Das Arbeiten in einem Skigebiet wird aufgrund der astronomischen Mietpreise in den Skiregionen immer schwieriger. Auch Grandvalira bekommt dieses Problem nun immer deutlicher zu spüren. Das größte Skigebiet von Andorra denkt daher über eine auffällige Lösung nach: ein eigenes Wohnviertel für das Personal.
Im Überblick:
- Grandvalira prüft den Bau eines Wohnkomplexes für Mitarbeiter.
- Vorerst soll Platz für 200 bis 300 Saisonmitarbeiter geschaffen werden.
- Das Skigebiet gibt bereits jetzt jährlich 3 Millionen Euro für die Unterbringung aus.
- Wohnungsmangel in Andorra sorgt für immer größeren Druck auf den Wintersportsektor.
Wohnen in Andorra wird immer schwieriger
Wer eine Wintersaison in Andorra arbeiten möchte, stößt immer häufiger auf dasselbe Problem: Es gibt kaum bezahlbaren Wohnraum. Durch steigende Immobilienpreise und einen Mangel an Mietwohnungen wird es für Skigebiete immer schwieriger, Personal zu finden und zu binden.
Grandvalira Resorts gibt an, mittlerweile jährlich etwa 3 Millionen Euro für die Unterbringung von Mitarbeitern aufzuwenden. Während des Winters arbeiten zwischen 2.600 und 2.800 Menschen für das Skigebiet, davon rund 2.200 Saisonmitarbeiter.
Idee für ein eigenes „Villa Olympica“
Deshalb prüft Grandvalira nun den Bau einer Art „Villa Olympica“ für das Personal. Das Projekt soll aus modularen und nachhaltigen Apartments bestehen, die in einer ersten Phase Platz für etwa 200 bis 300 Mitarbeiter bieten. Laut lokalen Medien werden Standorte in Canillo und La Massana in Betracht gezogen. Die Wohnungen sollen aus zwei bis vier Zimmern bestehen und möglicherweise vollständig von Grandvalira selbst finanziert werden.
Skigebiete suchen immer häufiger nach kreativen Lösungen
Das Problem betrifft nicht nur Andorra. In vielen Wintersportorten ist Wohnraum für lokale Angestellte und Saisonarbeiter zunehmend unbezahlbar geworden. Dadurch verschwinden Personal und Einrichtungen langsam aus den Dörfern. Grandvalira verweist unter anderem auf Beispiele aus Aspen in den USA, wo bereits seit Jahrzehnten ein spezielles System existiert, um bezahlbaren Wohnraum für Mitarbeiter bereitzuhalten. Auch in französischen Bergdörfern wird mit temporären Wohneinheiten für Saisonpersonal experimentiert.
Rekordwinter trotz schwieriger Umstände
Interessanterweise kommt der Plan gerade nach einem finanziell starken Winter. Grandvalira Resorts schloss die Saison 2025/2026 mit über 2,38 Millionen Skitagen ab. Besonders Pal Arinsal verzeichnete ein starkes Wachstum, trotz schlechten Wetters und Problemen auf der Zufahrtsstraße von Frankreich aus. Laut Grandvalira zeigt das Wohnungsproblem inzwischen, wie abhängig Wintersportgebiete von ausreichend Personal sind. Ohne Mitarbeiter bleiben Restaurants geschlossen, Lifte laufen weniger Stunden und letztlich gerät auch das Wintersport-Erlebnis unter Druck.






