Es liegt wieder Schnee in der Luft! Nach einer Phase mit viel Sonne und auffallend mildem Herbstwetter steht ein neuer Wetterumschwung für die Alpen auf dem Programm. Besonders in den hohen Westalpen kann ab Sonntag, dem 18. Oktober, ordentlich Neuschnee fallen. Die Schneemodelle zeigen lokal sogar einige Dutzend Zentimeter an, wobei die größten Schneechancen rund um die Grenze zwischen der Schweiz und Italien liegen. Vor allem auf den Gletschern kann die Landschaft dadurch wieder ein Stück winterlicher werden. Aber wie viel Schnee wird tatsächlich fallen und welche Skigebiete profitieren davon?
Kurz & knapp
- Ab Samstag ändert sich das Wetter in den Alpen. Besonders am Sonntag, 18. und Montag, 19. Oktober wird in den hohen Westalpen Neuschnee erwartet.
- Die größten Schneechancen bestehen im Wallis, im Tessin, im Aostatal und im Piemont. Einige Schneemodelle berechnen lokal mehr als 50 cm, aber hierüber herrscht noch viel Unsicherheit.
- Die Schneefallgrenze variiert je nach Region stark und liegt meist zwischen 2000 und 2900 Metern. In Österreich und den Dolomiten bleibt es weitgehend trocken.
Zuerst noch viel Sonne und milde Temperaturen
Wer heute, am Freitag, den 16. Oktober, in den Alpen ist, merkt noch wenig vom nahenden Wetterumschwung. In weiten Teilen des Alpenraums ist es trocken und sonnig, mit Temperaturen, die für Mitte Oktober ziemlich hoch liegen.
Besonders in den französischen Alpen lässt sich das milde Herbstwetter noch genießen. In den Tälern von Savoyen, Haute-Savoie und Isère können es 23 bis 25 Grad werden. Selbst auf 1500 Metern Höhe werden 15 bis 17 Grad erwartet.
Auch in Österreich ist es überwiegend sonnig und mild. Die Frostgrenze liegt heute an vielen Orten um 4000 Meter. Das bedeutet, dass es selbst auf den höher gelegenen Gletschern tagsüber ziemlich warm werden kann.
Doch das ändert sich an diesem Wochenende.
Am Samstag beginnt der Wetterumschwung
Ab Samstag, dem 17. Oktober, erreicht eine schwache Kaltfront die Nordwestseite der Alpen. Von Frankreich her ziehen Wolken und örtlich Regen in das Berggebiet.
Vor allem in den französischen Voralpen und an der Nordseite der Schweizer Alpen kann Niederschlag fallen. Die Schneefallgrenze sinkt dabei örtlich von etwa 2800 Metern in Richtung 2000 Meter. In den höher gelegenen Gebieten kann bereits eine erste Schicht Schnee fallen.
Weiter landeinwärts bleibt es zunächst länger trocken. In der Umgebung des Mont Blanc, der Tarentaise und der Haute-Maurienne kann am Samstag sogar noch regelmäßig die Sonne scheinen.
In Österreich bleibt der Niederschlag vorerst begrenzt. Vor allem in Vorarlberg und an der Nordseite Tirols kann oberhalb von etwa 2500 Metern etwas Schnee fallen. Große Mengen werden dort nicht erwartet.
Sonntag der meiste Schnee in der Schweiz und Norditalien
Die interessanteste Schneevorhersage zeigen die Wetterkarten für Sonntag, den 18. Oktober. Ein Tiefdruckgebiet bringt feuchte Luft in die Westalpen, wo der Niederschlag vor allem an der Südseite der Gebirgskette zunehmen kann.
Die größten Schneechancen liegen derzeit im italienischen Aostatal, im Piemont und im Schweizer Tessin. Auch im Wallis wird in größeren Höhen Schnee erwartet.
Laut GeoSphere Austria können am Sonntag im Tessin etwa 15 bis 20 cm Neuschnee fallen. Für andere Teile der Westalpen werden vorerst meist 5 bis 10 cm berechnet. Auf den höchsten Berggipfeln können die Mengen lokal höher ausfallen.
Die Schneefallgrenze liegt nicht überall gleich tief. Im Westen kann Schnee örtlich bis auf etwa 2000 Meter fallen, während in den Südalpen an vielen Stellen erst oberhalb von 2500 Metern Schnee erwartet wird.
Das bedeutet, dass vor allem die höher gelegenen Skigebiete und Gletscher die Chance auf eine neue weiße Schicht haben.
Schneemodelle berechnen lokal mehr als 50 cm
Auffallend sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Schneevorhersagen. Einige Modelle zeigen für die kommenden Tage ziemlich große Schneemengen rund um die Grenze zwischen Italien und der Schweiz.
