Der Bau der neuen Höllkarbahn C2 in Ischgl hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Das gewaltige Seil wurde über einen steilen Bergweg zur Baustelle transportiert und wird nun durch die Stationen und über die Liftstützen gezogen. Danach steht eine der präzisesten Aufgaben im Seilbahnbau an: das Spleißen der beiden Seilenden von Hand. Eine Abweichung von nur 1 Millimeter kann hier bereits die Qualität beeinträchtigen.
Kurz zusammengefasst
- Das Seil der neuen Höllkarbahn C2 ist an der Baustelle angekommen.
- Mehrere Teams ziehen das Seil durch die Stationen und über die Liftstützen.
- Beim manuellen Spleißen der Seilenden kann schon 1 Millimeter Abweichung den entscheidenden Unterschied machen.
- Die neue 8er-Sesselbahn soll am 26. November 2026 eröffnen.
Schwertransport über einen steilen Bergweg
Bevor das Seil angebracht werden konnte, musste es auf einer riesigen Trommel ins Höllkar transportiert werden. Allein dieser Transport war eine gewaltige logistische Herausforderung. Der LKW musste sich über einen steilen und schmalen Bergweg bis zur neuen Talstation vorkämpfen.
Der Fahrer musste die Route extrem präzise einhalten und stets für ausreichend Grip sorgen. Ein Stopp oder das Abkommen von der befahrbaren Piste hätte dazu führen können, dass das schwere Gespann stecken bleibt. An der Baustelle angekommen, wurde die Seiltrommel mit einem Teleskopkran an die richtige Position gehoben. Dort konnte das Team die Trommel auf spezielle Böcke setzen und mit der Ausrüstung für den Seilzug verbinden.
Das Seil läuft über alle Liftstützen
Anschließend wird das Seil Schritt für Schritt durch die Stationen und über die Liftstützen geführt. Die Teams an der Talstation, entlang der Trasse und an der Bergstation müssen dabei permanent Hand in Hand arbeiten. Das Seil muss kontrolliert in die Seilscheiben eingelegt werden. Es ist das Herzstück des Lifts: Später hängen alle Sessel daran und das Seil ist ständig zwischen Tal und Berg in Bewegung. Das offizielle Bau-Update aus Ischgl bezeichnet den Seilzug als einen der spannendsten Meilensteine des gesamten Projekts.
Handarbeit, bei der 1 Millimeter zählt
Sobald das komplette Seil an seinem Platz liegt, folgt das Spleißen. Dabei werden die beiden Enden so miteinander verflochten, dass eine geschlossene und endlose Seilschleife entsteht.
Dies geschieht komplett in Handarbeit. Die einzelnen Litzen des Seils werden über eine lange Strecke gelöst und präzise miteinander verwebt. Die Toleranzen sind dabei extrem gering. Laut dem Bauteam kann ein Unterschied von nur 1 Millimeter die Qualität der Verbindung bereits negativ beeinflussen. Nach dem Spleißen folgen gründliche Kontrollen. Schließlich muss die Verbindung jahrelang dem Gewicht der Sessel, der Fahrgäste und den Kräften standhalten, die im Betrieb wirken.
Neue 8er-Sesselbahn
Die Höllkarbahn C2 wird eine moderne 8er-Sesselbahn von Doppelmayr. Der Lift wird mit Wetterschutzhauben und Sitzheizung ausgestattet. Damit bietet die neue Anlage deutlich mehr Kapazität und Komfort als ihre Vorgängerin. Die Bahn legt eine Strecke von etwa 1.650 Metern zurück und überwindet 327 Höhenmeter. Künftig können bis zu 4.200 Personen pro Stunde befördert werden. Die alte 6er-Sesselbahn aus dem Jahr 1998 schaffte lediglich 3.200 Personen pro Stunde.
Pro Stunde können dadurch bis zu 1.000 Skiurlauber zusätzlich nach oben befördert werden. Besonders an besucherstarken Tagen soll die höhere Kapazität den Durchfluss in diesem Teil der Silvretta Arena spürbar verbessern.
Alte Höllkarbahn komplett ersetzt
Der alte Lift wurde bereits im Frühjahr abgebaut. Dabei wurden unter anderem die Liftstützen mit einem schweren Transporthubschrauber ausgeflogen. Die Arbeiten an der neuen Höllkarbahn starteten Anfang Mai 2026. Im Juli war die Talstation bereits komplett montiert und fast jede Stütze stand an ihrem Platz. Auch die ersten neuen Sessel mit Wetterschutzhaube und Sitzheizung waren zu diesem Zeitpunkt schon auf der Baustelle eingetroffen.
Die neue Höllkarbahn verläuft fast auf der gleichen Trasse wie die alte Anlage. Der Lift verbindet den Höllboden mit dem höher gelegenen Höllkar und erschließt mehrere Abfahrten im österreichischen Teil von Ischgl/Samnaun.
Teil einer 50-Millionen-Euro-Investition
Die Erneuerung ist Teil eines Großprojekts in der Silvretta Arena. Die Silvrettaseilbahn AG investiert rund 50 Millionen Euro in drei neue 8er-Sesselbahnen. Die Höllbodenbahn C1 und die Sassgalunbahn C3 wurden bereits zum Start der Wintersaison 2025/2026 eröffnet. Die Höllkarbahn C2 bildet den dritten und letzten Baustein dieser Modernisierungsphase.
Auch bei Energieeffizienz und Automatisierung setzen die Anlagen neue Maßstäbe. Auf den Dächern der drei Liftgebäude werden Photovoltaikanlagen installiert. Zudem erhalten die Lifte technische Systeme für die automatisierte Zutrittskontrolle beim Ein- und Ausstieg.
Eröffnung für den 26. November 2026 geplant
Mit dem Einzug des Seils rückt das Finale des Projekts immer näher. In den kommenden Monaten stehen weitere Montagearbeiten, Checks, Testfahrten und die offiziellen Abnahmen auf dem Plan. Wenn alles nach Plan läuft, bringt die Höllkarbahn C2 ab dem Saisonstart am 26. November 2026 die ersten Skiurlauber auf den Berg. Bis alle Tests und Abnahmen erfolgreich abgeschlossen sind, bleibt dies jedoch ein geplantes Datum.
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