Das italienische Skigebiet Monte Bondone ist in einen Mediensturm geraten, nachdem am vergangenen Freitag Dutzende von Helikopterflügen durchgeführt wurden, um Schnee auf eine Piste zu bringen. Umweltorganisationen sprechen von einem „Angriff auf die Landschaft“, während die Liftgesellschaft erklärt, es sei eine bittere wirtschaftliche Notwendigkeit gewesen.
Im Überblick
- Wind hat Schnee von wichtiger Piste in Italien geweht
- Viele Helikopterflüge durchgeführt, um Schnee zu transportieren
- Umweltorganisationen sind wütend
Die Flüge fanden am Freitag, den 5. Dezember statt, kurz vor dem wichtigen italienischen Feiertagswochenende Maria Empfängnis. Laut der italienischen Nachrichtenagentur
Nullgradgrenze auf 3500 Metern
Die Bedingungen auf dem Berg waren komplex. Obwohl Schnee lag, hatte starker Wind die oberste Schicht auf der Palon-Piste weggeblasen. Die Produktion von Kunstschnee war zu diesem Zeitpunkt unmöglich.
„Anderthalb Tonnen CO₂“
Die Operation dauerte laut Zeugen fast vier Stunden und stieß auf heftigen Widerstand. Eine Koalition von zwölf Umweltverbänden im Trentino, darunter der WWF, Legambiente und Extinction Rebellion, hat in einer gemeinsamen Erklärung ihre Wut geäußert. Ihnen zufolge verursachte die Aktion eine Emission von mindestens anderthalb Tonnen CO₂.
Sie weisen auf die Scheinheiligkeit der Liftgesellschaft hin: „Das Paradox ist offensichtlich: Vor weniger als drei Wochen bewarb Trento Funivie in den sozialen Medien noch ihr Engagement für ‚verantwortungsvolle Bergerlebnisse‘, um dann eines der einschneidendsten Mittel einzusetzen.“ Die Organisationen fordern, dass eine Grenze gezogen wird: „Nicht alle Wetterbedingungen können künstlich kompensiert werden, und nicht um jeden Preis.“
Wirtschaftliche Notwendigkeit
Die Liftgesellschaft verteidigt die Entscheidung jedoch mit Nachdruck, schreibt Südtirol News. Fulvio Rigotti, Präsident von Trento Funivie, erklärt, dass es sich um eine einfache Rechnung handelte. Das Nichtöffnen der wichtigsten Piste während des verlängerten Feiertagswochenendes wäre desaströs gewesen.
„Wenn wir das nicht getan hätten, wäre der Schaden auf zwischen 300.000 und 400.000 Euro gestiegen“, erklärt Rigotti gegenüber dem regionalen Nachrichtenmedium. Die Kosten der Helikopteroperation beliefen sich dagegen auf rund 6000 Euro. Rigotti betont, dass die Piste auf dem Monte Bondone größtenteils perfekt eingeschneit war, aber dass der Wind an bestimmten Stellen, insbesondere in den Kurven, den Schnee weggeweht hatte.
Einmaliger Vorfall?
Obwohl Rigotti zugibt, dass „so etwas auf dem Bondone noch nie passiert ist“, befürchten die Umweltorganisationen, dass dies einen Präzedenzfall schafft. Sie haben die Gemeinde Trient um Aufklärung gebeten, wie diese Aktion mit der Nachhaltigkeitsstrategie der Region vereinbar ist. „Der ökologische Übergang darf sich nicht auf Worte beschränken“, schließen sie in ihrer Erklärung.






