Gletscher verschwindet: Mölltaler Gletscher passt Skipisten an

Der Mölltaler Gletscher hat sich durch den besonders heißen Sommer in eine fast mondähnliche Landschaft verwandelt. Zwischen 2020 und 2025 verlor der Gletscher etwa 42 % seiner Fläche. Um den Skiurlaub weiterhin zu ermöglichen, will das Skigebiet in Kunstschnee investieren und die Pisten am Schareck ebnen. Dabei sind auch kontrollierte Sprengungen vorgesehen.

Kurz zusammengefasst

  • Der Mölltaler Gletscher verlor zwischen 2020 und 2025 rund 42 % seiner Fläche.
  • Das Skigebiet möchte Pisten ebnen und dabei möglicherweise Sprengstoffe einsetzen.
  • Trotz des warmen Sommers ist die Saisonöffnung für Anfang Oktober geplant.

Gletscher verwandelt sich in Felslandschaft

Der Mölltaler Gletscher ist das einzige Gletscherskigebiet im österreichischen Bundesland Kärnten. Wo früher eine dicke Eisschicht lag, besteht die Landschaft heute zu einem immer größeren Teil aus Felsen und Geröll. Laut den vorliegenden Informationen schmolz das Eis in diesem Sommer schneller als je zuvor. Die Messung für 2026 steht noch aus.

Die Entwicklung ist schon seit längerer Zeit sichtbar. 1983 wurde das Wurtenkees für das Sommerskifahren erschlossen. Schon damals galt der Gletscher als einer der am schnellsten schmelzenden Österreichs. Nur 15 Jahre später musste die Sommerskisaison zum ersten Mal gestrichen werden. Mittlerweile wird im Sommer schon seit Jahren nicht mehr Ski gefahren.

Pistenplanierung am Schareck

Der Betreiber will das Skigebiet für den Skiurlaub fit halten. Deshalb gibt es Pläne, die Pisten am Schareck zu ebnen. Bei diesen Arbeiten sollen auch kontrollierte Sprengungen zum Einsatz kommen.

Geschäftsführer Petr Nikl von den Mölltaler Gletscherbahnen stellt klar, dass das Skigebiet für den Winter mittlerweile nicht mehr vom Gletschereis abhängig ist. Vor allem die große Höhe und die niedrigeren Temperaturen machen das Skifahren noch möglich. Genau wie andere Skigebiete muss der Mölltaler Gletscher dabei immer mehr in technischen Schnee investieren.

Saisonstart Anfang Oktober ungewiss

Der Betreiber will die Skisaison trotz des warmen Sommers Anfang Oktober eröffnen. Laut Meteorologen ist es jedoch unsicher, ob das gelingt. Dafür müsste zuerst eine Kaltfront durchziehen, die mindestens 30 cm Neuschnee hinterlässt. Solange der Gletscher stark weiter schmilzt, reicht eine geringere Menge wahrscheinlich nicht aus, um die Pisten öffnen zu können.

Der August 2026 war laut der Quelle zudem der erste August seit Jahrzehnten, in dem nirgendwo in den Alpen ein Skigebiet geöffnet war. Auch das unterstreicht, wie schnell das Angebot für Sommer- und Frühherbst-Skifahrer verschwindet.

Neuer Aussichtspunkt für Sommergäste

Für den Sommer setzt der Mölltaler Gletscher verstärkt auf andere Aktivitäten. Laut Nikl wäre Sommerskifahren technisch zwar noch möglich, aber das Interesse daran nimmt ab. Der Betreiber will daher mehr auf Wanderer und andere Sommergäste setzen.

Auf dem Schareck gibt es Pläne für eine neue Aussichtsplattform. Diese soll sowohl im Sommer als auch im Winter ein zusätzlicher Anziehungspunkt werden. Das Genehmigungsverfahren läuft, und der Betreiber hofft, die Plattform im Jahr 2027 realisieren zu können.

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