Ein Freerider ist am Mittwochnachmittag im österreichischen Skigebiet Obertauern unter eine Lawine geraten. Zunächst berichteten die Medien, dass es sich um den kroatischen Ex-Spitzenskifahrer Ivica Kostelic handelte, aber der ehemalige Weltmeister hat inzwischen in den sozialen Medien erklärt, dass er nur Zeuge des Vorfalls war.
Freerider mehr als einen Meter tief begraben
Am Mittwoch gegen 13 Uhr lösten zwei Freerider, ein 45-jähriger Kroate und ein 30-jähriger Mann aus Salzburg, in der Nähe der alten Bergstation Zehnerkar in Obertauern auf etwa 2150 Metern Höhe eine große Lawine aus. Einer von ihnen, der Kroate, wurde mehr als einen Meter tief unter den Schneemassen begraben. Dem anderen Wintersportler aus Salzburg gelang es, ihn zu orten und selbstständig auszugraben. Wie durch ein Wunder blieben beide unverletzt und konnten aus eigener Kraft ins Tal absteigen.
Die Lawine hatte eine beeindruckende Größe: eine Anfangshöhe von 1,5 Metern, eine Breite von 150 bis 200 Metern und eine Länge von 350 bis 400 Metern. Die Bergrettung stufte die Situation als gefährlich ein, auch wegen der Möglichkeit weiterer Lawinenabgänge.
Kostelic antwortet: „Ich war nur ein Zeuge
Als sich die Nachricht verbreitete, dass Ivica Kostelic das Opfer gewesen sein könnte, gab es einen großen Aufschrei in den sozialen Medien. Der ehemalige Skifahrer antwortete auf Facebook und erklärte, dass er mit seinen Kindern im Pool war, als er die ersten Meldungen erhielt.
„Ich war heute direkter Zeuge eines Lawinenabgangs in Obertauern, bei dem meines Wissens nach niemand verletzt wurde“, schrieb Kostelic. „Wie jeder Bürger habe ich meine Aussage im Rahmen der Ermittlungen gemacht. So ist mein Name in die Nachrichten gekommen.“
Der Kroate war also nicht an dem Vorfall beteiligt, sondern ein Zeuge und Informationslieferant. Dennoch führte sein Name zunächst zu Verwirrung in den Medien.
Ernste Lawinensituation nach Schneefall
Der Lawinenabgang erfolgte nach Schneefällen in der Region, die den Lawinenwarnindex derzeit auf Stufe 3 (erhebliche Gefahr) setzen. Vor allem an den West-, Nord- und Osthängen oberhalb von 2200 Metern können in tieferen Schichten der Altschneedecke Schneeverwehungen auftreten. Laut Michael Koch von der Bergwacht Obertauern ist die Lage schwer einzuschätzen und Lawinen können auch von einzelnen Wintersportlern ausgelöst werden.
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