Protest in französischem Skigebiet gegen neuen Speichersee für Schneekanonen

Im pyrenäischen Skigebiet Les Angles hat sich Widerstand gegen den Bau eines großen Wasserbeckens am Roc d’Aude formiert. Rund 250 Demonstranten protestierten am Sonntag gegen das Projekt, das vor allem dazu dienen soll, Schneekanonen mit Wasser zu versorgen.

Kurz zusammengefasst

  • Am Sonntag, den 28. Juni, demonstrierten etwa 250 Menschen in Les Angles (Pyrenees-Orientales) gegen das geplante Wasserbecken am Roc d’Aude.
  • Das Becken soll auf 2.300 Metern Höhe bis zu 113.000 m³ Wasser speichern, was etwa 45 olympischen Schwimmbecken entspricht; die Kostenschätzung liegt bei 5,5 Millionen Euro.
  • Rund zwanzig Natur- und Klimaschutzorganisationen (darunter Mountain Wilderness und die LPO) wehren sich gegen die weitere „Artificialisierung“ der Berge und gegen Kunstschnee.
  • Die Gemeinde und einige Viehzüchter unterstützen das Projekt, das sie für den Skisport, die Landwirtschaft und die Brandbekämpfung als nützlich erachten.

Protest

In den Bergen bei Les Angles in den französischen Pyrenäen versammelten sich am Sonntag schätzungsweise 250 Menschen, um gegen das Projekt für den Speichersee bei Roc d’Aude zu protestieren. Der Speicher soll die Schneekanonen des Skigebiets mit Wasser versorgen. Den Gegnern zufolge geht es um die Beeinträchtigung einer bemerkenswerten Berglandschaft.

Umfang und Ziel des Projekts

Das Projekt soll auf etwa 2.300 Metern Höhe bis zu 113.000 Kubikmeter Wasser speichern können, was etwa 45 olympischen Schwimmbecken entspricht. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 5,5 Millionen Euro. Die Gemeinde verteidigt das Becken als Instrument für den Skisport, die Landwirtschaft und die Bekämpfung von Waldbränden. Laut Befürwortern kann das verfügbare Wasser eine wichtige Quelle für die Beweidung durch Schafe und Kühe werden.

Klima und Wasser

Rund zwanzig Verbände, darunter „Bien vivre en Pyrénées catalanes“, En commun 66, Alternatiba, Frene 66, die LPO, die GOR und Mountain Wilderness, mobilisierten gegen den Plan. Sie stellen die weitere Artificialisierung der Berge infrage und kritisieren den Ausbau von Kunstschnee im Kontext der Erderwärmung und zunehmender Wasserknappheit. Die Debatte schließt an einen breiteren europäischen Diskussionspunkt über die Zukunft der Schneesicherheit und Wassernutzung in tiefer gelegenen Skigebieten an.

Neue Speicherseen sorgen häufiger für Diskussionen

Wasserbecken für Kunstschnee sind in der gesamten Alpen- und Pyrenäenregion ein wachsender Streitpunkt: Skigebiete sehen sie als Notwendigkeit für die Schneesicherheit und die lokale Wasserversorgung, während Natur- und Klimaschutzorganisationen auf die Landschaftszerstörung und den Druck auf die Wasserreserven hinweisen. Der Ausgang solcher lokalen Konflikte ist relevant für alle, die die Zukunft des Wintersporttourismus in den Mittelgebirgen verfolgen. Unten findest du einen Videobericht über den Protest.

Teile diesen Artikel:

Wonach suchen Sie?