In der Skisaison 2024/25 sind in den Vereinigten Staaten erschreckend viele Menschen von Skiliften gestürzt. Allein in Colorado gab es 18 Vorfälle, von denen zwei tödlich waren. Experten und Interessenvertreter der Branche schlagen nun Alarm und fordern einen Kulturwandel bei der Verwendung von Sicherheitsbügeln in Sesselliften.
Tödliche Unfälle in Colorado
Einer der tragischsten Vorfälle ereignete sich im Dezember 2024 auf dem Skiberg Keystone. Ein 32-jähriger Mann stürzte aus dem Ruby Express Lift und starb nach Monaten im Wachkoma. Der Sicherheitsbügel war während der Fahrt nicht heruntergelassen worden. Bei einem weiteren Vorfall im März 2023 kam der erfahrene Skifahrer John Perucco nach einem Sturz aus dem Zendo-Lift in Breckenridge ums Leben. Auch hier war der Bügel noch nicht geschlossen worden.
149 stürzt in den USA vom Fahrstuhl
Diese Unfälle sind keine Einzelfälle. Seit der Saison 2014/15 wurden in den USA 149 Berichte über Stürze aus Sesselliften registriert. Bei mindestens 55 Unfällen waren Minderjährige beteiligt. Allein in der letzten Saison waren es 18 Fälle. In vielen Fällen spielt das Versäumnis, den Sicherheitsbügel zu schließen, eine Rolle.
Große Unterschiede nach Region und Aufzug
Eine Studie aus dem Jahr 2023 zeigt, dass die Verwendung von Sicherheitsbügeln in den USA je nach Region sehr unterschiedlich ist. Im Nordosten benutzen 80 % der Wintersportler den Gurt, aber im Mittleren Westen sind es nur 9 %. In beliebten Gebieten wie Colorado liegt der Durchschnitt bei 39%. Das steht im krassen Gegensatz zu Europa, wo das Tragen von Stützen Standard ist.
Wie sieht es in den Alpen aus?
In den Skigebieten in den Alpen stürzt nur selten jemand aus einem Skilift. Das liegt an strengen Vorschriften, guter Wartung und einer anderen Sicherheitsmentalität. Moderne Lifte sind oft mit automatischen Schließmechanismen, Kindersicherungen und Sensoren ausgestattet, die überprüfen, ob die Halterungen sicher sind. Außerdem gibt es in Europa große Anstrengungen, das Bewusstsein durch Kampagnen und Informationstafeln zu schärfen.
Obwohl es auch in den Alpen gelegentlich zu Unfällen kommt, sind diese in der Regel auf technische Defekte oder außergewöhnliche Umstände zurückzuführen und selten auf einen fahrlässigen Umgang mit der Bandage. In vielen europäischen Ländern ist das Tragen von Stützen Pflicht, vor allem für Kinder.
Aufruf zur Veränderung
Der US-Skiverband NSAA hat das Problem erkannt und fordert eine Änderung der Einstellung, ähnlich wie das Tragen von Helmen in den 2000er Jahren normalisiert wurde. Die Hersteller führen inzwischen Lifte mit automatischen Sicherheitsbügeln ein, aber in den USA ist ein großflächiger Austausch kostspielig und für kleinere Gebiete oft nicht machbar. Experten betonen jedoch, dass es den Bügel aus einem bestimmten Grund gibt. „Eine einfache Maßnahme kann Leben retten“, meint Mike Reitzell von der NSAA. Und diese Lektion scheint dringender denn je.






