Fliegende Liftstützen in St. Johann in Tirol: Neue Gondel nimmt Gestalt an

Am Berg in St. Johann in Tirol war diese Woche eine besondere Baustelle zu beobachten. Mit einem Schwerlasthubschrauber wurden die ersten sechs Liftstützen der neuen Jodlalmbahn durch die Luft an ihren Platz gebracht und montiert. Der Bau der 10-Personen-Gondel, die kommenden Winter den uralten 2-Personen-Sessellift ersetzt, geht damit in eine neue Phase.

Kurz zusammengefasst

  • Die ersten sechs von insgesamt dreizehn Liftstützen wurden platziert.
  • Hierfür wurde ein Schwerlasthubschrauber von Heli Austria eingesetzt.
  • Alle Fundamente für die Liftstützen sind mittlerweile fertig.
  • Die neue 10-Personen-Jodlalmbahn soll kommenden Winter eröffnen.

Liftstützen fliegen durch die Luft in St. Johann

Das sieht man nicht alle Tage: komplette Teile eines Skilifts, die unter einem Hubschrauber durch die Berge fliegen. Doch genau das passierte diese Woche im Skigebiet von St. Johann in Tirol. Die ersten sechs von insgesamt dreizehn Liftstützen der neuen Jodlalmbahn mussten an ihren Platz gebracht werden.

Dafür wurde ein Schwerlasthubschrauber von Heli Austria eingesetzt. Die verschiedenen Teile wurden zu den vorbereiteten Fundamenten geflogen und anschließend Stück für Stück montiert. Das erfordert einiges an Präzisionsarbeit: Während der Hubschrauber über der Baustelle schwebt, müssen die schweren Teile exakt an ihrem Platz positioniert werden. Die St. Johanner Bergbahnen sprechen von einem neuen Meilenstein im Bauprojekt.

Erste sechs von dreizehn Liftstützen stehen

Mit dem Aufstellen der ersten sechs Liftstützen beginnt die neue Jodlalmbahn auch entlang der Strecke immer mehr wie ein echter Skilift auszusehen. Insgesamt bekommt die Gondelbahn dreizehn Liftstützen. Wann auch die übrigen sieben montiert werden, wurde noch nicht bekannt gegeben.

Die Arbeiten liegen laut den beteiligten Baufirmen im Zeitplan. Ende Juli waren alle Fundamente für die Liftstützen bereits fertiggestellt. Auch die Kabelarbeiten im mittleren und oberen Teil der Strecke waren zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen. Damit konnte Anfang August mit der Montage der eigentlichen Liftanlage begonnen werden. Der Hersteller Doppelmayr ist für die neue Gondelbahn verantwortlich. Der aktuelle Fortschritt wird auch von der Baufirma BODNER Gruppe geteilt.

Auch Tal- und Bergstation nehmen immer mehr Gestalt an

Nicht nur entlang der Lifttrasse wird hart gearbeitet. Auch die beiden Stationen beginnen immer mehr Form anzunehmen. Bei der Talstation waren Ende Juli die Bauarbeiten am unterirdischen Teil weitgehend abgeschlossen und die letzten Bodenelemente über dem Keller wurden platziert. Bei der neuen Bergstation auf dem Harschbichl war die letzte Betondecke über dem Erdgeschoss mittlerweile gegossen. In den kommenden Monaten soll dort schließlich der Endpunkt der neuen Gondelbahn entstehen.

Vom uralten Zweisitzer zur modernen Gondel

Die Arbeiten bilden das nächste Kapitel einer großen Erneuerung des Skigebiets. Die ehemalige Jodlalmbahn war ein fixgeklemmter 2-Personen-Sessellift aus dem Jahr 1981. Wer den Lift kannte, weiß, dass er alles andere als eine schnelle Verbindung nach oben war. Die Fahrt dauerte etwa zwölf Minuten und der Lift konnte laut technischen Daten rund 1.159 Skiurlauber pro Stunde befördern.

Das ändert sich kommenden Winter gewaltig. Die neue Jodlalmbahn wird eine moderne 10-Personen-Gondel von Doppelmayr mit einer Kapazität von 2.400 Personen pro Stunde. Der Lift wird zudem länger als sein Vorgänger. Anstatt an der Jodlalm zu enden, führt die neue Verbindung bis hinauf zum Harschbichl auf 1.603 Meter. Die neue Gondel bekommt eine Länge von circa 2.180 Metern.

Direkt zum Harschbichl

Gerade diese verlängerte Strecke ist für Skiurlauber eine wichtige Verbesserung. Du kannst demnächst ohne Umsteigen direkt zum höchsten Punkt dieses Teils des Skigebiets fahren. Besonders für Familien, Kinder und Skischulen soll die 10-Personen-Gondel ein Stück komfortabler werden als der alte Zweisitzer. Auch die Kapazität wird mehr als verdoppelt. Damit soll einer der Engpässe im Skigebiet an belebten Skiurlaubstagen verschwinden.

Eröffnung kommenden Winter rückt immer näher

Mit den ersten Liftstützen an ihrem Platz kommt die neue Jodlalmbahn der Eröffnung wieder einen Schritt näher. Das Gesamtprojekt erfordert eine Investition von etwa 22 Millionen Euro und gilt als eines der wichtigsten Liftprojekte in St. Johann in Tirol der letzten Jahre.

Wenn die Arbeiten auch in den kommenden Monaten nach Plan verlaufen, können Skiurlauber in der Saison 2026/2027 zum ersten Mal mit der neuen Gondel nach oben fahren. Zuvor wurde der 6. Dezember 2026 als geplantes Eröffnungsdatum genannt.

Nach über 45 Jahren treuen Diensten ist die Ära des alten Zweisitzers damit endgültig vorbei. Und mit sechs Liftstützen, die mittlerweile fest am Berg stehen, beginnt sein Nachfolger nun auch über dem Boden sehr deutlich sichtbar zu werden.

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