Den Alpen steht eine unruhige Zeit bevor. Während sich die Deutschland auf Orkantief Joshua vorbereiten, bekommt auch das Alpengebiet starken Wind, sinkende Temperaturen und ordentlichen Schneefall ab. Der erste ernstzunehmende Wintersturm der Saison kündigt sich an und ist bis in die Berge deutlich zu spüren.
Im Überblick:
- Orkantief Joshua zieht über Europa und erreicht auch die Alpen mit starkem Wind und Schneefall.
- Die Schneefallgrenze sinkt von 2500 auf 1000 Meter, lokal sogar noch tiefer.
- Im Mont-Blanc-Gebiet können bis zu 120 cm Schnee fallen; auch die Schweiz, Österreich und Italien bekommen eine dicke Schicht ab.
- Wetterwarnungen sind in mehreren Alpenländern in Kraft.
Orkantief Joshua sorgt für Unruhe
Ein umfangreiches Tiefdruckgebiet schiebt sich heute von Westen in Richtung Mitteleuropa. Das Orkantief Joshua zieht über den Kanal und die Benelux-Staaten nach Deutschland und Dänemark. In Deutschland werden Windböen von bis zu 113 km/h erwartet. Während bei uns der Verkehr beeinträchtigt wird, erreicht die Front auch die Alpenländer. Die Kombination aus feuchter Ozeanluft und einer nahenden Kaltfront sorgt dort für einen heftigen Wetterumschwung: Regen, Schnee und starker Wind bis tief in die Täler.
Föhn an der Nordseite, Sturm in den Bergen
Nördlich des Alpenhauptkamms ist es heute noch etwas ruhiger. Durch den südlichen Föhn kann sich die Sonne lokal zeigen und die Temperaturen steigen vorübergehend an. In vielen Tälern hängt hartnäckiger Nebel, aber an den Berghängen ist die Sicht noch gut. Doch das ist nur von kurzer Dauer: Im Laufe des Tages nimmt die Bewölkung schnell zu und der Föhn wird durch stürmischen Wind ersetzt. In großer Höhe können Windböen von mehr als 100 km/h auftreten.
Kälteres Wetter im Anmarsch
Sobald die Kaltfront durchzieht, verändert sich das Wetterbild komplett. Die milde Luft macht Platz für kalte Polarluft und die Schneefallgrenze sinkt schnell. In den französischen Nordalpen sinkt sie von etwa 2500 Metern am Morgen auf 1300 Meter am Nachmittag. Auch in der Schweiz und Österreich wird es deutlich kälter: Dort kann die Schneefallgrenze um die 1000 Meter liegen. Bei intensivem Niederschlag ist sogar Schnee bis in einige tiefer gelegene Dörfer nicht ausgeschlossen.
Große Schneemengen unterwegs
Der erste Schneefall dieses Winterwetters ist damit angekündigt. Der Niederschlag konzentriert sich vor allem auf die Westseite der Alpen, breitet sich aber später auch auf Italien, die Schweiz und Österreich aus. Im Mont-Blanc-Massiv werden bis zu 120 cm Schnee erwartet, im Westen der Schweiz 50 bis 80 cm und in Teilen Südtirols und des Trentino 20 bis 40 cm. Die Arlbergregion kann mit einem halben Meter Neuschnee rechnen. Sogar Sölden, wo an diesem Wochenende der World Cup stattfindet, bekommt eine Schicht von etwa 20 cm Schnee.
Wetterwarnungen für Wind und Schnee
Die meteorologischen Dienste der Alpenländer haben inzwischen vor den extremen Bedingungen gewarnt.
- In Österreich gilt Code Gelb für starken Wind, außer im äußersten Süden.
- Süddeutschland hat Code Orange und lokal sogar Code Rot, vor allem im Schwarzwald.
- In der Schweiz ist eine orangefarbene Warnung in Kraft und Frankreich warnt mit Code Rot vor dem stärksten Schneefall in den Alpen und Pyrenäen.
Wer in den kommenden Tagen in die Berge fährt, tut also gut daran, die lokalen Wetterberichte und Liftinformationen genau zu verfolgen.
Und nach dem Sturm?
Nach Donnerstag bleibt es wechselhaft. Von Nordwesten ziehen neue Störungen herein und bringen erneut Niederschlag, vor allem an der Nord- und Westseite der Alpen. Die Schneefallgrenze schwankt dann zwischen 900 und 1400 Metern, abhängig von der Region. Auch am Wochenende scheint es winterlich zu bleiben, mit regelmäßig frischem Schnee und gelegentlich etwas Aufheiterung im Süden.






