Slowenisches Skigebiet Kanin sucht Investor für Comeback

Das slowenische Skigebiet Kanin bekommt möglicherweise eine neue Zukunft. Die Gemeinde Bovec hat eine öffentliche Ausschreibung veröffentlicht, um einen Investor für Sončni Kanin d.o.o. zu finden, das Unternehmen hinter der Neuentwicklung des Skigebiets. Ziel ist es, Kanin als hochalpines Winter- und Sommerreiseziel neues Leben einzuhauchen.

Höchstgelegenes Skigebiet Sloweniens

Kanin liegt oberhalb von Bovec in den Julischen Alpen, direkt an der Grenze zu Italien. Das Gebiet reicht bis auf etwa 2293 Meter Höhe und ist damit das höchstgelegene Skigebiet Sloweniens. Von den Pisten aus blickst du über die Julischen Alpen, das Soča-Tal und bei klarem Wetter sogar bis zur Adria.

In der Vergangenheit war Kanin mit dem italienischen Skigebiet Sella Nevea verbunden. Genau diese grenzüberschreitende Verbindung macht das Projekt interessant: Gemeinsam könnten Kanin und Sella Nevea wieder ein besonderes Skigebiet zwischen Slowenien und Italien bilden.

Viel Naturschnee

Laut einer Studie des ICDR-Instituts fallen im Gebiet Kanin-Sella Nevea durchschnittlich etwa 1000 bis 1200 cm Schnee pro Jahr. Damit gehört die Region zu den schneereicheren hochalpinen Gebieten der Alpen. In Zeiten, in denen Schneesicherheit immer wichtiger wird, ist das ein großer Vorteil.

Die Gemeinde sieht Kanin daher nicht als ein neues Projekt bei Null an, sondern als den Neustart eines bestehenden und bekannten Reiseziels. In den besten Jahren zog das Skigebiet viele Besucher an. 1984 wurden beispielsweise rund 144.000 Skifahrer in einer Saison gezählt.

Neustart nach Schließung

In den letzten Jahren wurde Kanin vor allem durch eine veraltete und unzuverlässige Infrastruktur eingeschränkt. Das führte letztendlich zur Schließung des Skigebiets im Herbst 2023. Mit der Ausschreibung sucht Bovec nun einen Partner, der nicht nur Geld investieren kann, sondern auch den Betrieb, die Wartung und die langfristige Zukunft des Gebiets garantieren kann.

Die Pläne gehen über bloße neue Lifte hinaus. Es wird ein breiteres bergtouristisches Konzept mit Winter- und Sommeraktivitäten, besseren Besucherströmen, mehr Sicherheit und einem stärkeren Anschluss an den bestehenden Tourismus in Bovec und dem Soča-Tal angestrebt.

Möglicherweise 200 Hektar Skigebiet

Auf slowenischer Seite umfasst das bestehende Skigebiet etwa 48 Hektar. Mit Erweiterungsplänen könnte dies auf etwa 130 Hektar anwachsen. Zusammen mit der italienischen Seite von Sella Nevea könnte das grenzüberschreitende Skigebiet letztendlich in Richtung 200 Hektar Pistenfläche gehen.

Ob dieses Comeback wirklich kommt, hängt nun vom Interesse der Investoren ab. Für Bovec ist klar, was auf dem Spiel steht: Kanin soll wieder zu einem der außergewöhnlichsten hochalpinen Reiseziele zwischen Slowenien und Italien werden.

Lies mehr: Letztes Jahr haben wir bereits über dieses Skigebiet geschrieben. Damals wollte die Regierung 30 Millionen investieren.

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