Der Skihersteller Rossignol gab am Dienstag bekannt, dass er seine Produktionsstätte in Sallanches, Haute-Savoie, endgültig schließt. Der Schritt betrifft 57 Festangestellte und ist ein harter Schlag für die Mont-Blanc-Region. Nach Angaben des Unternehmens ist die Schließung Teil eines strategischen Umstrukturierungsplans, mit dem die Skiproduktion konsolidiert und die Wettbewerbsfähigkeit in einem sich wandelnden und schwierigen Markt verbessert werden soll. In der Fabrik werden Skier von Rossignol und Dynastar hergestellt.
Verlagerung der Produktion nach Isère und Spanien
Rossignol wird die Produktion von Premium- und Wettkampfskiern an seinem Hauptsitz in Saint-Jean-de-Moirans (Isère), dem Geburtsort der Marke, unterbringen. Gleichzeitig wird auch der Standort in den spanischen Pyrenäen in die Produktion einbezogen. Die Gruppe erklärt, dass diese Umstrukturierung aufgrund der hohen Produktionskosten, der sinkenden Produktivität und des angespannten Arbeitsmarktes in der Region Sallanches notwendig ist. Außerdem verweist sie auf die steigenden Energie- und Rohstoffpreise.
Schlechte Nachrichten trotz früherer Gewinne
Die Ankündigung kommt für viele überraschend. Laut Xavier Roseren, Abgeordneter für Haute-Savoie, war die Anlage seit 2022 wieder rentabel. In einer Erklärung bezeichnete er die Entscheidung als „unverantwortlich“ und sprach von einem „Schlag ins Gesicht des Pays du Mont-Blanc“. Rossignol hingegen behauptet, dass das Werk in den letzten drei Geschäftsjahren (2022-2024) einen kumulierten industriellen Verlust von 2,1 Millionen Euro erlitten hat.
Investitionen in den Hauptstandort und Erhalt des Know-hows
Rossignol investiert 1,5 Millionen Euro in das Werk in Saint-Jean-de-Moirans, um dort die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und verlegte Produktionskapazitäten zu übernehmen. Es wird erwartet, dass dabei etwa 10 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Rossignol betont, dass das Unternehmen seine „französischen Wurzeln“ beibehalten wird und dass es für die betroffenen Beschäftigten in Sallanches persönliche Unterstützungsmaßnahmen geben wird.
Maschinen
Die Investition in Sallanches wurde in den letzten Jahren auch durch öffentliche Zuschüsse unterstützt. Rossignol erhielt von der Region Auvergne-Rhône-Alpes Zuschüsse in Höhe von 180.000 Euro, die nach Angaben des Unternehmens für Maschinen verwendet wurden, die nun an den neuen Produktionsstandort in Isère verlagert werden sollen. Mit der Schließung des Werks in Sallanches wird die Region nicht nur Dutzende von Arbeitsplätzen verlieren, sondern auch ein Stück Industrietradition. Die Zukunft von Rossignol scheint damit endgültig im Departement Isère und in Spanien verankert zu sein, während die Mont-Blanc-Region einen wichtigen industriellen Anker verliert.






