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Diese Skigebiete in den Alpen machen Skifahren ohne Schnee möglich

Zum Skifahren braucht man nicht unbedingt Schnee. An immer mehr Orten in den Alpen tauchen synthetische Pisten auf, auf denen du mit ganz normalen Skiern abfahren kannst. Ähnlich wie die Mattenpisten, die man vielleicht schon kennt. Sie ermöglichen Trainingseinheiten und Skikurse außerhalb der Wintersaison und machen die Gebiete weniger abhängig von Schneekanonen. Gleichzeitig entbrennt eine Diskussion über das verwendete Material, den Flächenverbrauch und die tatsächliche Nachhaltigkeit.

Kurz zusammengefasst

  • Verschiedene Skigebiete investieren in Pisten, auf denen man ohne Schnee skifahren kann.
  • Die Bahnen werden vor allem für Skikurse, Training und Freestyle genutzt.
  • In Bezug auf die Umweltbelastung und den Materialverschleiß gibt es jedoch noch offene Fragen.

Neue Pisten in Italien

Im italienischen Nevegal wird seit dem Herbst 2025 eine synthetische Piste von etwa 300 Metern Länge und 25 Metern Breite getestet. Der abnehmbare Untergrund ist vor allem für Skischulen und Skiclubs gedacht. Sobald Naturschnee fällt, kann die Piste ganz normal präpariert werden.

Auch Presolana eröffnete im Juni 2026 eine Ganzjahresskipiste. Die Hauptpiste ist etwa 240 Meter lang und hat ein durchschnittliches Gefälle von 18 Prozent. Daneben befindet sich ein Freestyle-Bereich von circa 90 Metern. Insgesamt umfasst die Anlage rund 4.000 Quadratmeter.

Auch für Skiteams interessant

Die synthetischen Bahnen sind nicht nur als Touristenattraktion gedacht. Im August 2026 trainierten junge Rennläufer aus dem Schweizer Crans-Montana auf dem Untergrund von Presolana.

Zuvor wurden bereits ähnliche Projekte in Mezzana im Val di Sole und in La Foux d’Allos in den französischen Alpen eröffnet. Die französische Piste ist 164 Meter lang und wurde 2022 in Betrieb genommen. Damals führte das Projekt zu Protesten, da eine Bergwiese einem künstlichen Untergrund weichen musste.

Reaktion auf weniger Schnee

Das Interesse an synthetischen Pisten hängt mit der abnehmenden Schneesicherheit zusammen. Besonders tiefer gelegene Skigebiete haben mit kürzeren Wintern und wechselhafteren Schneebedingungen zu kämpfen. Kunstschnee kann einen Teil dieses Problems lösen, benötigt aber Wasser, Energie und ausreichend niedrige Temperaturen.

Eine synthetische Piste benötigt keinen Frost und kann mehrere Monate im Jahr genutzt werden. Für Skischulen und Vereine bedeutet dies, dass Unterricht und Techniktraining auch im Sommer möglich sind. Kleine Skigebiete können so zudem Aktivitäten anbieten, wenn die Umgebung grün ist.

Diskussion über Nachhaltigkeit

Laut der italienischen Bergplattform Montagna.tv arbeiten Hersteller immer häufiger mit recycelten oder nicht-fossilen Rohstoffen. Dennoch ist damit nicht automatisch gesagt, dass eine komplette synthetische Piste nachhaltig ist. Auch die Produktion, der Bau, der Verschleiß, die Lebensdauer und die Entsorgung des Materials spielen eine Rolle.

Über den langfristigen Verschleiß und die mögliche Verbreitung von Mikropartikeln gibt es bisher kaum unabhängige Forschungsdaten. Die Umweltbelastung muss daher für jedes Projekt individuell betrachtet werden. Eine kurze Trainingspiste auf bestehender Infrastruktur hat beispielsweise eine andere Auswirkung als eine komplett neue Bahn in einem unberührten Naturgebiet.

Kein Ersatz für echten Schnee

Synthetische Pisten werden große Skigebiete vorerst nicht ersetzen. Die Bahnen eignen sich vor allem für Anfänger, Trainingszwecke, Freestyle und kurze Abfahrten. Das Fahrgefühl und die Möglichkeiten unterscheiden sich von denen auf einer weitläufigen Piste mit Naturschnee.

Das wachsende Interesse zeigt jedoch, dass Skigebiete nach neuen Lösungen suchen. Während früher vor allem in zusätzliche Beschneiung investiert wurde, wird nun mancherorts das Skifahren ohne Schnee in Betracht gezogen. Ob dies letztendlich nachhaltiger ist, hängt stark vom Standort, dem Bau und der Nutzung ab.

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