Ein simpler Plan, um schnell Geld zu verdienen, aber nicht gerade wasserdicht. Zwei junge Männer aus Agen und der Region Paris wurden in Frankreich wegen einer Reihe auffälliger Skiverleih-Betrügereien verurteilt. Sie mieteten Skier, Skischuhe und Stöcke in verschiedenen Wintersportorten in den Hautes-Pyrénées und verkauften das Material anschließend über Decathlon weiter.
Im Überblick:
- Zwei Männer wurden wegen Betrugs mit gemieteter Skiausrüstung verurteilt.
- Sie mieteten Skier, Schuhe und Stöcke und brachten diese nicht zurück.
- Das Material wurde als gebrauchte Sportausrüstung weiterverkauft.
- Der Fall wurde vor dem Gericht in Tarbes verhandelt.
- Die Männer standen wegen Vertrauensmissbrauchs und Identitätsbetrugs vor Gericht.
Gemietetes Material weiterverkauft
Die Vorgehensweise war auffallend einfach. Die Männer, 27 und 23 Jahre alt, mieteten am Ende des Tages Wintersportausrüstung bei lokalen Verleihgeschäften. Sie nahmen das Material für einige Tage mit, kamen aber nie zurück. Kurz darauf wurde die Ausrüstung in Decathlon-Filialen angeboten, unter anderem in Bordeaux, Toulouse, Montauban und der Region Paris.
Decathlon hat ein System, bei dem gebrauchte Sportausrüstung zum Wiederverkauf abgegeben werden kann. Diesen Umstand nutzten die Verdächtigen aus.
Schnell ein paar tausend Euro verdienen
Vor dem Gericht in Tarbes gaben die Herren zu, dass sie das System bewusst aufgezogen hatten, um schnell Geld zu verdienen. Laut französischen Medien erklärten sie, dass sie „Geld machen“ und „schummeln“ wollten, aber nicht die Absicht hatten, Schaden anzurichten. Ihre Erklärungen während der Sitzung waren wechselhaft. Die Aussagen schwankten zwischen Geständnissen, vergessenen Details und Widersprüchen, vor allem bezüglich der Rolle einer dritten Verdächtigen: Die Ex-Freundin eines der Männer war bei der Sitzung nicht anwesend.
Vor allem kleine Verleihgeschäfte im Visier
Der Betrug ereignete sich bei Verleihgeschäften in mehreren Wintersportorten in den französischen Pyrenäen, darunter Saint-Lary, Cauterets, Vielle-Aure, Pierrefitte-Nestalas, Grand Tourmalet, Font-Romeu und Ax-les-Thermes.
Die beiden sollen sich bewusst für lokale Verleihfirmen entschieden haben, bei denen das Inventar nicht immer vollständig digital erfasst wurde. Dadurch dauerte es manchmal ein paar Tage, bis die Unternehmer bemerkten, dass Skier, Skischuhe oder Stöcke nicht zurückgebracht worden waren.
Ein Vermieter erklärte während der Sitzung, dass die Männer freundlich rüberkamen und nicht direkt Argwohn erweckten. Erst als die drei gemieteten Skipaare nach zwei Tagen nicht zurückkehrten, entstand der Verdacht, dass etwas nicht stimmte.
Spur aus persönlichen Daten
Besonders schlau gingen die Verdächtigen letztendlich nicht vor. Beim Mieten der Ausrüstung hinterließen sie regelmäßig Bankdaten oder Kartendaten. In einigen Fällen waren dies ihre eigenen Daten, in anderen Fällen die Daten eines Bekannten. Dadurch konnte die Polizei die Beteiligten relativ einfach aufspüren. Die Ex-Freundin eines der Verdächtigen soll laut Anklage ebenfalls eine Rolle gespielt haben, da ihr Bankkonto und ihre Zahlungskarte bei einem Teil der Transaktionen verwendet wurden.
Haftstrafen und Schadensersatz
Der Richter verurteilte die zwei Männer zu Gefängnisstrafen von 18 und 12 Monaten. Zusätzlich wurde ihnen eine Geldstrafe von 3.000 € auferlegt und sie müssen zusammen etwa 7.000 € Schadensersatz zahlen. Die Frau erhielt laut französischen Medien ebenfalls eine Bewährungsstrafe von zwölf Monaten. Der 27-jährige Verdächtige erhielt zudem ein 24-monatiges Aufenthaltsverbot für die Region Hautes-Pyrénées, in der ein Großteil des Betrugs stattfand.
Skiverleiher verschärfen ihre Sicherheitsmaßnahmen
Nach dem Fall haben mehrere Verleihfirmen zusätzliche Maßnahmen ergriffen. Viele Unternehmer haben inzwischen Überwachungskameras installiert, um Kunden und mögliche Betrüger besser identifizieren zu können. Der Fall zeigt, wie anfällig kleine Verleihgeschäfte sein können, wenn Material nicht gut digital registriert wird. Sicherlich in geschäftigen Winterperioden, in denen täglich viele Skier und Snowboards ausgegeben werden, kann Betrug erst spät bemerkt werden.
