Die Liftgesellschaften in Südtirol blicken ausdrücklich über den Winter hinaus. Der Klimawandel, eine kürzere und unbeständigere Schneesaison sowie die wachsende Nachfrage nach Sommeraktivitäten zwingen die Skigebiete dazu, ihr Angebot zu erweitern. Die Branche will in den kommenden Jahren verstärkt auf eine längere Saison, neue Aktivitäten und eine modernere Infrastruktur setzen.
Im Überblick:
- Südtiroler Liftgesellschaften wollen weniger abhängig vom reinen Winter werden.
- Klimawandel und Saisonverlängerung werden zu wichtigen Themen für die kommenden Jahre.
- Der Sommer nimmt eine immer größere Rolle innerhalb des Geschäftsmodells der Skigebiete ein.
- Es wird weiter in moderne Lifte, effizientere Technik und neue Aktivitäten investiert.
- Der Winter 2025/2026 verlief laut Branchenangaben überwiegend positiv.
Der Winter bleibt wichtig, reicht aber nicht mehr aus
Für viele Skigebiete in Südtirol bleibt der Winter die wichtigste Einnahmequelle. Dennoch wächst das Bewusstsein, dass ein Geschäftsmodell, das fast vollständig vom Schnee abhängt, immer anfälliger wird. Laut Helmut Sartori, dem Präsidenten des Verbandes der Südtiroler Seilbahnunternehmer, stehen die Betriebe vor mehreren Herausforderungen gleichzeitig. Der Klimawandel spielt dabei eine wichtige Rolle, aber auch die Notwendigkeit, das Angebot zu verbreitern und die Saison zu verlängern.
Deshalb wollen immer mehr Bergbahnen nicht nur im Dezember, Januar und Februar Besucher anlocken, sondern auch im Frühjahr, Sommer und Herbst.
Sommer für Bergbahnen immer wichtiger
Der Sommerbetrieb von Seilbahnen ist schon länger auf dem Vormarsch. Wanderer, Mountainbiker, Familien und Ausflügler nutzen immer häufiger Lifte, die früher fast ausschließlich für den Skiurlaub eingesetzt wurden.
In Südtirol wollen die Liftgesellschaften diese Entwicklung beschleunigen. Das bedeutet nicht nur, länger geöffnet zu bleiben, sondern auch in neue Attraktionen und Aktivitäten zu investieren. Denk an Bikeparks, Panoramarouten, Spielbereiche, Wanderwege und Familienparks am Berg. Für viele Gebiete ist das interessant, da bestehende Lifte und Stationen dadurch einen größeren Teil des Jahres Einnahmen generieren können.
Klimawandel erzwingt Anpassungen
Die Branche erkennt an, dass der Klimawandel direkte Auswirkungen auf den Skiurlaub hat. Milde Phasen, weniger Naturschnee und höhere Temperaturen machen es schwieriger, jede Saison auf die gleiche Weise zu organisieren.
Laut Sartori investieren die Mitgliedsbetriebe daher schon seit Längerem in Lösungen, die den Ressourcenverbrauch begrenzen und die Effizienz steigern sollen. Moderne Beschneiungsanlagen, energiesparende Antriebe und eine besser organisierte Liftinfrastruktur sollen dafür sorgen, dass Skigebiete mit weniger Energie und Wasser funktionieren können.
Dabei betont der Verband, dass eine intakte Berglandschaft für den Tourismus essenziell bleibt. Ohne attraktive Natur verliert auch das Sommer- und Winterangebot seinen Wert.
Neue Lifte und Techniken bleiben notwendig
Obwohl die Diversifizierung wichtiger wird, bedeutet dies nicht, dass der Winter in den Hintergrund rückt. Die Liftgesellschaften investieren weiterhin in neue Lifte, höhere Kapazitäten und mehr Komfort.
In den letzten Jahren wurden in Südtirol mehrere alte Anlagen durch moderne Gondeln und Sessellifte ersetzt. Solche Projekte sollen Wartezeiten verkürzen, den Energieverbrauch senken und die Gebiete für den internationalen Skiurlaub attraktiv halten.
Laut der Branche verlief der Winter 2025/2026 überwiegend positiv. Dieses Ergebnis wird unter anderem den Investitionen in moderne Technik und einer effizienteren Betriebsführung zugeschrieben.
Vom Skigebiet zum Bergziel
Die Entwicklung in Südtirol passt in einen breiteren Trend in den Alpen. Immer mehr Skigebiete präsentieren sich nicht mehr ausschließlich als Ziel für den Skiurlaub, sondern als Ganzjahresdestination.
Für Urlauber bedeutet das wahrscheinlich, dass Lifte, Restaurants und Bergaktivitäten immer häufiger auch außerhalb des Winters geöffnet sind. Für die Gebiete selbst soll es für eine bessere Verteilung der Einnahmen und weniger Abhängigkeit von ein paar guten Schneemonaten sorgen.
Die größte Herausforderung bleibt es, Wachstum, Naturschutz und wirtschaftliche Machbarkeit miteinander zu kombinieren. Genau hier wollen die Südtiroler Seilbahnunternehmen in den kommenden Jahren weitere Schritte unternehmen.
