieb ist, stürzte ein und die Sessel fielen 20 bis 25 Meter in die Tiefe und landeten im Wasser oder im felsigen Gelände. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Vernachlässigte Attraktion voller Touristen

Der Sessellift ist etwa 660 Meter lang und verbindet den Atazukinski Park mit dem Gipfel des Malaya Kizilovka Berges. Das veraltete System wird als rostig beschrieben und ist mit einer einfachen Kette als Sicherheitsbügel ausgestattet. Zum Zeitpunkt des Vorfalls saßen 21 Personen auf den Stühlen. Bilder in den sozialen Medien zeigen, wie das Seil riss und die Sitze in den See stürzten. Einige Fahrgäste wurden durch den Sturz gegen Bäume geschleudert oder baumelten an dem gebrochenen Kabel. Lokalen Berichten zufolge landeten vier Personen in dem mehr als sechs Meter tiefen See, während Rettungskräfte 13 weitere Fahrgäste aus ihren Sitzen befreien mussten.

@metrouk Das ist der Moment, in dem ein Sessellift in einem russischen Ferienort zusammenbrach und vier Menschen in einen See stürzten und sechs weitere auf dem Boden aufschlugen. Etwa 10 Menschen wurden bei dem Unfall in Naltschik in der Bergregion Kabardino-Balkarien verletzt. Im Hintergrund waren Spritzer zu hören, als andere auf das Wasser des 22 Fuß tiefen Sees Trek trafen. Lies mehr, indem du auf den Artikel-Link in diesem Video klickst. #breaking #russia #shockingnews ♬ Originalton – Metro

Wie viele Menschen wurden verletzt?

Die Zahl der Verletzten variiert je nach Quelle. Das regionale Gesundheitsamt meldete zunächst sechs Verletzte und fünf Krankenhausaufenthalte. Später meldete dieselbe Dienststelle, dass acht Personen Verletzungen erlitten hatten; zwei Opfer durften nach der Untersuchung nach Hause gehen und eine Person erlitt eine schwere Rückenmarksverletzung, die intensiv behandelt werden musste. Minister Rustam Kalibatov bestätigte, dass eine CT-Untersuchung eine Wirbelsäulenverletzung ergab. Andere Medien berichteten, dass insgesamt 12 Passagiere ins Krankenhaus gebracht wurden und sechs von ihnen später wieder entlassen werden konnten. Da es sich um eine Touristenattraktion handelt, stammten nach offiziellen Angaben alle Opfer aus anderen russischen Regionen.

Trotz unterschiedlicher Meldungen halten der russische Nachrichtendienst TASS und die regionalen Behörden die Zahl bei acht Verletzten, von denen sich einer in einem kritischen Zustand befindet. Einige Telegram-Kanäle sprachen kurzzeitig von 10 Verletzten, aber das wurde von offiziellen Stellen nicht bestätigt.

Schnelles Handeln und Untersuchung von Fahrlässigkeit

Innerhalb weniger Minuten nach dem Alarm waren Feuerwehrleute, Bergretter und Ärzte vor Ort. Insgesamt mussten die Retter 13 Personen aus ihren Sitzen befreien, andere wurden aus dem Wasser gezogen. Für den am schwersten verletzten Patienten wurde über eine telemedizinische Konsultation die Hilfe von Spezialisten aus Moskau angefordert. Bislang wurden keine Todesfälle gemeldet.

Die Untersuchung der Ursache konzentriert sich auf den Verschleiß des Kabels. Nach Angaben der russischen Rettungsdienste wird der alte Zustand des Aufzugs als Hauptfaktor angesehen. Der Föderale Ermittlungsausschuss hat ein Strafverfahren wegen unsicherer Dienstleistungen eingeleitet. Es ist nicht das erste Mal, dass die Attraktion in die Kritik gerät: 2024 mussten bereits einmal Fahrgäste evakuiert werden und 2021 wurden eine Großmutter und ihr Enkel verletzt, als der Sicherheitsbügel nicht richtig schloss.

Kritik am Liftmanagement und Zukunft

Der Unfall hat zu heftiger Kritik an der Verwaltung der touristischen Einrichtungen in Naltschik geführt. Touristen hatten sich schon lange über die verrostete Ausrüstung und die minimale Sicherheit beschwert. Eine Fahrt kostete 500 Rubel, aber trotz dieses Preises fühlten sich viele Besucher unsicher. Die regionalen Behörden betonen, dass die Opfer Gäste waren und versprechen die notwendige medizinische Versorgung.

Der Malaya Kizilovka-Lift ist eine beliebte Möglichkeit, die Berge rund um Naltschik zu erkunden, aber nach dieser Tragödie ist nicht klar, ob und wann die Attraktion wieder eröffnet wird. Die Behörden prüfen, ob der Betreiber fahrlässig gehandelt hat und ob das veraltete System durch einen modernen, sichereren Lift ersetzt werden sollte.

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