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Tiroler Skigebiete investieren Millionen in neue Schneekanonen

Nach den jüngsten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz bei Skiliften gibt es jetzt Neuigkeiten über eine weitere große Investition in österreichischen Skigebieten: die Beschneiung. Die Tiroler Skigebiete pumpen Millionen von Euro in die Beschneiung, um die Schneesicherheit zu gewährleisten. Doch diese Methode, die große Mengen an Wasser benötigt und erhebliche Eingriffe in die Natur bedeutet, wirft auch kritische Fragen auf.

Massive Investitionen in Kunstschnee

Eine Liste, die der Tiroler Tageszeitung vorliegt, zeigt das Ausmaß der Projekte: Für den Zeitraum vom 1. Januar 2024 bis Juli 2025 haben die Umweltbehörden in Tirol insgesamt 17 neue Beschneiungsanlagen genehmigt. Dabei handelt es sich sowohl um komplette Neubauten als auch um Erweiterungen und Änderungen von bestehenden Anlagen. Auch in den Gletscherskigebieten, in denen Skifahren ohne Schneekanonen nicht mehr möglich scheint, wird kräftig investiert.

Derzeit sind bereits rund 80 Prozent der 3732 Pistenkilometer in Tirols Skigebieten künstlich beschneit. Um genügend Schnee zu produzieren, werden riesige Wasserreserven benötigt. Deshalb werden zusätzlich zu den Schneekanonen neue Speicherbecken gebaut oder erweitert.

Klimawandel und finanzielle Herausforderungen

Walter Tschon, stellvertretender Umweltbeauftragter in Tirol, sieht diese Entwicklung kritisch. „Damit wird in vielen Skigebieten versucht, den klimatischen Veränderungen mit dem Temperaturanstieg in den Alpen entgegenzuwirken“, argumentiert Tschon. Der Bedarf an Beschneiung ist weiter gestiegen: „Weil es nicht mehr nur um die Grundbeschneiung geht, wegen der merk- und spürbaren Temperaturerhöhung muss dann im Jänner noch einmal nachbeschneit werden.“

Vor allem niedrigere Skigebiete unter 1.500 Metern und solche zwischen 1.500 und 2.000 Metern stehen vor zunehmenden Problemen. Tschon warnt vor einem finanziellen Teufelskreis: „Die Beschneiung ist kostenintensiv, wirtschaftlich rechnet sich das nur noch schwer.“ Die größeren Destinationen können den Aufwand auf die Kartenpreise aufschlagen, in den kleineren ist das aber nur noch schwer möglich.

Aufruf für Sommerangebote und Hochgebirgssorgen

Tschon rät daher kleineren Skigebieten, den Rückgang im Winter durch mehr Angebot im Sommer auszugleichen, anstatt in teure Beschneiungsanlagen zu investieren. „In manchen Regionen gelingt das schon sehr gut.“ , stellt er fest und betont, dass der Klimawandel nicht rückgängig gemacht werden kann und die Temperaturen nicht steigen werden.

Andererseits sind Beschneiungsanlagen heute auch das Rückgrat der Skigebiete oberhalb von 2.000 Metern und auf Gletschern. „Dazu benötigt es dann Rohr- oder Schneeleitungen und Pumpstationen, alles in allem sprechen wir dann von Großbaustellen im Hochgebirge“, warnt Tschon. Er macht sich Sorgen über die Eingriffe in die empfindlichen Hochgebirgsökosysteme, die nach Ansicht der Landesumweltanwaltschaft so ursprünglich und natürlich wie möglich bleiben sollten.

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