Skigebiet vor dem Aus gerettet, aber Skiurlauber müssen Pistenkilometer einbüßen

Es fehlte nicht viel und Skiurlauber hätten diesen Winter im Schweizer La Dôle überhaupt nicht Skifahren können. Aufgrund schwerer finanzieller Probleme beim französischen Betreiber drohte das Skigebiet im Juragebirge für die Wintersaison 2026/2027 geschlossen zu bleiben. Nach spannenden Verhandlungen gibt es nun gute Nachrichten: Die beteiligten Parteien haben doch noch eine Einigung erzielt. Ganz unbeschadet geht das Skigebiet jedoch nicht aus der Sache hervor, denn um Kosten zu sparen, wird das Pistenangebot verkleinert.

Kurz zusammengefasst

  • Die Skisaison 2026/2027 im Schweizer La Dôle drohte wegen finanzieller Probleme des französischen Betreibers auszufallen.
  • Nach Verhandlungen wurde am 21. Oktober doch noch eine Einigung erzielt, sodass das Skigebiet diesen Winter voraussichtlich öffnen kann.
  • Um Kosten zu sparen, wird das Angebot von 34 auf 28 Pistenkilometer reduziert.

Finanzstreit bedrohte komplette Wintersaison

In den letzten Wochen war es ziemlich spannend für das Skigebiet La Dôle, das im Juragebirge an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich liegt. Der französische Betreiber Sogestar geriet in ernste finanzielle Schwierigkeiten und machte deutlich, dass das Skigebiet möglicherweise nicht öffnen würde, wenn keine neuen Vereinbarungen getroffen würden. Das Unternehmen betreibt das Skigebiet Jura sur Léman und mietet dafür unter anderem die Schweizer Skilifte von Télé-Dôle, einem Unternehmen aus Nyon.

Laut der Schweizer Zeitung Blick zahlte Sogestar jährlich rund 500.000 Schweizer Franken Miete. Dieser Betrag war fix, unabhängig davon, wie viele Skiurlauber kamen oder wie gut die Schneebedingungen waren. Für den Betreiber waren diese Fixkosten nicht länger tragbar. Das Unternehmen wollte daher den Mietvertrag aus dem Jahr 2016 neu verhandeln.

Zwei schneearme Winter sorgten für Probleme

Die finanziellen Schwierigkeiten kamen nicht von ungefähr. Vor allem die Winter 2022/2023 und 2023/2024 haben tiefe Spuren hinterlassen. In diesen Saisons fiel nicht genügend Schnee, wodurch die Möglichkeiten zum Skifahren begrenzt waren und die Einnahmen enttäuschten.

Das ist ein großes Problem für ein relativ niedrig gelegenes Skigebiet wie La Dôle. Der höchste Gipfel liegt auf etwa 1678 Metern. Damit reagiert das Gebiet deutlich empfindlicher auf milde Winter als beispielsweise die hochgelegenen Skigebiete in den Alpen.

Um die finanzielle Situation unter Kontrolle zu bekommen, hat Sogestar in Frankreich ein gerichtliches Schutzverfahren beantragt. Dies gibt dem Unternehmen den nötigen Spielraum, um den Betrieb fortzuführen und eine Lösung für die finanziellen Probleme zu finden.

Doch noch Einigung erzielt: La Dôle kann öffnen

Obwohl die Situation anfangs wenig hoffnungsvoll aussah, gab es diese Woche doch noch eine Lösung. Laut der Schweizer Zeitung La Côte einigten sich Sogestar und Télé-Dôle am Mittwoch, dem 21. Oktober, auf ein Abkommen über den Betrieb des Skigebiets während der Wintersaison 2026/2027. Dabei sind beide Parteien Zugeständnisse eingegangen. So wird der Mietpreis für die Schweizer Lifte gesenkt. Um wie viel die Miete genau sinkt, wurde nicht bekannt gegeben.

Für die Region bedeutet die Einigung eine große Erleichterung. Das Skigebiet kann sich nun weiter auf die kommende Wintersaison vorbereiten, auch wenn die tatsächliche Eröffnung natürlich von ausreichend Schnee abhängt.

Weniger Pisten verfügbar im Winter 2026/2027

Die finanzielle Rettung hat allerdings eine Kehrseite. Um die Betriebskosten zu senken, wird ein kleinerer Teil des Skigebiets geöffnet. Laut La Côte wird das verfügbare Pistenangebot von 34 auf 28 Kilometer reduziert. Das bedeutet, dass etwa sechs Pistenkilometer diesen Winter außer Betrieb bleiben.

Für Skiurlauber bedeutet dies weniger Auswahl bei den Abfahrten. Welche Pisten und Skilifte genau zur Verfügung stehen, hängt vom angepassten Betrieb und den Schneebedingungen ab. Der voraussichtliche Öffnungszeitraum für das Gebiet Dôle-Tuffes ist derzeit vom 5. Dezember 2026 bis zum 21. März 2027 geplant, sofern genug Schnee liegt.

Skifahren an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich

La Dôle ist ein besonderes Skigebiet, da es buchstäblich auf der Grenze zweier Skiurlaubsländer liegt. Es ist Teil von Jura sur Léman, das eng mit dem französischen Les Rousses verbunden ist. Vom Gipfel des La Dôle hast du bei klarem Wetter eine herrliche Aussicht über den Genfersee und die Alpen.

Durch die relativ geringe Höhe sind die Schneebedingungen hier jedoch weniger schneesicher als in vielen bekannten Alpenregionen. Das macht den Betrieb herausfordernd, besonders wenn mehrere milde Winter aufeinanderfolgen. Die Einigung zwischen dem französischen Betreiber und dem Schweizer Liftbesitzer sorgt jedenfalls dafür, dass Skiurlauber auch im kommenden Winter wieder Aussicht auf einen Skitag in La Dôle haben.

Ob das Skigebiet auch langfristig finanziell gesund bleiben kann, wird sich in den nächsten Jahren zeigen müssen. Vorerst ist die wichtigste Nachricht, dass die Wintersaison nicht verloren scheint.

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