Spektakuläre Premiere: neue Skiroute und Erstbefahrung an peruanischem Berg

Die britische Ski-Alpinistin Fay Manners hat zusammen mit dem italienischen Ski-Mountaineer Marco Malcangi eine besondere Premiere in Peru gefeiert. Dem Duo gelang es, eine neue Route am Südwestgrat des Ranrapalca zu erklettern und abzufahren. Die Linie in der Cordillera Blanca galt aufgrund des gefährlichen Gletschergeländes seit mehr als 40 Jahren als kaum zugänglich.

Im Überblick:

  • Fay Manners und Marco Malcangi befuhren eine neue Route am Ranrapalca in Peru.
  • Die Route liegt in der Cordillera Blanca.
  • Das Gelände galt jahrzehntelang als sehr schwer zugänglich.
  • Die Abfahrt führte durch steile Gletscherpassagen, Seracs und große Spalten.
  • Die neue Linie erhielt den Namen Acceso Momentáneo.

Route jahrelang nicht bestiegen

Manners, die aus England stammt, aber seit 2015 in Chamonix lebt, war mit Malcangi in Peru, um die Berge, Schneebedingungen und Möglichkeiten für zukünftige Projekte zu erkunden. Während einer Akklimatisationstour fiel ihnen eine markante Linie vom Sattel zwischen Ranrapalca und Ocshapalca ins Auge. Ein lokaler Guide erzählte, dass die Route seit Jahrzehnten nicht mehr bestiegen worden war. Die letzte bekannte Besteigung soll aus dem Jahr 1980 stammen, durchgeführt von vier Schweizer Alpinisten. Von einer Skiabfahrt war bisher nichts bekannt.

Durch Spalten und Seracs nach oben

Der Aufstieg erwies sich als alles andere als einfach. Das Duo musste durch stark vergletschertes Gelände mit tiefen Spalten, Schneebrücken und großen Seracs. Den ersten Tag nutzten sie, um eine sichere Linie durch den unteren Teil der Route zu finden. Am nächsten Tag brachen Manners und Malcangi um 01:00 Uhr zum Gipfelversuch auf. Unterwegs hatten sie mit Schnee, steilen Passagen und einem Gletscher zu kämpfen, der ständige Aufmerksamkeit forderte.

Abfahrt aus über 6.000 Metern Höhe

Die Skiabfahrt begann in großer Höhe und war laut Manners spektakulär, aber technisch sehr anspruchsvoll. Oben war das Gelände breit und offen, weiter unten auf der Route wurde es durch riesige Gletscherspalten und steile Passagen komplexer.

An einer Stelle mussten die beiden sogar etwa 30 m mit angeschnallten Skiern abseilen, da die Spalte zu groß zum Überqueren war. Im unteren Teil sprangen sie auf Skiern über Gletscherspalten, ohne Seil. Aufgrund steigender Temperaturen mussten sie zudem schnell handeln.

Acceso Momentáneo

Manners und Malcangi nannten die neue Linie Acceso Momentáneo, spanisch für „vorübergehender Zugang“. Der Name bezieht sich auf den besonderen Moment, in dem die Route plötzlich möglich erschien: genau genug Schnee, genau die richtigen Bedingungen und genug Neugier, um es zu versuchen.

Für Manners ist es erneut eine besondere Leistung in der Welt des Ski-Alpinismus. Die Abfahrt zeigt, wie schmal der Grat zwischen unmöglich und gerade noch machbar sein kann, besonders in hochalpinem Gletschergelände.

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