Nach zwei Jahren der Schließung gibt es endlich eine Perspektive für das außergewöhnliche Skigebiet Kanin-Sella Nevea, das grenzüberschreitende Wintersportgebiet in Slowenien und Italien. Die slowenische Regierung hat angekündigt, 30 Millionen Euro in die Erneuerung der veralteten Infrastruktur zu investieren – unter der Bedingung, dass ein Investor auch den Rest des Gebiets modernisiert.
1960er Gondelbahn wird 2023 endgültig stillgelegt
Das Skigebiet Kanin liegt in Slowenien, oberhalb des Dorfes Bovec und ist mit der italienischen Seite des Sella Nevea verbunden. Seit 2023 ist der Skiverkehr auf der slowenischen Seite zum Stillstand gekommen. Der Grund dafür? Die Gondelbahn, die die Skifahrer nach oben brachte, wurde in den 1960er Jahren gebaut, entsprach schon lange nicht mehr den aktuellen Sicherheitsstandards und musste geschlossen werden. Doch ein früheres Angebot der slowenischen Regierung, das Gebiet durch Subventionen zu modernisieren, wurde nicht angenommen. Eine verpasste Gelegenheit, die dazu führte, dass das Skigebiet seit 2023/2024 nur noch über Italien erreichbar ist.
Neue Investitionsrunde und internationales Interesse
Jetzt scheint es Licht am Ende des Tunnels zu geben. Es wurde ein neues Investitionsprogramm aufgelegt, das speziell auf Gebiete oberhalb von 2.000 Metern abzielt – eine Anforderung, die Kanin als einziges slowenisches Skigebiet erfüllt. Die Regierung ist bereit, 30 Millionen Euro in neue Skilifte zu investieren, darunter eine moderne Gondel und den Ersatz eines alten Sessellifts auf der italienischen Seite. Außerdem soll eine internationale Investorengruppe aus Bozen, die u.a. von Leitner/Bartholet unterstützt wird, an einer Übernahme des Gebiets interessiert sein. Diese Gruppe will insgesamt 105 Millionen Euro investieren.
Vier Bauphasen, Fertigstellung im Jahr 2029
Das Renovierungsprojekt wird in vier Phasen durchgeführt, wobei die neue Gondelbahn im Jahr 2029 fertiggestellt wird. In der Zwischenzeit wird mit der Renovierung des Panoramarestaurants auf dem Gipfel begonnen, das als Verbindungspunkt zwischen Slowenien und Italien dient. Ein Hotel und ein medizinisches Zentrum sollen ebenfalls im Jahr 2030 folgen.
Grenzüberschreitendes Skifahren
Die Wiedereröffnung von Kanin-Sella Nevea würde nicht nur einen wirtschaftlichen Aufschwung für das Dorf Bovec bedeuten, sondern auch die Rückkehr eines einzigartigen Erlebnisses: Skifahren von Slowenien nach Italien und umgekehrt. Bis dahin ist nur die italienische Seite über Sella Nevea erreichbar, aber das wird sich hoffentlich bald ändern.
Über Kanin-Sella Nevea
Kanin-Sella Nevea ist das einzige grenzüberschreitende Skigebiet zwischen Slowenien und Italien und bietet ein einzigartiges Wintersportgebiet mit rund 30 Pistenkilometern. Das Skigebiet erstreckt sich vom slowenischen Bovec bis zum italienischen Sella Nevea und liegt auf einer Höhe von 1100 bis über 2300 Metern. Auf der slowenischen Seite bietet das Gebiet breite Panoramapisten und anspruchsvolles Gelände, während der italienische Teil für seine geschützteren Pisten bekannt ist. Die beiden Teile sind durch Lifte miteinander verbunden, darunter die berühmte (derzeit außer Betrieb befindliche) Kanin-Gondel und mehrere Sessellifte. Dank der großen Höhe und der Nordlage bleibt der Schnee oft lange liegen, was das Gebiet sowohl bei Freizeitskifahrern als auch bei Freeridern beliebt macht.






