Neuer Eigentümer nach Insolvenz in Tiroler Skigebiet

Gute Nachrichten für das Tiroler Skigebiet Jungholz: Nach dem Konkurs und monatelanger Ungewissheit ist endlich ein Käufer gefunden worden. Die deutsche WMM AG aus Mindelheim hat das gesamte Skigebiet übernommen und will es Schritt für Schritt wiederbeleben. Damit setzt sich die Geschichte fort, die Ende letzten Jahres begann als Jungholz für 1,8 Millionen Euro zum Verkauf angeboten wurde.

Neuanfang nach dem Konkurs

Im Sommer 2023 wurde das Skigebiet Jungholz wegen steigender Schulden von rund 3,5 Millionen Euro für insolvent erklärt. Eine enttäuschende Saison mit zu warmen Temperaturen und wenig Schnee führte dazu, dass die Lifte häufig stillgelegt wurden und die Einnahmen sanken. Seitdem war die Gemeinde Jungholz vorübergehend Eigentümerin des Skigebiets im Tannheimer Tal, aber das soll sich jetzt ändern.

Zukunftspläne mit Vision

Die WMM AG übernimmt das Gebiet über ihre neue Tochtergesellschaft WMM Austria Betriebs GmbH. Das Unternehmen will das Skigebiet nicht nur wieder in Betrieb nehmen, sondern auch fit für die Zukunft machen. „Wir haben alles übernommen, was dort war, aber wir haben auch klare Pläne, um die Dinge anzupassen und zu verbessern“, sagt Matthias Marquardt, der neue Geschäftsführer.

So soll der alte Adlersessellift einem langen und breiten „Zauberteppich“ (einem Förderband) weichen, der das Kinderland besser zugänglich macht – auch im Sommer, für Wanderer und Mountainbiker. Auch das Zugangssystem soll modernisiert werden: In Zukunft wird es nur noch einen zentralen Zugang zum Skigebiet geben, du scannst einmal deinen Code und hast dann Zugang zum gesamten Skigebiet. Außerdem sollen Skipässe nur noch online verkauft werden, physische Kassen werden verschwinden.

Auch im Sommer attraktiv

Der neue Besitzer hat den Blick über die Wintersaison hinaus gerichtet. Mountainbike-Strecken, Spielplätze für Kinder und sogar Tipis sind bereits im Gespräch, um auch im Sommer Besucher anzulocken. Das Ziel: ein ganzjähriges Erholungsgebiet zu schaffen, das sowohl auf den sich verändernden Wintersportmarkt als auch auf den Klimawandel reagiert.

WMM AG: vom Möbelhersteller zum Bergführer

Die WMM AG ist in so unterschiedlichen Bereichen wie Hotel, Bau, Telekommunikation und Architektur tätig. Die Wurzeln des Unternehmens liegen in einer Möbelfabrik, aber mittlerweile gehören 18 Tochtergesellschaften zur Muttergesellschaft. Unter anderem gehören 80 „Online-Hotels“ – Hotels ohne Rezeption oder Restaurant – zum Portfolio, darunter das Oy-Hotel, nur 12 Kilometer von Jungholz entfernt. Mit dem Kauf von Jungholz wagt sich WMM nun auch als Betreiber von Skigebieten in ein neues Abenteuer. Und mit ihrer Vision vom Ganzjahrestourismus scheint das eine vielversprechende Kombination zu sein.

Ende der Unsicherheit

Auch Bürgermeisterin Karina Konrad ist erleichtert: „Wir sind froh, dass ein Käufer gefunden wurde und das Gebiet wieder eine Perspektive hat. Besonders die Tatsache, dass der neue Eigentümer auf Sommeraktivitäten setzt, ist positiv für die Zukunft von Jungholz.“ Ob das Skigebiet noch in dieser Saison öffnen kann, ist unklar. Aber eines ist sicher: Jungholz wird eine zweite Chance bekommen.

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