Für das Gebiet um Alagna Valsesia im Piemont werden in der vorliegenden Schneevorhersage lokal bis zu 67 cm berechnet. Auch rund um Saas-Fee erscheint mit maximal 66 cm eine ordentliche Menge auf den Wetterkarten.
Andere hochgelegene Ziele, an denen Dutzende Zentimeter möglich sind, sind Zermatt, Cervinia, Gressoney und Macugnaga.
Dabei ist jedoch eine wichtige Anmerkung nötig: Diese Zahlen stammen aus Schneemodellen für mehrere Tage und gelten für die höher gelegenen Teile der Skigebiete. Es sind keine bestätigten Mengen für die Dörfer oder alle Pisten.
Zudem sind die Vorhersagen noch recht unsicher. Andere Wettermodelle und meteorologische Dienste berechnen deutlich weniger Schnee. Die exakte Position des Tiefdruckgebiets und die Verteilung des Niederschlags werden bestimmen, wo letztendlich am meisten fällt.
Auch in den französischen Alpen wird es winterlicher
In Frankreich wird der Wetterumschwung ab Samstag spürbar, aber die Schneeverteilung kann je nach Region stark variieren.
Vor allem entlang der italienischen Grenze, einschließlich der Haute-Maurienne, werden am Sonntag Schneeschauer erwartet. Laut MeteoAlpes kann die Schneefallgrenze dort um 2600 Meter liegen.
In anderen Teilen der französischen Alpen sorgt der Föhn hingegen für trockenere Bedingungen. So kann es in der Tarentaise und rund um den Mont Blanc sogar Aufheiterungen geben, während es weiter südlich stark bewölkt ist.
Die Schneemodelle zeigen für die hochgelegenen Teile um Chamonix, Val d’Isère und Alpe d’Huez zwar Chancen auf Neuschnee. Wie viel davon tatsächlich fällt, ist noch ungewiss.
Österreich und die Dolomiten bekommen viel weniger Schnee ab
Während in den Westalpen möglicherweise ordentlich Schnee fällt, sieht die Vorhersage für die Ostalpen ganz anders aus.
In Österreich bleibt der Großteil des Wochenendes recht ruhig. Am Samstag kann in Vorarlberg und im Westen Tirols oberhalb von etwa 2500 Metern ein klein wenig Schnee fallen, aber die erwarteten Mengen bleiben auf einige Zentimeter begrenzt.
Weiter östlich bleibt es weitgehend trocken. Auch in den Dolomiten wird vorerst wenig bis gar kein Niederschlag erwartet.
Für die Gletscher von Sölden, Hintertux, den Stubaier Gletscher und das Kitzsteinhorn scheint dieses Wochenende also keinen großen Neuschneeschub zu bringen.
In großen Höhen auch Gefahr von schweren Sturmböen
Neben dem Schnee wird am Sonntag auch der Wind ein Thema sein. Besonders in den hohen Westalpen kann es kräftig wehen.
GeoSphere Austria erwartet auf etwa 4000 Metern Höhe Windböen, die lokal bis zu 120 km/h erreichen können. Das sind Bedingungen, bei denen Lifte eventuell vorübergehend schließen müssen und die Sicht sich stark verschlechtern kann.
Für alle, die im Skiurlaub dieses Wochenende schon auf den Gletschern skifahren wollen, ist es daher ratsam, die aktuellen Wetterberichte und den Liftstatus genau im Auge zu behalten.
Montag noch Schnee, danach möglicherweise wieder ruhiger
Auch am Montag, dem 19. Oktober, kann vor allem in den südlichen Westalpen noch Niederschlag fallen. Die Vorhersagen sind sich momentan jedoch nicht ganz einig darüber, wie schnell das Tiefdruckgebiet abzieht.
Laut GeoSphere Austria nimmt der Hochdruckeinfluss in der ersten Hälfte der nächsten Woche wahrscheinlich wieder zu. Dadurch wird es an immer mehr Orten trocken und es gibt erneut Aufheiterungen.
Ab Mittwoch, dem 21. Oktober, erscheint möglicherweise schon wieder eine neue Störung auf den Wetterkarten. Diese könnte auch in anderen Teilen der Alpen etwas Schnee bringen, einschließlich der österreichischen Gletscher. Die Zuverlässigkeit dieser Vorhersage ist vorerst noch begrenzt.
Vorerst richten wir die Aufmerksamkeit vor allem auf Sonntag und Montag. Die Chance auf eine schöne winterliche Erfrischung in den hohen Westalpen ist deutlich vorhanden. Ob die Schneemengen tatsächlich so groß werden, wie einige Modelle derzeit berechnen, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.
